Stadtentwicklung: Die Unterdüssel GmbH hat für das Luxushotel bereits einen Betreiber, auch Ärzte sind schon verpflichtet. Im Herbst soll’s auf dem Zauberberg losgehen.

Entwurf des Düsseldorfer Architekturbüros Hinrichsmeyer Pilling für die künftige Gestaltung des ehemaligen Klinikgeländes in Aprath mit dem Hotel vorne rechts. 70 Millionen Euro sollen auf dem Zauberberg investiert werden.
Entwurf des Düsseldorfer Architekturbüros Hinrichsmeyer Pilling für die künftige Gestaltung des ehemaligen Klinikgeländes in Aprath mit dem Hotel vorne rechts. 70 Millionen Euro sollen auf dem Zauberberg investiert werden.

Entwurf des Düsseldorfer Architekturbüros Hinrichsmeyer Pilling für die künftige Gestaltung des ehemaligen Klinikgeländes in Aprath mit dem Hotel vorne rechts. 70 Millionen Euro sollen auf dem Zauberberg investiert werden.

Entwurf des Düsseldorfer Architekturbüros Hinrichsmeyer Pilling für die künftige Gestaltung des ehemaligen Klinikgeländes in Aprath mit dem Hotel vorne rechts. 70 Millionen Euro sollen auf dem Zauberberg investiert werden.

Wülfrath. "Wir haben Verträge fürs Hotel, für die Ärzte. Jetzt wird die Finanzierung aufgestellt. Wenn alles klappt, geht’s im Herbst los." Jan van der Beek sprüht vor Selbstbewusstsein. Und wenn der Geschäftsführer der Unterdüssel GmbH über den Zauberberg spricht, funkeln seine Augen. Für ihn und seinen Partner sind die Pläne für die 21Hektar rund um die ehemalige Klinik Aprath längst keine fixe Idee, sondern ein Vorhaben in der Schlussphase vor dem Baustart. 70 Millionen Euro sollen investiert werden. Mit einem Fünf-Sterne-Hotel und Premium-Medizin soll der verträumte Zauberberg betuchte Kunden - vor allem aus Ost-Europa und dem Nahen Osten - anlocken.

Zur Finanzierung soll ein Fonds aufgelegt werden

Die Pläne stehen, die Stadt hat den Bebauungsplan geändert. "Nun müssen wir die Finanzierung sicherstellen", sagt van der Beek im WZ-Gespräch. Diese mit großen deutschen Bankinstituten auf die Beine zu stellen, davon hat sich van der Beek aber inzwischen verabschiedet. "Die haben nichts aus der Krise gelernt", sagt er knapp. Man werde nun einen "eigenen Fonds kreieren". Daran würden die Steuerberatungs- und Wirtschaftsfprüfunggesellschaft Deloitte und eine Gruppe von Sparkassen beteiligt sein. "Die sind nämlich interessiert und nicht arrogant."

Das Projekt steht auf drei Säulen: Privatklinik mit Therapiezentrum, Fünf-Sterne-Hotel und Appartements. Für das Hotel hat van der Beek einen renommierten Partner gewonnen: "Wir haben einen Vertrag mit der Hotel-Managementgruppe aus Atlanta/USA, die auch den Breidenbacher Hof in Düsseldorf managt." 160Zimmer soll das Haus haben - davon 100, die technisch so ausgestattet sind, dass Patienten der Klinik dort residieren können, "wie ganz exklusive Krankenzimmer", sagt van der Beek.

20 bis 25 Betten sind für die Klinik vorgesehen. "Das reicht, weil ja auch das Hotel zu nutzen ist. Und ein Hotelbett ist billiger als ein Bett im Krankenhaus - und es ist komfortabler", so der Unterdüssel-Chef. Die Klinik soll sich zunächst auf "alles rund um den Kopf", wie es van der Beek beschreibt, konzentrieren. Augen, Kieferchirurgie, Dermatologie, ... Die Fachärzte, mit denen man Verträge hat, seien ausgewiesene Experten.

Für die Klinik gelte: "Wir verkaufen auch Service." Daher werde das medizinische Personal auch in dieser Richtung geschult. Van der Beek: "Auch die besten Ärzte sind nicht immer die besten Serviceanbieter."

Die einstige Lungenheilstätte sah sich in den vergangenen Jahren zwei Insolvenzverfahren ausgesetzt. Im ersten Fall konnte die Pleite abgewendet werden, nachdem der holländische Investor Heusden Veste bekanntlich rund 3,7 Millionen Euro eingebracht hatte. Da rund eine Million Euro aus diesem Betrag "verschwunden" war und notwendige Sanierungen nicht getätigt werden konnten, wurde im vergangenen Jahr das zweite Insolvenzverfahren eingeleitet. Ende 2006 musste die Klinik Aprath ihren Pflegeheimbetrieb einstellen.

Die Aprather Höhe wurde bereits 1910 als Krankenhausstandort genutzt - damals als Lungenheilstätte. Nun soll das Areal zukunftsorientiert wiederbelebt werden. Geplant ist eine Privatklinik, ein Therapiezentrum mit Facharztzentrum sowie ein Hotel und Wohnresidenzen, die dem Zentrum angeschlossen sind.

Die geplanten Appartements soll sich an die Generation 55+ richten. Die Bewohner könnten in bester Umgebung leben - "und auch den Service des Hotels in Anspruch nehmen". Der Niederländer setzt auf Synergien: "So gibt es eine Küche für alle Einrichtungen." Damit bekommt auch der Patient in der Klinik Fünf-Sterne-Speisen.

Jan van der Beek ist sicher, dass auch Wülfrath von dem Vorhaben profitieren wird. "Wir schaffen 200 bis 250 Arbeitsplätze." Auch kleinere Unternehmen und Handwerker aus der Region seien gefragt. Die Nähe zu Düsseldorf mache den Standort Wülfrath außerdem interessiert. "Wir werden zum Beispiel einen Shuttle einsetzen: Zauberberg-Wülfrath-Kö", sagt er. Aprath erhalte zudem einen Hubschrauber-Landeplatz, "für die Klienten, die von den Flughäfen in Düsseldorf oder Frankfurt abgeholt werden müssen". Die niederbergische Umgebung, die für einen Gast aus dem Nahen Osten durchaus den Reiz des Außergewöhnlichen hat, ist laut van der Beek ein weiteres Pfund des Standorts. "Das ist so herrlich dort."

Anzeige

 

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer