Etliche Sträucher auf den Viersener Friedhöfen sind von dem Schädling befallen.

Peter Wolters mit einem angefressenen Zweig am Grab seiner Frau Gertrud.
Peter Wolters mit einem angefressenen Zweig am Grab seiner Frau Gertrud.

Peter Wolters mit einem angefressenen Zweig am Grab seiner Frau Gertrud.

Knappe

Peter Wolters mit einem angefressenen Zweig am Grab seiner Frau Gertrud.

Viersen. Peter Wolters blickt auf die Überreste seiner Arbeit. Noch umgeben zwei kleine Buchsbaumhecken das Grab seiner 2005 verstorbenen Ehefrau Gertrud. An vielen Stellen aber sind sie schon braun und angefressen. „In ein paar Tagen wird alles befallen sein. Mir bleibt nichts übrig, als alle Sträucher herauszuholen“, sagt Wolters.

Schuld am zerfressenen Grün ist der Buchsbaumzünsler. Die bis zu fünf Zentimeter langen, gelbgrünen Raupen des Schmetterlings nisten in den Sträuchern und fressen dort Rinde und Blätter ab. Vor ein paar Wochen habe Wolters die Buchsbäume auf dem Grab ausgetauscht, sagt er. Der Schädling aber befiel auch die neuen Pflanzen. „Das ärgert mich kolossal. Ich versuche doch immer, das Grab gepflegt zu halten.“

Die Pflanzen müssen fachgerecht entfernt werden

Wer über den Friedhof Löh läuft, erkennt schnell: Nicht nur auf dem Grab von Gertrud Wolters hat der Schädling gewütet. An etlichen Grabstätten stehen Hecken, die braun und angefressen aussehen – ein Anzeichen dafür, dass die Raupen des Buchsbaumzünslers auch diese bereits befallen haben.

Auch die anderen Friedhöfe und weitere städtische Grünanlagen seien betroffen, sagt Stadtsprecher Frank Schliffke. Im Fall des Eichenprozessionsspinners habe es Schwerpunkte des Befalls gegeben – der Buchsbaumzünsler aber trete mittlerweile nahezu überall auf, wo auch Buchsbäume stehen. Das Problem, nicht nur für die städtischen Betriebe: Dem Zünsler ist schwer beizukommen. Es gebe kein Mittel, das die Raupen effektiv bekämpft, sagt etwa Andre Teschen von der Gärtnerei Hellekamps, der auf dem Friedhof Löh arbeitet. „Man kann nichts gegen die Tiere tun. Vermeintlich wirksame Mittel gegen sie zu verkaufen, ist reine Geldmacherei.“ Es habe schon öfter Fälle gegeben, in denen Hobbygärtner erzählten, ein Mittel gegen die Raupen gefunden zu haben. „Ein paar Wochen später waren aber auch deren Hecken vollkommen zerfressen“, sagt er und weist darauf hin, dass es auf dem Friedhof ohnehin verboten sei, Gift gegen Schädlinge einzusetzen.

Weil der Buchsbaumzünsler nicht aktiv bekämpft werden kann, will die Stadt nun zumindest seine Verbreitung möglichst eindämmen. Noch bis zum 10. Juni stehen deshalb auf allen städtischen Friedhöfen verschließbare Container. In diese können befallene Pflanzen kostenlos entsorgt werden. Die Stadt weist darauf hin, dass die Behälter ausschließlich für die Buchsbäume der städtischen Friedhöfe gedacht seien. Für andere pflanzliche Abfälle von den Friedhöfen stünden die bekannten Entsorgungswege zur Verfügung.

Auch Gärtner Teschen empfiehlt, befallene Hecken schlichtweg auszumachen. „Am besten holt man die Pflanzen aus dem Boden und pflanzt etwas anderes.“ So will es nun auch Peter Wolters machen. „Das ist unglaublich schade, zumal die Buchsbäume pflegeleicht und ansehnlich sind. Aber – was soll ich machen?“ Er will nun auf andere immergrüne Pflanzen setzen: „Vielleicht finde ich ja eine schöne Alternative.“

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