Zwei Autorinnen schreiben über den 2007 gestorbenen Nettetaler Glaskünstler.

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Im Rahmen der Nettetaler Kunstszene zeigte der Glaskünstler Joachim Klos 2006 seine Werke in der Werner-Jaeger-Halle.

Im Rahmen der Nettetaler Kunstszene zeigte der Glaskünstler Joachim Klos 2006 seine Werke in der Werner-Jaeger-Halle.

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Im Rahmen der Nettetaler Kunstszene zeigte der Glaskünstler Joachim Klos 2006 seine Werke in der Werner-Jaeger-Halle.

Kreis Viersen. Drei Jahre wird es dauern, bis Band 8 der Schriftenreihe über das Leben und Werk niederrheinischer Künstler im Herbst 2016 im Rahmen einer Ausstellung in der Viersener „Galerie im Park“ vorgestellt werden kann. Das macht deutlich, wie umfangreich das Werk des Nettetaler Glaskünstlers und Grafikers Joachim Klos ist, dem dieser Band gewidmet ist.

„Mein Vater hat letztendlich immer das gemacht, was er wollte.“
Sohn Sebastian Klos über die künstlerische Freiheit seines Vaters

Eine Autorin ist die Kempener Kunsthistorikerin Eva-Maria Willemsen, die schon Band 6 der Reihe geschrieben hat. Als Co-Autorin steht ihr die evangelische Pfarrerin und Religionspädagogin Waltraud Hagemann zur Seite, die Klos 1967 kennenlernte. Seitdem begleitete sie ihn und sein Werk freundschaftlich bis zu Klos’ Tod im Jahr 2007.

Willemsen betont einen „großen Vorteil“ bei der Erstellung des Werkverzeichnisses: „Der Nachlass ist noch geschlossen in der Hand der Familie Klos, und viele Zeitzeugen sind noch befragbar“, sagt Willemsen.

Das Werkverzeichnis entsteht in enger Zusammenarbeit mit Joachim Klos’ Sohn Sebastian, der als Maler und Fotograf in Nettetal arbeitet und den Nachlass seines Vaters verwaltet.

Klos kennen am Niederrhein nur wenige. Dennoch gilt er unter Experten als einer der bedeutendsten Glaskünstler der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Klos hat in seinen mehr als 50 Jahren künstlerischer Arbeit mehr als 1000 einzelne Glasfenster in rund 130 Kirchen hinterlassen.

Joachim Klos wurde am 16. November 1931 in Weida (Thüringen) geboren. Er studierte an der staatlichen Hochschule für Baukunst und Bildende Kunst in Weimar. 1951 übersiedelte er nach Berlin. Ab 1952 führt er sein Studium an der Krefelder Werkkunstschule fort. Klos starb am 15. März 2007 in Nettetal.

Die Schriftenreihe über Leben und Werk niederrheinischer Künstler wird von der Sparkassenstiftung „Natur und Kultur“ im Kreis Viersen finanziert.

Hinzu kommt eine noch nicht genau erfasste Zahl von Kunstwerken in 60 weiteren Bauwerken – unter anderem in Sparkassenfilialen in Gladbach und Krefeld. Joachim Klos ließ sich ungern von seinen oft kirchlichen Auftraggebern in seine Entwürfe hineinreden. „Mein Vater hat letztendlich immer das gemacht, was er wollte“, erinnert sich Sebastian Klos.

Klos war auch Grafiker. Zu diesem Teil seines mehrere Tausend Blatt starken Werks gehören Skizzen, Entwürfe und Zeichnungen, aber auch Druckgrafiken. Der gebürtige Thüringer kam 1951 als 20-Jähriger an den Niederrhein. An der Werkkunstschule Krefeld studierte er vier Jahre Glasmalerei und beendete dort sein Studium, das er in Weimar begonnen hatte.

Als freischaffender Glaskünstler hatte er danach in Gladbach schnell Erfolg. Schon 1958 schuf er dort die Fenster in den Seitenschiffen der Kirche St. Mariä Himmelfahrt. Im Museum Abteiberg zeigte er mit seiner Ehefrau Carola Stammen, einer Textilkünstlerin, eine erste gemeinsame Ausstellung.

Der gebürtige Thüringer unterrichtete am Gymnasium

1967 zog das Paar in ein Atelier- und Wohnhaus nach Nettetal-Schaag um. Neben seiner künstlerischen Tätigkeit unterrichtete Klos einige Jahre am Werner-Jaeger-Gymnasium. Zu Beginn der 80er Jahre begann seine internationale Karriere, die ihn zu Seminaren und Workshops unter anderem nach Großbritannien und in die USA führte.

Zum Ende seiner künstlerischen Tätigkeit zeigte Klos seine Werke noch einmal in seiner thüringischen Heimatstadt Weida. Danach waren seine Glasmalereien und Grafiken 2006 und 2007 noch in der Werner-Jaeger-Halle zu sehen.

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