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Die Mitglieder des sozialen Netzwerks Xing verbinden das Angenehme mit dem Nützlichen: kennen lernen und Visitenkarten tauschen.

Die Mitglieder des sozialen Netzwerks Xing verbinden das Angenehme mit dem Nützlichen: kennen lernen und Visitenkarten tauschen.

Simone Bahrmann

Die Mitglieder des sozialen Netzwerks Xing verbinden das Angenehme mit dem Nützlichen: kennen lernen und Visitenkarten tauschen.

Wülfrath. Geschäftig kramen die elf Gäste des Xing-Stammtischs „Leben und Arbeiten im Kreis Mettmann“ in ihren Taschen und zücken schließlich stapelweise Visitenkarten. Dann geht das große Tauschen los. Irgendwie erinnert es an die Schulzeit, als man mit Freunden noch wild um Fußball-Sammelbilder feilschte. Und ähnlich wie damals, wird auch beim Stammtisch des sozialen Netzwerks mit größtem Ernst getauscht.

836 Mitglieder der Gruppe „Leben und arbeiten im Kreis Mettmann“

Worum es geht, wird schnell klar: „Kontakte knüpfen“, sagt Julia Götte, Co-Moderatorin der Gruppe bei Xing. „Vernetzen“, sagt Jutta Korten, in deren Restaurant „Ratskeller“ das Treffen von Wülfrather „Xinglern“ seit einiger Zeit stattfindet. „Leute kennen lernen“, sagt Anna-Lisa Lüdecke, die als selbstständige Fotografin arbeitet und zu Anschauungszwecken einige Arbeitsproben mitgebracht hat. „Ich suche regionale Kontakte“, sagt Dagmar Christiane Flügge, die Werbeflächen vermarktet.

Seit 2007 gibt es die Gruppe „Leben und arbeiten im Kreis Mettmann“ bereits. Inzwischen hat sie 836 Mitglieder. In der Gruppe können sie sich und ihre Arbeit vorstellen, gastronomische Empfehlungen zu Weihnachten abgeben oder über ihre Erwartungen an ihre Mitgliedschaft bei Xing sprechen.

Was sie verbindet ist ihre Suche nach möglichen Geschäftspartnern, viele von ihnen sind selbstständig, arbeiten als Gastronom, Immobilienmakler, Steuerberater oder Unternehmer.

„Der berufliche Aspekt steht im Vordergrund“, sagt die Mettmannerin Dagmar Christiane Flügge über ihren Besuch beim „Stammtisch“, den sie diesmal zum ersten Mal besucht. „Man sieht immer wieder neue Gesichter“, freut sich daher auch Julia Götte. Im Dezember traf sich die Gruppe auf dem Herzog-Wilhelm-Markt, diesmal isst man wieder gemütlich zusammen im Ratskeller.

Inhaberin Jutta Korten ist schon lange bei Xing aktiv. „Ich habe dort ursprünglich einmal Künstler für meine damalige Galerie gesucht“, sagt sie: „Und momentan halte ich dort Ausschau nach Kleinkunstgruppen für den Ratskeller.“

Trotz Internet müsse persönliche Kommunikation noch möglich sein

Die virtuelle Kontaktbörse sei eine interessante Erfindung, das klassische Gespräch könne dadurch jedoch für sie nicht ersetzt werden. „Trotz Email, SMS und sozialen Netzwerken muss persönliche Kommunikation noch möglich sein“, findet sie. Und so ist das Treffen der Xing-Begeisterten trotz allem mehr, als bloßes Geschäft. „Bei einem der letzten Treffen war ein Zugezogener hier, der aus Hamburg nach Ratingen gezogen war und Kontakt gesucht hat“, sagt Julia Götte.

Auch dafür können solche Treffen gut sein. Denn bei Wein, Bier und gutem Essen bleibt es im kleinen, gemütlichen Wülfrath eben doch nicht nur beim Austausch von Visitenkarten und Geschäftsinteressen. „Ich war mal in Düsseldorf bei einem Stammtisch“, erinnert sich Julia Götte: „Da waren damals fast 300 Gäste, eine Unterhaltung war da kaum möglich. Das ist hier definitiv anders.“

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