Das Unternehmen in Leuth arbeitet mit dem Fraunhofer-Institut Oberhausen an Stromspeichern für Solarstrom.

Das Unternehmen in Leuth arbeitet mit dem Fraunhofer-Institut Oberhausen an Stromspeichern für Solarstrom.
CMS-Geschäftsführer Michael Reich (l.) und Jochen Nühlen vom Fraunhofer-Institut.

CMS-Geschäftsführer Michael Reich (l.) und Jochen Nühlen vom Fraunhofer-Institut.

Burghardt

CMS-Geschäftsführer Michael Reich (l.) und Jochen Nühlen vom Fraunhofer-Institut.

Leuth. „Längere Zeit ohne Strom, das wäre ein Super-Gau“, sagt Michael Reich, Geschäftsführer von CMS Green Energy in Leuth. Diese Vorstellung sei gar nicht so unrealistisch: „Es gibt derzeit für Erneuerbare Energien wie Sonne oder Wind kaum wirklich ökologisch und ökonomisch effektive Stromspeicher, Batterien also.“

Doch seine Firma arbeitet im Verbund mit anderen Einrichtungen an der Entwicklung eines Stromspeichers der Zukunft. Gefördert wird dieses Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 750 000 Euro.

Die Werkhalle von CMS Green Energy und CMS Dachkeramik liegt hinter einem robusten Schiebetor an der Zufahrt. Im Innern finden sich Lagerregale, Stapel von Dachziegeln, aber keine Testanlagen oder Forschungseinrichtungen. Michael Reich und Jochen Nühlen vom Fraunhofer Institut Oberhausen verweisen auf die Geheimhaltung des Projekts. Reich erklärt, worum es geht: „Herkömmliche Speicher, vergleichbar mit einer Auto- oder Smartphonebatterie, sind nicht beliebig oft auf- und entladbar, geben die Energie nicht vollständig ab, verlieren auf Dauer Effektivität.“ Deshalb arbeite man daran, etwa die gewonnene Energie aus Windkraft- und Solaranlagen speichern zu können.

Eine sinnvolle und machbare Lösung ist Vanadium – ein chemisches Element, das nur in geringen Konzentrationen in Erzen und Erdöl enthalten ist. Michael Reich erläutert: „Eine Batterie auf Basis eines Vanadiumelektrolyts hat großes Potential.“ Laut Reich ist sie schon vorhanden, aber noch sündhaft teuer: „Seltene Erden wie Vanadium werden meist etwa in China oder Südafrika gewonnen, man ist von den Zulieferern abhängig.“

Energieversorger haben großes Interesse am Projekt

An dieser Stelle kommen die Firma CMS Green Energy und ihre Partner ins Spiel. „Wir wollen Vanadium aus Abfall und Beiprodukten gewinnen und verwenden, als heimischen Sekundärrohstoff also“, erklärt Reich. Vor allem in Bergwerken, bei der Metallverarbeitung, aber auch in Raffinerien falle Vanadium an. Dies könne aufbereitet werden. Beteiligt daran sind neben CMS die Nickelhütte Aue, TU Bergakademie Freiberg sowie als Koordinator das Fraunhofer Institut.

Jochen Nühlen erläutert: „Wir stehen im ständigen Austausch, treffen uns regelmäßig. Und da unsere Forschung mit Bundesmitteln unterstützt wird, berichten wir dem Ministerium fortlaufend über den aktuellen Stand.“

Reich und Nühlen geben sich zuversichtlich und deuten an, dass das Interesse an ihrem Projekt etwa bei Energieversorgern groß sei. Schließlich könne sich die Chance bieten, bei Ausfall des Stromnetzes auf „durchaus containergroße wieder aufladbare Speicher“ zurückzugreifen. Dabei geht es nicht nur um energiewirtschaftliche Interessen, wie Reich an einem Beispiel aufzeigt: „Herkömmliche Notstromaggregate laufen nur kurzzeitig. Aber durch diese neuen Batteriespeichersysteme wäre die Versorgung im Krankenhaus auch bei Stromausfall gewährleistet.“

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