Kommunalwahl: Die „Wülfrather Gruppe“ steht vor der Gründung: Sie will vor allen Dingen die Nicht-Wähler für sich gewinnen. In der Initiative wirken neben Vereinsvertretern auch die beiden Ex-Beigeordneten mit.

Wülfrath. Raus aus der Gerüchteküche, rein in den Wahlkampf: Unter dem Arbeitstitel "Wülfrather Gruppe" - offensichtlich eine Reminiszenz an bessere (Wirtschafts-)Zeiten in der Kalkstadt, als die Kalksteinwerke unter eben diesem Namen firmierten - formiert sich eine Wählergemeinschaft. Die Initiatoren der Gruppe haben sich Dienstagabend erstmals getroffen und eine erste Entscheidung gefällt: "Wir wollen bei der Kommunalwahl nach den Sommerferien antreten", sagt Ralph Mielke. Der Ex-Beigeordnete und aktuelle Geschäftsführer der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft ist der Kopf der Gemeinschaft.

"Wir sind eine bunte Truppe aus der Mitte der Wülfrather."

Ralph Mielke

Hinter vorgehaltener Hand wurde seit Wochen über eine Wählergemeinschaft spekuliert, die das bisherige Ratsquintett aus CDU, SPD, DLW, Grüne/WWG und FDP herausfordern wolle. Vermeintliche Bürgermeister-Kandidaten wurden bereits gehandelt. "Da sind Namen gefallen, die nicht mal ansatzweise etwas mit uns zu tun haben", so Mielke.

Darunter war auch der von Wolfgang Peetz, wie Mielke nicht wiedergewählter Beigeordneter. "Peetz gehört zur Initiative. Er ist aber nicht unser Bürgermeister-Kandidat", betont Mielke. Außerdem sei noch gar nicht klar, ob die "Wülfrather Gruppe" (WG) überhaupt einen eigenen Bürgermeisterkandidaten ins Rennen schicken werde.

Mielke: "Das diskutieren wir beim nächsten Treffen." Er schloss aber aus, dass die WG einen der aktuellen vier Bürgermeisterkandidaten unterstützen werde: "Das kann ich mir nicht vorstellen."

Als "bürgerlich" und "in der politischen Mitte angesiedelt" bezeichnet Mielke die WG. "Wir wollen für alle wählbar sein", hält er nichts von Links-Rechts-Kategorien. Ihnen sei wichtig, nicht als "eine Partei anzutreten, die gegen etwas ist. Wir sind für Wülfrath. Wir wollen etwas Positives für die Stadt bewirken."

Die WG wolle dafür ein eigenes Profil mit Alleinstellungsmerkmalen schärfen. Unter der Führung von Axel Paul (Vorsitzender des Schützenvereins) und André Herbes (Immobilienmakler) wird eine achtköpfige Arbeitsgruppe ein Wahlprogramm formulieren.

Die Nicht-Wähler greift Mielke als "unsere hauptsächliche Zielgruppe" heraus. Immer wieder hätten ihn in den vergangenen Wochen und Monaten Leute angesprochen, die nicht wüssten, wen sie in Wülfrath wählen sollten.

"Diese Wahlmüdigkeit und zu befürchtende geringe Wahlbeteiligung sind der eigentliche Antrieb", sagt Mielke, der daran erinnert, das bei der vergangenen Kommunalwahl nur 57 Prozent der Wahlberechtigten mitgestimmt haben. "Die Prognosen für dieses Jahr sind noch geringer. Das ist nicht gut für die Demokratie und nicht gut für Wülfrath."

Eine zweite Arbeitsgruppe "Administration und Verwaltung" befasst sich mit den Vorbereitungen der Kandidatur und

nimmt die städtische Verwaltung unter die Lupe. Die AG besteht aus Mielke, Peetz und Horst Panke, dem ehemaligen Leiter des Wuppertaler Sozialamtes und Dozenten an verschiedenen Fachhochschulen für die öffentliche Verwaltung.

Bisher hat die WG zwölf der 16 Wahlkreise besetzt. Alle Namen sollen noch nicht genannt werden. "Architekten, Ingenieure, Erzieherinnen, Unternehmer, Verwaltungsexperten und andere machen bei uns mit. Wir wollen für alle Fachausschüsse Fachleute benennen können", sagt Mielke. Wer mitmachen möchte, kann sich bei ihm (ab 17 Uhr und am Wochenende) melden: Telefon 0172/ 940 21 14.

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