Ein Statiker hat das Risiko eines Einsturzes bestätigt. Weil auch die Realschulhalle gesperrt ist, steht der ASV Süchteln vor Problemen.

Ein Statiker hat das Risiko eines Einsturzes bestätigt. Weil auch die Realschulhalle gesperrt ist, steht der ASV Süchteln vor Problemen.
Jetzt ist auch noch die Karl-Rieger-Halle in Süchteln gesperrt.

Jetzt ist auch noch die Karl-Rieger-Halle in Süchteln gesperrt.

Busch

Jetzt ist auch noch die Karl-Rieger-Halle in Süchteln gesperrt.

Viersen. Die Stadt Viersen hat die Karl-Rieger-Halle in Süchteln gestern aus Sicherheitsgründen gesperrt. Norbert Dahmen, der für das Gebäudemanagement zuständige Beigeordnete, erklärte: „Hier ist Gefahr im Verzug.“ In diesem Fall gehe es um die Sicherheit der Halle an sich. Darum müsse die Verwaltung sofort und ohne aufwendige förmliche Ausschreibungsverfahren handeln. Dahmen sagte: „Wir rechnen mit rund acht Wochen, bis die Halle freigegeben werden kann.“

Aufmerksam geworden war die Stadtverwaltung auf das Sicherheitsrisiko aber erst durch einen Nutzer. Dieser hatte die Hinweise gegeben. Daraufhin hatte ein Statiker die Dachträger überprüft und Risse in den Leimbindern festgestellt. Nach der Einschätzung des Prüfers besteht die Gefahr, dass die Dachträger einknicken könnten – etwa bei einem starken Sturm.

Sicherheitsprobleme in Sporthallen gab es in Viersen oft

Sicherheitsprobleme in Sporthallen gab es in Viersen bereits mehrfach. Erst Mitte September hatte die Stadt die Sporthalle der Johannes-Kepler-Realschule in Süchteln wegen Sicherheitsmängeln gesperrt. Im August hatte es bereits in der Halle am Clara-Schumann-Gymnasium Probleme mit der Deckenkonstruktion gegeben; auch sie musste für den Betrieb geschlossen werden. – nicht nur für die Schüler, sondern auch für den ASV Süchteln ein großes Problem.

Doch bisher war laut Rathaussprecher Frank Schliffke bisher stets die Befestigung von Platten das Problem. Doch dies sei in der Karl-Rieger-Halle nicht die Schwierigkeit: Sie sei anders konstruiert. Es gehe um das Dach, nicht um die Decke. Bei Sportstätten mit Deckenproblemen reiche es aus, die Halle zu sperren, um die Schüler oder Vereinen, die dort Sport treiben, nicht zu gefährden. Doch bei der Süchtelner Halle sei das ganze Gebäude in gefahr.

Wie es jetzt für die 1984 eröffnete Halle weitergeht: Der Statiker wird kurzfristig anhand der Pläne und Aufzeichnungen das Risiko genauer einschätzen. In der kommenden Woche wird ein weiterer Experte die Schäden betrachten. Bis Ende der kommenden Woche wird dann feststehen, ob zunächst Notsicherungsmaßnahmen ergriffen werden müssen. „Dann soll auch geklärt sein, wie die Schäden behoben werden können“, teilt Stadtsprecher Frank Schliffke mit.

Voraussichtlich werden dann Bauteile benötigt, die einzeln angefertigt und zugelassen werden müssen. Sofern keine außergewöhnlichen Teile erforderlich sind, werden Anfertigung und Zertifizierung gut vier Wochen dauern. Weitere zwei bis drei Wochen wird der Einbau in Anspruch nehmen.

Wie die Schäden entstanden sind, wird noch geprüft. In der Karl-Rieger-Halle war erst vor wenigen Wochen eine neue Notbeleuchtung installiert worden. Bei diesem Arbeiten waren aber niemandem die Dach-Schäden aufgefallen. Laut Frank Schliffke könne aber nicht ausgeschlossen werden, dass der Sturm vor zwei Wochen das Dach derart belastet habe, dass die Träger dabei Schaden genommen haben.

Etwas Entspannung im Hallenplan bringen dann die Herbstferien

Die Halle wird für den Schulsport und von Abteilungen des ASV Süchteln genutzt. Nach der Schließung Realschulhalle hatte sich der ASV vereinsintern geholfen. Die Volleyballer gaben in der Karl-Rieger-Halle für die Handballer mit ihren zahlreichen Nachwuchs- und Seniorenmannschaften etwas von ihrer Zeit ab. „Das jetzt noch eine weitere Halle wegfällt, stellt uns natürlich vor riesige Probleme“, sagte ASV-Geschäftsführer Björn Siegers, der gestern im Zusammenspiel mit der Stadtverwaltung den ganzen Tag an kurzfristigen Lösungsmöglichkeiten arbeitete. Die Handballer weichen mit ihren Spielen am Wochenende in die Sporthalle Löh aus. Etwas Entspannung bringen dann die Herbstferien. „Wie es dann weitergehen soll, ist noch unklar. Wir werden aber auch den Kontakt zu anderen Vereine suchen und müssen auf Solidarität hoffen“, sagte Siegers.

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