Bei den Grabungen am Kreuzweg in Breyell wurden weitere Funde aus der Römerzeit gemacht.

Bei den Grabungen am Kreuzweg in Breyell wurden weitere Funde aus der Römerzeit gemacht.
Auf dem Foto links: Die mittlere der drei römischen Glasscherben ist Teil eines Flaschenbodens, die übrigen sind im Feuer geschmolzen und könnten von einem Trinkglas stammen. Zudem wurde eine Fibel aus Bronze gefunden. Auf dem Foto rechts: Die andere Keramik ist eine Terra-Sigilata-Scherbe, links ist der Rand eines Topfes zu sehen. Beide liegen auf einem Mahlstein aus vulkanischem Stein. Der Spachtel dient zum Größenvergleich.

Auf dem Foto links: Die mittlere der drei römischen Glasscherben ist Teil eines Flaschenbodens, die übrigen sind im Feuer geschmolzen und könnten von einem Trinkglas stammen. Zudem wurde eine Fibel aus Bronze gefunden. Auf dem Foto rechts: Die andere Keramik ist eine Terra-Sigilata-Scherbe, links ist der Rand eines Topfes zu sehen. Beide liegen auf einem Mahlstein aus vulkanischem Stein. Der Spachtel dient zum Größenvergleich.

Auf dem Foto links: Die mittlere der drei römischen Glasscherben ist Teil eines Flaschenbodens, die übrigen sind im Feuer geschmolzen und könnten von einem Trinkglas stammen. Zudem wurde eine Fibel aus Bronze gefunden. Auf dem Foto rechts: Die andere Keramik ist eine Terra-Sigilata-Scherbe, links ist der Rand eines Topfes zu sehen. Beide liegen auf einem Mahlstein aus vulkanischem Stein. Der Spachtel dient zum Größenvergleich.

Anhand der Pfosten (kleine Punkte) werden Häuser rekonstruiert. Zwei Haupthäuser mit Nebengebäuden sind gefunden worden. Die Erdverfärbungen geben einen Brunnen oder eine Feuerstelle an. Quelle: A&S Archäologie/Grafik: Red

Stadt Nettetal, Bild 1 von 3

Auf dem Foto links: Die mittlere der drei römischen Glasscherben ist Teil eines Flaschenbodens, die übrigen sind im Feuer geschmolzen und könnten von einem Trinkglas stammen. Zudem wurde eine Fibel aus Bronze gefunden. Auf dem Foto rechts: Die andere Keramik ist eine Terra-Sigilata-Scherbe, links ist der Rand eines Topfes zu sehen. Beide liegen auf einem Mahlstein aus vulkanischem Stein. Der Spachtel dient zum Größenvergleich.

Breyell. Schicht für Schicht haben sich die Archäologen durch das Gebiet am Kreuzweg in Breyell gebuddelt. Und es hat sich gelohnt. Bei den Ausgrabungen stieß das Team nun auf ein weiteres Haupthaus mit Nebengebäude. Zudem fanden sie einige Keramik- und Glasscherben. Bei dem Fund entdeckte Grabungsleiter Yannick Raczynski-Henk etwas Ungewöhnliches: „Das zweite Hauptgebäude ist auf die gleiche Art und Weise gebaut, wie das erste, allerdings sind die Haustypen unterschiedlich. Das kommt nur sehr selten vor“, sagt der Archäologe, der mit seinem Team nun die Arbeiten in Breyell abgeschlossen hat. Jetzt werden die Funde untersucht, analysiert und katalogisiert. Ersten Erkenntnissen zufolge stammen sie aus der Zeit Ende des 2. oder Anfang des 3. Jahrhunderts nach Christus.

Vermutung liegt nahe, dass an der Stelle reiche Römer gelebt haben

„Eine mögliche Erklärung für die zwei Häusertypen, die nach ersten Schätzungen aus der gleichen Zeit stammen könnten, ist, dass sich ein Einheimischer den Baustil der Römer abgeschaut hat“, erläutert Raczynski-Henk. „Normalerweise entstehen in einer Siedlung nur Häuser des gleichen Typs.“ Bei diesen beiden ist eins jedoch lang und schmal, das andere breiter und kürzer. Bei der Analyse der gefundenen Keramikscherben soll bestimmt werden, ob die Häuser gleichzeitig an der Stelle gestanden haben. „Die Scherben können wir auf etwa fünf bis zehn Jahre genau datieren“, erläutert der Archäologe.

Die Vermutung, dass dort reichere Römer gelebt haben, ist laut Raczynski-Henk weiterhin wahrscheinlich. „Auch das zweite Haus ist unter anderem mit Sand und Kies gebaut worden, was damals nicht zum Standard gehörte“, sagt er. Üblicherweise wurden die Häuser aus einfachen Holzpfosten, Lehm und Stroh gebaut, ähnlich wie Fachwerkhäuser. Da eine große Menge an Dachziegeln gefunden wurde, geht Raczynski-Henk davon aus, dass sie auch als Dach dienten. „Die Römer haben die Ziegeln ansonsten auch gerne zweckentfremdet für Kochstellen“, sagt der Archäologe. „Doch dafür sind es zu viele.“

Als vorbereitende Maßnahme für das geplante Gewerbegebiet gegenüber dem Berger Feld ist seit April die Fläche vom Archäologenteam umgegraben worden. Insgesamt 1,2 Hektar haben die Arbeiter untersucht. Dabei fanden sie zwei Hauptgebäude mit Nebengebäuden, drei Brunnen sowie Scherben und Dachziegeln. Auch eine Fiebel, eine Art Spange, die Kleidung zusammenhielt, ist unter den Funden. In den Brunnen entdeckten die Archäologen zudem Holz.

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