Stichtag 30. August: Mit der Kommunalwahl verabschieden sich eine Reihe bekannter Gesichter aus dem Stadtrat. Dazu gehört auch Inge von den Bruck (CDU).

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Freut sich auf mehr freie Zeit: Inge von den Bruck.

Freut sich auf mehr freie Zeit: Inge von den Bruck.

Friedhelm Reimann

Freut sich auf mehr freie Zeit: Inge von den Bruck.

Breyell. Was wird sie vermissen? Inge von den Bruck überlegt, zögert. Lässt zehn Jahre Revue passieren, zehn Jahre für die CDU im Stadtrat, zehn Jahre Ortsvorsteherin in Breyell. "Zunächst mal denke ich gerne zurück, weil ich in der Zeit manchen Bürgern helfen konnte." Nun aber kandidiert die 49-jährige Fotojournalistin aus gesundheitlichen Gründen nicht wieder: "Ich muss einfach kürzer treten."

Inge von den Bruck sitzt gemütlich auf ihrer Terrasse. Sie freue sich schon jetzt auf mehr freie Zeit: "Mein Mann und mein Sohn haben kaum was von mir gehabt und ich kaum was von ihnen." Was daran liegt, dass die Breyellerin, die 1997 in die CDU eintrat, jede Aufgabe sehr ernst nimmt: Eine Volksvertreterin müsse sich nicht nur im Rat und in Gremien wie dem Schulausschuss engagieren, sondern "sich auch wirklich um die Belange der Bürger kümmern".

"Einige Politiker sollen endlich die Scheuklappen ablegen und jeweils nach der Sache entscheiden."

Inge von den Bruck

Gekümmert hat sie sich immer, ob jemand mit seinen Problemen mit Bauanträgen zu ihr kam oder ob sie Mitbürgern im sozialen Brennpunkt Speckerfeld bei Behördengängen half. Die Breyeller wissen das zu schätzen.

Dankbar aber sind ihr viele Nettetaler, weil Inge von den Bruck half, die geplante riesige Auskiesung zwischen Kaldenkirchen und Breyell zu verhindern: Die Ortsvorsteherin von Breyell organisierte den Widerstand mit, brachte die Unterschriften der Nettetaler nach Düsseldorf. Mit Erfolg - keine Auskiesung in Nettetal: "Zusammen mit den Bürgern haben wir da viel erreicht für unsere Stadt."

Nun will Inge von den Bruck mehr für sich tun, "endlich wieder Tischtennis spielen, abends mit Freunden klönen oder einfach mal im Garten sitzen". Die Kommunalpolitik behält sie im Auge. "Ich wünsche mir dabei eins: Einige Politiker sollen endlich die Scheuklappen ablegen und jeweils nach der Sache entscheiden." Zu oft habe sie erleben müssen, dass "gute Ideen angelehnt wurden, bloß weil sie von einer anderen Partei kamen". Kritik im Rückblick, Pläne für die Zukunft - aber was wird sie denn nun vermissen? Inge von den Bruck lächelt und sagt: "Gar nichts."

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