Sanierung: Das Hallenbad soll neue Umkleiden bekommen. Kostenpunkt: 120000 Euro.

Türen, die klemmen oder nicht zu schließen sind, Türen, die fehlen: Auch den Kindergarten-Kindern Fabienne, Lars, Leni und Julia (v.l.) entgeht nicht, dass die Umkleiden im Hallenbad marode sind.
Türen, die klemmen oder nicht zu schließen sind, Türen, die fehlen: Auch den Kindergarten-Kindern Fabienne, Lars, Leni und Julia (v.l.) entgeht nicht, dass die Umkleiden im Hallenbad marode sind.

Türen, die klemmen oder nicht zu schließen sind, Türen, die fehlen: Auch den Kindergarten-Kindern Fabienne, Lars, Leni und Julia (v.l.) entgeht nicht, dass die Umkleiden im Hallenbad marode sind.

Simone Bahrmann

Türen, die klemmen oder nicht zu schließen sind, Türen, die fehlen: Auch den Kindergarten-Kindern Fabienne, Lars, Leni und Julia (v.l.) entgeht nicht, dass die Umkleiden im Hallenbad marode sind.

Wülfrath. Das Scharnier von Schrank Nummer 218 ist verbogen. Nummer 578 hat gar keine Tür mehr. Abgebrochene Kanten. Die Bänke zwischen den Schränken wackeln. Auf den ersten Blick wird jedem Besucher deutlich: Die Umkleidekabinen im Hallenbad haben nicht nur den angestaubten Charme der 70er Jahre, sie sind auch baulich dringend sanierungsbedürftig. 120000 Euro will die Stadt dafür in diesem Jahr investieren. Eine Notwendigkeit, die im Ausschuss für Freizeit, Kultur und Sport nicht jedem Politiker sofort klar war.

"Wir haben in den letzten Jahren doch schon komplett saniert. Warum muss das schon wider sein?", fragte beispielsweise Manfred Tweer (Grüne/WWG) kritisch nach. Dass bereits im Haushaltsplan für das vergangene Jahr 60000 Euro für die Sanierung des Umkleidetrakts eingesetzt waren, hatte er offenbar übersehen.

Schulverwaltungs- und Sportamtsleiter Dietmar Ruda hatte aber eine Vielzahl guter Argumente parat - und den Hinweis, dass die Umkleiden aus Kostengründen bei den großen Sanierungsmaßnahmen 2000/2001 und 2007 ausgenommen wurden. Ruda: "Jetzt muss es aber sein."

"Alles ist alt und marode."

DietmarRuda, Sportamtsleiter über die Hallenbad-Umkleiden aus dem Jahr 1970

Und um eine Sanierung aus einem Guss zu gewährleisten, hat die Stadt sinnvollerweise das Geld aus der Sportpauschale des Landes angespart: 60000 Euro in 2008, 60000Euro in 2009 - macht 120000 Euro, "damit es nicht Flickwerk bleibt", so Dietmar Ruda.

Mehr als vier Millionen Euro hat die Sanierung und Attraktivierung des Hallenbades in den vergangenen acht Jahren gekostet. 2000 wurde mit der Umsetzung der "kleinen Lösung" begonnen: Es wurde zum Beispiel der Mutter/Kind-Bereich geschaffen, die Außenterrasse angelegt. Die Sauna konnte eröffnet werden. In 2007 erhielt die Wasserwelt ihre "Edelstahlwanne" und eine neue Wassertechnik. Und jetzt soll der Umkleidetrakt entkernt und vollkommen neu und zeitgemäß aufgebaut werden.

Auch Rohre und Ausflüsse mussen repariert werden

Für dieses Jahr rechnet die Stadt mit 45000 Besuchern im Hallenbad. 3000 mehr als im vergangenen Jahr. Die hohe Besucherzahl wurde 2008 tatsächlich erreicht, wie Amtsleiter Dietmar Ruda der WZ bestätigte. Damit haben sich die erhöhten Eintrittsgelder nicht negativ ausgewirkt. Für die Sauna wird in diesem Jahr mit 3800 Besuchern kalkuliert - 300 mehr als im Vorjahr.

Auf rund 300000 Euro wird im Haushaltsplanentwurf 2009 der Zuschussbed arf für die Wasserwelt beziffert - 15000Euro mehr als für 2008 erwartet wurde. Insgesamt würde aber der Gesamtaufwand je Nutzungsstunde sinken: Lag dieser 2008 bei 214 Euro, soll er in diesem Jahr 192 Euro betragen.

"Hier eine Tür ersetzen, da etwas verbessern - das bringt nichts", so Ruda. Nicht nur an dem Schranksystem aus dem Jahr 1970 ist die Zeit nicht spurlos vorüber gegangen. Die Heizungen sind defekt. Ausflüsse sind dahin. Es gibt mehrere Rohrbrüche. Ruda: "Alles ist alt und marode." Um diesen Trakt daher den Ansprüchen gerecht herzurichten, wurde der Betrag angespart.

Wann mit den Arbeiten begonnen werden soll und wie lange diese dauern könnten, ist laut Ruda nicht absehbar. "Aber wir wollen in diesem Jahr damit anfangen", betont er. Und zumindest nach der Diskussion im Ausschuss sprach sich niemand mehr gegen dieses Anliegen aus.

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