Rund 4000 Jecken trotzten am Rosenmontag der Kälte und pilgerten zum Umzug nach Rohdenhaus. Wegen des Todes von Klaus-Ulrich Jansen trugen einige Trauerflor.

Tradition
Ein Bützchen auf die Freundschaft: Diese drei jungen Damen waren ebenfalls bester Laune.

Ein Bützchen auf die Freundschaft: Diese drei jungen Damen waren ebenfalls bester Laune.

Buntes Gewusel: Zwar war der Rosenmontagszug in Rohdenhaus kürzer als im vergangenen Jahr, doch der Stimmung der Teilnehmer und der vielen feiernden Narren am Straßenrand tat dies keinen Abbruch.

Bahrmann, Simone (simb), Bild 1 von 2

Ein Bützchen auf die Freundschaft: Diese drei jungen Damen waren ebenfalls bester Laune.

Wülfrath. Wenn bunte Maja-Bienen und Harry Potters mit markanter Brille und Zauberstab auf eine Horde Wikinger und pechschwarze Schornsteinfeger treffen, dann befindet man sich entweder in einem skurilen Fantasy-Film – oder es ist wieder Karneval in Rohdenhaus. Denn so farbenfroh und ausgelassen mit kreativen Verkleidungen ging es am Montagnachmittag bei trockener Kälte beim Rosenmontagszug zu.

19 Fußgruppen und Wagen folgten zum Motto „Prinzessin Laura und Prinz Flo, machen die ganzen Jecken froh“ dem Kinderprinzenpaar, das in einem offenen Cabriolet vorausfuhr. Geschätzt 4000 feiernde Menschen hatten sich am Zugweg postiert, und rund 600 Kilogramm Kamelle und anderes Wurfmaterial flogen durch die Luft.

Vor allem für die Zugteilnehmer selbst war der Montag schon der schönste Tag des Jahres. „Es ist hier alles sehr eng und dafür familiär. Einfach eine tolle Atmosphäre“, sagte Gabi Kranz von der Blaskapelle Mettmann, die Klassiker von den Black Fööss und den Höhner anstimmte. Auch die zehnjährige Janine von der Tanzgruppe der Kalkstadt-Narren freute sich. „An so vielen Menschen vorbei zu marschieren, ist schon toll.“

„Jeder kennt hier jeden. Das ist wie bei einer großen Familie.“

Kerstin Decker, Zugteilnehmerin

Der Wülfrather Michael Decker, seinem Beruf entsprechend als Schornsteinfeger verkleidet, kann dies nur bestätigen. „Der Zug bei uns ist sehr individuell, herzlich und familiär. Vor allem sind hier immer sehr viele Kinder dabei, was bei größeren Zügen wie in Köln oder Düsseldorf nicht so gut funktioniert.“ Für seine Ehefrau, ebenfalls in „Berufskleidung“ angezogen, ist es das Entscheidende. „Jeder kennt hier jeden. Das ist wie bei einer großen Familie“, sagt Kerstin Decker.

Auch die Zuschauer waren begeistert von der fröhlichen Stimmung. „Die ganze Stadt trifft sich hier und feiert zusammen. Seit vielen Jahren ist das immer wieder großartig“, sagt Silja Heikaus. Für Dario Neuvians steht auch das ausgelassene Feiern mit seinen Freunden und den Wülfrathern im Mittelpunkt. „Mit so vielen Leuten Party zu machen ist einfach cool.“

Der verstorbene Klaus-Ulrich Jansen wollte, dass Karneval gefeiert wird

Betroffenheit herrschte vor allem bei langjährigen Bekannten und Weggefährten über den Tod von Klaus-Ulrich Jansen, Gründer und Präsident der Kalkstadt-Narren (KSN). „Wir tragen daher alle einen Trauerflor am Arm in Gedenken an Klaus-Ulrich“, sagt Axel Paul, 1. Vorsitzender des Schützenvereins Wülfrath. „Er ist leider viel zu früh gestorben.“

Meinhard Fuest, 2. Vorsitzender der KSN, zeigte sich ebenfalls in Trauer. „Aber es war sein ausdrücklicher Wille, dass wir alle dennoch Karneval feiern. Das hat uns seine Frau versichert. Er war halt ein richtiger Karnevalsjeck.“

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