Jochen Gödde ist einer von zwei Landschaftswächtern. Er kümmert sich um die Schatzkammern der Natur.

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Jochen Gödde lebt und arbeitet im Düsseler Hügelland – umgeben von grünen Wiesen, alten Bäumen und seinen Heidschnucken.

Jochen Gödde lebt und arbeitet im Düsseler Hügelland – umgeben von grünen Wiesen, alten Bäumen und seinen Heidschnucken.

Simone Bahrmann

Jochen Gödde lebt und arbeitet im Düsseler Hügelland – umgeben von grünen Wiesen, alten Bäumen und seinen Heidschnucken.

Wülfrath. Das leicht gewellte Hügelland mit Höhen um 150 bis 250 Meter mit der nach Südwesten abfließenden Düssel gibt Wülfrath seinen landschaftlich getauften Namen: Düsselhügelland. Die Spuren des Kalkabbaus sind aufgrund der weit sichtbaren begrünten Abraumhalden noch zu erkennen.

Diese Reize Wülfraths werden gerne zur Naherholung genutzt. Oft ist es nur ein Schritt aus der eigenen Haustür - und der Blick gleitet über Felder und Wälder. Auch die Tiere fühlen sich wohl. Nicht nur in den Steinbrüchen gibt es sehr seltene Tiere und Pflanzen: Alte, renaturierte Felslandschaften sind Schatzkammern der Natur geworden.

Jochen Gödde lebt inmitten einer solchen Oase in Unterdüssel. Grüne Wiesen, fruchtbare Obstbäume, grasende Heidschnucken und eine kleine Quelle, die in den romantischen Teich direkt vor seiner Tür fließt. Doch der Wülfrather schätzt nicht nur seinen eigenen Garten. Als einer der 22 Landschaftswächter im Kreis Mettmann setzt er sich seit dem Jahr 2005 für die Wertschätzung der Wülfrather Landschaften ein und versucht, den hohen Wohn- und Erholungswert zu bewahren.

Zustand und Entwicklung der Landschaft werden registriert

Von der Unteren Landschaftsbehörde gewählt, wirft Gödde zusammen mit dem zweiten Wülfrather Landschaftswächter, Hans Wolf, auf die Natur der Kalkstadt ein besonderes Auge: Er muss den Zustand und die Entwicklung der Landschaft genau registrieren und auf Veränderungen achten. Naturschutzgebiete, Landschaftsschutzgebiete und Naturdenkmäler bekommen seine volle Aufmerksamkeit. Über die Unterhaltung der Schutzgebiete informiert er regelmäßig die Untere Landschaftsbehörde. Auch auf verbotswidriges Verhalten weisen die beiden Landschaftswächter hin.

Hier ein mahnendes Wort, dort eine höfliche Bitte

Konflikte zwischen der Nutzung der Landschaft durch Menschen und ihrem Schutz bleiben nicht aus. "Ich sehe mich dabei als Moderator", sagt Jochen Gödde. Das heißt: hier mal ein mahnendes Wort, dort mal eine höfliche Bitte - Gehen und Reiten nur dort, wo es Wege gibt. Hunde anleinen und nicht hinter wilden Tieren herjagen lassen. Blumen, nur weil sie mit ihrer Schönheit am Wegesrand entzücken, nicht gleich in die Vase verbannen. Und Schwarzbauten müssen wirklich nicht sein - sie stören nur das Landschaftsbild.

1.In den Naturschutzgebieten auf den Wegen bleiben 2. Pflanzen und Tiere in ihrer Natur respektieren und dort auch lassen 3. Keine Abfälle liegen lassen 4.Hecken und Gebüsche werden nur vom 1. Oktober bis zum 29.Februar geschnitten (Vogelbrutzeit) 5. Reiten nur auf Reitwegen 6.Parken nur auf ausgewiesenen oder befestigten Flächen 7. Wespen und Hornissen nicht voreilig bekämpfen (Artenschutz) 8. Grillen nur auf ausgewiesenen Grillplätzen 9. Bio- und Grünabfälle nicht in die Natur werfen. Zum Kompostieren in die städtischen Wertstoffhöfe bringen oder in die braune Tonne werfen 10. Unnötigen Lärm vermeiden

Dass er sich damit manchmal nicht beliebt macht, weiß der Biologielehrer. "Die Wülfrather müssen die Schönheit und Vielfalt, der Landschaft, die sie umgibt, wahrnehmen und schätzen. Dann gehen sie auch besser damit um", so Gödde. "Ich bin kein Öko-Guru - ich schätze einfach meinen Heimatort."

Selbst Vorbild sein, gehört auch dazu. Als Landschaftswächter braucht der 52-Jährige ein Grundwissen und muss in der "grünen Szene" zu Hause sein. "Man sollte sich mit der Natur auskennen, über Flora und Fauna Bescheid wissen." Und die sei artenreich vorhanden, erklärt er. Eisvogel, Uhu und Hase haben hier ihr Zuhause gefunden. "In anderen Städten findet man kaum noch Hasen." Die Steinbrüche und Wasserflächen, die Felder und Wiesen geben Tier und Pflanze ihren Platz. Von Vorteil ist die große Fläche Wülfraths und die relativ geringe Einwohnerdichte.

Angesichts des Nothaushalts hat Gödde aber die Befürchtung, dass Grünflächen allein wegen der zu erzielenden Einnahmen allzu leicht weiteren Betonflächen weichen müssen. "Man muss auf der Hut sein, wenn man Wülfrath weiter so blühen sehen will."

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