Drei Männer wollten einen Geldautomaten in einer Lobbericher Bank-Filiale knacken. Ein Auto störte die Täter.

Drei Männer wollten einen Geldautomaten in einer Lobbericher Bank-Filiale knacken. Ein Auto störte die Täter.
Trotz der Sprengung blieb das Geldfach unversehrt.

Trotz der Sprengung blieb das Geldfach unversehrt.

Trotz der Sprengung blieb das Geldfach unversehrt.

Unbekannte wollten in der Nacht zum Donnerstag gegen 3.35 Uhr einen Geldautomaten sprengen. Es blieb beim Versuch. Danach war die Feuerwehr im Einsatz. Fotos (2): Jungmann

Ahlen, Bild 1 von 3

Trotz der Sprengung blieb das Geldfach unversehrt.

Lobberich. In der Nacht zu Donnerstag ist ein Anschlag auf einen Geldautomaten der Commerzbank an der Martstraße in Lobberich missglückt. Die Täter flüchteten ohne Beute. Gegen 3.35 Uhr wurden sie von einem vorbeifahrenden Fahrzeug gestört. Nach Polizeiangaben soll es sich bei den Tätern um drei mit Sturmhauben maskierte Männer gehandelt haben. Ein vierter Täter soll im Fluchtfahrzeug, einem dunklen Audi A4, direkt neben der Bank auf seine Komplizen gewartet haben.

Die drei Männer sollen Gas in den Automaten eingeleitet haben, um ihn zur Explosion zu bringen. Die Sprengladung sei aber nicht stark genug gewesen, so die Polizei. Deshalb wurde lediglich die Abdeckklappe des Automaten aufgesprengt. Das eigentliche Geldfach blieb unversehrt.

Bereits am 13. November gab es einen Sprengversuch in der Filiale

Es ist bereits die zweite versuchte Sprengung in dieser Commerzbank-Filiale: Genau so war es auch in der Nacht zum 13. November vergangenen Jahres gewesen. Damals waren zwei Männer in Trainingsanzügen und mit Sturmhauben gegen 2.50 Uhr in den Vorraum der Filiale gegangen, hatten das Abdeckblech weggehebelt und versucht, den Automaten durch eingeleitetes Gas zu sprengen. Auch damals hatte die Sprengkraft nicht ausgereicht, um das Geldfach zu zerstören. Damals galt das Vorgehen der Täter als eher „dilettantisch“. Einen Zusammenhang mit anderen Taten konnte die Polizei nicht bestätigen.

Polizei vermutet eine Bande hinter der Tat

Das ist jetzt anders. „Die Kriminalpolizei vermutet, dass es sich um dieselbe Tätergruppierung handelt, die in jüngster Zeit bereits mehrfach mit ähnlichen Delikten aufgefallen ist“, sagt Polizeisprecher Harald Moyses. Gemeint ist eine Bande, die aus der Republik Moldau, einem Staat zwischen Rumänien und der Ukraine, kommen soll.

Der Gruppe ist das Landeskriminalamt auf der Spur, wie Spiegel online Anfang der Woche berichtete. Aufhänger für die Recherchen war die wilde Verfolgungsjagd, die sich Unbekannte in einem Audi RS 4 mit mehr als 20 Streifenwagen und einem Helikopter der Polizei Anfang September geliefert hatten. Letztendlich hatten die Ermittler den Kontakt zu dem PS-starken Wagen in den Niederlanden verloren. Dann war bekannt geworden, dass das LKA davon ausgeht, dass es sich um eine moldauische Bande handelt, die in Nordrhein-Westfalen, in Niedersachsen und in den Niederlanden operiert.

Mindestens 14 Sprengungen von Geldautomaten sollen auf ihr Konto gehen. Außerdem sollen sie auch für „Blitzeinbrüche“ verantwortlich sein – am 3. Juni in einem Computergeschäft in Leverkusen, am 20. August in einem Schmuckgeschäft in Bielefeld und am 25. August in einem Computerladen in Hagen.

Die Täter sollen in wechselnden Besetzungen mit vier bis fünf Personen aktiv sein. Und immer mit schnellen Autos. Dass sich im Volksmund jetzt schon der Begriff „Audi-Bande“ eingebürgert hat, sieht die Polizei nicht so gerne. „Es könnte sein, dass die Bevölkerung sich dann bei ihren Beobachtungen nur auf diese Autos konzentriert und nicht hinsieht, wenn ein anderes Fahrzeug verdächtig ist“, sagt Moyses.

Denn die Polizei ist auch für die Lobbericher Tat auf Zeugenhinweise angewiesen. Wer in der Nacht zu Donnerstag oder auch vorher verdächtige Beobachtungen gemacht hat – etwa zu verdächtigen Personen, zum Fluchtfahrzeug oder zum Tathergang – meldet sich bei den Ermittlern unter der Telefonnummer 02162/3770.

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