Das Unwetter richtete am Mittwoch erhebliche Schäden an. Zwei Menschen wurden schwer verletzt.

Das Unwetter richtete gestern erhebliche Schäden an. Zwei Menschen wurden schwer verletzt.
Beeindruckend, bedrohlich: Der Tornado zog unter anderem über Nettetal hinweg.

Beeindruckend, bedrohlich: Der Tornado zog unter anderem über Nettetal hinweg.

In Boisheim wurde ein Wohnwagen durch die Luft gewirbelt.

In Schaag fiel ein Baum auf ein Auto. Ein Mann wurde dabei schwer verletzt.

Bauch/Jungmann/Knappe, Bild 1 von 3

Beeindruckend, bedrohlich: Der Tornado zog unter anderem über Nettetal hinweg.

Kreis Viersen. Ein Tornado hat am Mittwochabend zwischen 17.50 und 18 Uhr im westlichen Teil des Kreises Viersen erhebliche Schäden angerichtet. Zwei Menschen wurden verletzt. Ein 23-jähriger Mann, der aus seinem Wagen ausgestiegen war, wurde durch herabstürzende Äste schwer verletzt und ins Krankenhaus gebracht. Eine weitere Person kam nach Polizeiangaben mit leichten Verletzungen davon.

Zahlreiche Bäume kippten um, die teils Autos unter sich begruben. Allein auf der L3 zwischen Schwalmtal-Heidend und Viersen-Boisheim wurden sieben Autofahrer von umstürzenden Bäumen überrascht, sie konnten selbst aus den Fahrzeugen klettern und wurden nicht verletzt. Der Sturm deckte Hausdächer ab und riss Gartenlauben und Wohnwagen mit sich. Wegen umgefallener Bäume wurden die A61, Land- und Kreisstraßen gesperrt, ebenso die Bahnstrecke zwischen Venlo und Mönchengladbach.

Anwohner halfen sich gegenseitig, Dachdecker waren im Einsatz

Große Schäden gab es im Viersener Ortsteil Boisheim, in den Schwalmtaler Ortsteilen Dilkrath und Heidend, im Bereich Happelter und Schaag in Nettetal. In Oberkrüchten wurde eine Straße überflutet, teils standen Keller unter Wasser. In Dilkrath sei die Kirchturmuhr um 18 Uhr stehengeblieben, berichtete ein Anwohner. In den betroffenen Ortschaften sah es wüst aus. Umgestürzte Bäume versperrten die Straßen, herabgefallene Dachziegel lagen auf Fahrbahnen und Gehwegen, in Vorgärten und Zufahrten. Überall waren Anwohner mit Besen im Einsatz, um die gröbsten Schäden wegzuräumen, auf vielen Häusern im Bereich der von dem Tornado geschlagenen Schneise waren schon kurz nach dem Sturm Dachdecker im Einsatz, um die größten Schäden zu beheben.

An vielen Häusern und Höfen halfen sich die Nachbarn selbst. Vera Peters vom alten Giesenhof aus Heidend etwa erhielt rasch Hilfe von zehn Freunden, Nachbarn und Familienmitgliedern, die zum Teil aus Nachbarorten herbeieilten, um auf dem Hof beim Aufräumen zu helfen. „Der ganze Ort ist für uns da“, sagte Ines Eulenpesch, die ebenfalls in Heidend wohnt. „Die Leute haben sogar Arbeitsmaterial von zu Hause mitgebracht.“ Auch in Boisheim halfen die Nachbarn einander – sogar über Nacht: Wie Stadtsprecher Frank Schliffke am Abend berichtete, musste die Stadt keine Notunterkünfte bereitstellen. Obwohl in Boisheim entlang der Bahnlinie rund 50 Häuser abgedeckt wurden, fanden alle Betroffenen eine Unterkunft. Die Häuser sind vorübergehend unbewohnbar. Auf dem Friedhof in Boisheim wurden große Bäume durch den Sturm umgerissen. Auch das alte Pfarrhaus ist beschädigt.

Feuerwehrmann durch Stromschlag verletzt

Die Landstraße von Schwalmtal-Dilkrath in Richtung Viersen-Boisheim musste wegen umgestürzter Bäume gesperrt werden. In Schaag/Happelter Heide war ein Baum auf ein Auto gefallen, ein Mann wurde schwer verletzt. Dort war auch die Nettetaler Polizei im Einsatz. Die Löschzüge Schaag, Breyell und Kaldenkirchen waren nach Auskunft eines Feuerwehr-Sprechers unterwegs, um Sturmschäden zu beseitigen. Ein Nettetaler Feuerwehrmann sei durch einen Stromschlag verletzt worden, meldete der Kreis-Sprecher. Anwohner aus Boisheim berichteten, ein Wohnwagen sei durch die Luft gewirbelt worden. Dächer von Gartenhütten flogen durch die Luft, Keller liefen voll, Wasserschlamm sei durch die Ritze unter den Haustüren in Hausflure gedrückt worden.

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