Eine Ausstellung dokumentiert die Ortsgeschichte.

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Stadtarchivar Udo Holzenthal präsentierte die Jubiläums-Ausstellung.

Stadtarchivar Udo Holzenthal präsentierte die Jubiläums-Ausstellung.

Stadtarchivar Udo Holzenthal präsentierte die Jubiläums-Ausstellung.

Anrath. Udo Holzenthal rollt den roten Teppich aus. Die Ausstellung, die Willichs Stadtarchivar ab Donnerstag in der Josefshalle zeigt, führe schließlich geradewegs auf das Festwochenende in Anrath Ende Mai hin. "1000 Jahre Anrath - Eine Zeitreise" sei, sagt Holzenthal, "ein Parforceritt durch die Geschichte des Ortes." Gleich im Duden nachgeschlagen: Parforceritt, ein mit großer Anstrengung unternommener Ritt.

Holzenthal macht aus dieser Anstrengung keinen Hehl, aus seinem Stolz aber auch nicht: "Es ist fast unmöglich, 1000 Jahre in eine solche Ausstellung zu bringen. Aber wir haben es geschafft." Das "Wir" meint den Bürgerverein, der an der Entstehung der Schau erheblichen Anteil hat.

1000 Jahre Anrath, das seien Jahre "voller bewegender Ereignisse, Epochen des Wohlstands, aber auch des Krieges und der Krisen - 1000 Jahre, die aus einer kleinen Rodung einen lebhaften Ort mit rund 11 000 Einwohnern machten". So steht es im Flyer zur Schau.

Die Ausstellung, die Bürgermeister Josef Heyes am Donnerstag um 18 Uhr eröffnet, beginnt mit den Anfängen im Mittelalter und endet im Heute. Holzenthal: "Wir haben auch Aspekte aufgegriffen, die nicht so bekannt sind". Der Heilige Heribert ist dabei, der Begründer der Pfarre, Bauern und Weber, der Rembrandt-Schüler Lambert Doomer, Franzosen, Preußen, schließlich der Industrielle Jakob Krebs.

"Das ist ein Parforceritt durch die Geschichte des Ortes."

Udo Holzenthal, Archivar der Stadt Willich

Die NS-Zeit wird nicht ausgespart, ebenso wenig wie das Schicksal der Juden und die Ansiedlung von Flüchtlingen und Vertriebenen.

Am 29. und 30. Mai wird in der Gaststätte der Josefshalle zusätzlich die Ausstellung "100 Jahre Telefonie in Anrath" gezeigt, Technikgeschichte zum Anfassen. Zu sehen ist eine Vielzahl von Apparaten, Werkzeugen, Prüfgeräten und Bekleidungsstücken aus der Welt der Fernmeldetechnik, die 1910 ihren Einzug in Anrath hielt.

Geschichte soll nicht nur auf Papier erlebbar werden. Es werden Filme gezeigt, einer beispielsweise über einen Tulpensonntagszug in den 80er Jahren. Zeitungen aus der NS-Zeit werden ausgestellt. "Und wir freuen uns auf das Modell des Fleckens Anrath, vier mal zwei Meter groß, das von Schülern der Johannesschule gefertigt wurde," sagt Holzenthal. Mit Hilfe der Potthusaren entsteht eine originalgetreue Zelle des königlichen Gefängnisses. "Jeder 100. Besucher kommt rein", grinst Holzenthal. Die Vorfreude ist spürbar.

Die Öffnungszeiten ab Freitag (bis zum 30. Mai): dienstags bis freitags, 17 bis 19 Uhr, samstags, sonntags und feiertags, 10 bis 17 Uhr, und zum Jubiläumsfest am Samstag, 29. Mai, 15 bis 20 Uhr, sowie am Sonntag, 30. Mai, 11 bis 18 Uhr. Nach dem Festwochenende rollt Udo Holzenthal den roten Teppich wieder ein. Bis dahin aber gibt es 1000 Gelegenheiten für den historischen Spaziergang durch die Ortsgeschichte.

Mehr Informationen zu historischen Themen gibt es beim Stadtarchiv, Telefon 02154/949-605, oder unter archiv@stadt-willich.de

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