Wirtschaft: Die Stadtwerke überweisen aus ihrem Gewinn 313000 Euro an die Stadt. Der Plan zur Sicherung des Haushaltes sieht aber 500 000 Euro vor.

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Der Verkauf von Erdgas ist eine der Säulen, auf denen die Stadtwerke Wülfrath stehen. Die städtische Tochtergesellschaft hat im vergangenen Jahr mit Gas, Wasser und Strom mehr als elf Millionen Euro umgesetzt.

Der Verkauf von Erdgas ist eine der Säulen, auf denen die Stadtwerke Wülfrath stehen. Die städtische Tochtergesellschaft hat im vergangenen Jahr mit Gas, Wasser und Strom mehr als elf Millionen Euro umgesetzt.

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Der Verkauf von Erdgas ist eine der Säulen, auf denen die Stadtwerke Wülfrath stehen. Die städtische Tochtergesellschaft hat im vergangenen Jahr mit Gas, Wasser und Strom mehr als elf Millionen Euro umgesetzt.

Wülfrath. Die Stadtwerke machen im Geschäftsjahr 2008 einen Gewinn von rund 900000 Euro (vor Steuern) und beteiligen die Stadt daran. Der Kämmerer darf sich über eine Zahlung von 313000 Euro freuen. Eine Überweisung, die in der Politik sicher wieder für Diskussionen sorgen wird. Denn: Laut Haushaltssicherungskonzept (HSK) sollen die Stadtwerke pro Jahr 500000 Euro Gewinnabführung leisten.

"Wir haben Güter, die wir nur zu bestimmten Preisen auf dem Markt verkaufen können", sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Harald Roedenbeck der WZ. Und dieser Energiemarkt sei bekanntermaßen in Bewegung. Wolle man keine Kunden verlieren, müsse man marktgerechte Preise vorhalten.

Der Umkehrschluss: Soll die im HSK vorgegebene Summe von 500000 Euro an die Stadt überwiesen werden, müssten die Kunden mehr bezahlen. Dass so eine Diskussion in der Öffentlichkeit und im Wahlkampf geführt wird, hält Roedenbeck für unglücklich. Die vom Rat in die Gesellschafterversammlung entsandten Politiker hätten sehr wohl das Gemeinwohl der Kommune im Blick, "sind aber auch wirtschaftlich mitverantwortlich für die Stadtwerke". Und Roedenbeck fügt hinzu: "Wir haben unsere Mutter, die Stadt Wülfrath, immer ordentlich bedacht und Gewinnbeteiligungen abgeführt."

"Wir können auf einige erfolgreiche Jahre zurückblicken"

Roedenbeck legt zum letzten Mal einen Geschäftsbericht vor. Nach mehr als zehn Jahren als Geschäftsführer tritt er zum Ende dieses Jahres in den Ruhestand. 2008, stellt er fest, sei positiv verlaufen. "Insgesamt können wir auf einige erfolgreiche Jahre zurückblicken", sagt er. Und er wünsche sich, dass die Stadtwerke auch in Zukunft als kleines, attraktives und flexibles Unternehmen am Markt agieren werden.

Im vergangenen Geschäftsjahr haben die Stadtwerke einen Umsatz von etwa 11,2 Millionen Euro erzielt. Dieser resultiert aus den Sparten Gas und Wasser sowie aus den abgeschlossenen Dienstleistungsverträgen mit der RWE Rhein-Ruhr AG und der Stadt Wülfrath.

Die Stadtwerke unterhalten im Stadtgebiet mehr als 154 Kilometer Trinkwasser- und Hausanschlussleitungen mit 4249 Hausanschlüssen.

Die Stadtwerke nutzen 130 Kilometer Gasleitung mit 3260 Hausanschlüssen.

Geschäftsführer Harald Roedenbeck scheidet zum Jahresende aus und geht in die Altersteilzeit. Ulrich Siepe und Michael Gallinat werden als Duo die Stadtwerke ab dem 1. Januar 2010 führen.

Aus ihren Umsatzerlösen bezahlen die Stadtwerke auch die Konzessionsabgabe an die Stadt für das Benutzen der städtischen Straßen und Wege: 462000 Euro.

Im vergangenen Jahr haben die Stadtwerke in den Neubau von Verteilungsleitungen, Messeinrichtungen und für den Ersatz veralteter Systeme circa 937000 Euro investiert.

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