Immer wieder kommen Wildtiere zu Tode, weil sie von Hunden gehetzt oder gar gerissen werden. Am Hohen Busch fordern Jäger einen Leinenzwang.

Ein junges Reh auf einem Waldweg: Manche Wildtiere verletzen sich, wenn sie vor einem Hund flüchten.
Ein junges Reh auf einem Waldweg: Manche Wildtiere verletzen sich, wenn sie vor einem Hund flüchten.

Ein junges Reh auf einem Waldweg: Manche Wildtiere verletzen sich, wenn sie vor einem Hund flüchten.

Jagdpächter Michael Meyer (l.) und Jagdaufseher Andreas Conrad beklagen sich über freilaufende Hunde in der Schomm.

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Ein junges Reh auf einem Waldweg: Manche Wildtiere verletzen sich, wenn sie vor einem Hund flüchten.

Kreis Viersen. Jäger im Kreis Viersen schlagen Alarm: Immer häufiger werden sie über wildernde Hunde in ihren Revieren informiert. Ende Januar hatten Spaziergänger die Polizei gerufen, weil Hunde am Hohen Busch in Viersen ein Reh hetzten. Auf den Süchtelner Höhen mussten die Jäger ein totes Reh bergen, das am Zaun vor dem Wildgehege von einem Hund gerissen worden war. Und immer wieder entdecken Jäger auf ihren Rundgängen Rehe, die humpeln. „Das passiert, wenn Hunde ein Reh hetzen“, sagt Gerd van Lieberger, Jäger auf dem Hohen Busch.

Gelingt es einem Hund, ein Reh zu packen, „beißt er sich so lange fest, bis das Tier tot ist“, sagt van Lieberger. Wie das aussieht, wenn ein Hund ein Reh gerissen hat, weiß er nur zu gut: Im vergangenen Jahr fanden die Jäger allein in Süchteln drei gerissene Rehe.

Jäger dürfen wildernde Hunde schießen – als letzte Lösung

Das Landesjagdgesetz regelt unter anderem den Schutz der Wildtiere vor wildernden Hunden. Jagdschutzberechtigte könnten den Hund schießen, wenn er im Jagdbezirk Wildtiere hetzt oder reißt. Doch dies sei „die letzte aller denkbaren Maßnahmen“, heißt es in einer Empfehlung des Landesjagdverbands: „Verscheuchen oder Einfangen des Hundes, ein Gespräch mit dem Hundehalter sind vorzuziehen.“ Das allerdings, hat van Lieberger festgestellt, ist nicht einfach: „Wenn man mit den Leuten spricht, wird man beschimpft und bedroht“, sagt er.

Diese Erfahrung haben auch Jäger in der Lüttelforster Schomm gemacht. „Die Leute sind uneinsichtiger als früher“, sagt Jagdpächter Michael Meyer. „Viele sagen: ,Mein Hund tut nix’, aber jeder Hund, egal ob klein oder groß, läuft hinter Wildtieren her.“ Weil die Muskeln eines aufgescheuchten Rehs im Winter kälter sind als im Sommer, stehen die Chancen für den Hund zurzeit gut, das Wildtier auch zu kriegen.

Jagdpächter Meyer und sein Jagdkollege Andreas Conrad, als Jagdaufseher für die Schomm zuständig, wollen den Stab nicht über alle Hundehalter brechen: Wenn der Hund hört, nah bei seinem Herrchen bleibt und abgerufen werden kann, wenn sich ein Wildtier nähert, sei alles in Ordnung. Dann, sagen die beiden, dürfe der Hund auch ohne Leine laufen, wenn er auf dem Weg bleibt. Das können Halter mit Hilfe von Hundetrainern üben.

Jäger Gerd van Lieberger beobachtet am Hohen Busch regelmäßig auch freilaufende Hunde, die Spaziergänger anspringen, Kindern die Süßigkeiten aus der Hand reißen oder Jogger verfolgen. Mit anderen Jägern will er nun Stadt und Kreis um Leinenzwang dort bitten.

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