Auslichtung: Entlang des Akazienwegs mussten 20 Bäume gefällt werden. Sie standen dicht an dicht und nahmen sich die Nährstoffe weg.

Detlef Tschediks Motorsäge hat ganze Arbeit geleistet. Die meterhohe Birke fällt.
Detlef Tschediks Motorsäge hat ganze Arbeit geleistet. Die meterhohe Birke fällt.

Detlef Tschediks Motorsäge hat ganze Arbeit geleistet. Die meterhohe Birke fällt.

Simon Bahrmann

Detlef Tschediks Motorsäge hat ganze Arbeit geleistet. Die meterhohe Birke fällt.

Wülfrath. Wenn es Bäumen an den Kragen, respektive an den Stamm geht, reagieren viele Leute oft allergisch. So auch eine Anwohnerin des Akazienwegs, die anrief und von einer Fällaktion direkt vor ihrer Haustür berichtete. Zig Bäume seien dort den Motorsägen zum Opfer gefallen.

Die Aufklärung lieferte Frank Küppersbusch, Leiter des städtischen Bauhofes: "Zweimal im Jahr kontrollieren wir den Baumbestand. Den Akazienweg haben wir schon länger im Auge, weil in den Wipfeln zunehmend Totholz gefunden wurde. Das heißt: abgestorbene Äste mit einer Dicke von bis zu 15 Zentimetern. Einige junge Bäume waren sogar komplett tot. Wir hatten gehofft, dass sich das Ganze selbst reguliert. Vergebens. Wir mussten nun aktiv werden."

Auf dem dünnen Grünstreifen gab es einfach zu viele Bäume

Einerseits wäre sonst das Sterben weitergegangen, andererseits die Verkehrssicherheit nicht mehr gewährleistet gewesen. "Schließlich sind wir hier nicht im Busch, wo keiner eingreifen würde, sondern in einer Wohngegend."

Auf dem dünnen Grünstreifen zwischen Gehweg und Straße gab es einfach zu viele Bäume. "Sie rieben sich aneinander tot und nahmen sich Nährstoffe und Wasser gegenseitig weg", beschreibt Küppersbusch. "Zudem hatten jüngere Bäume gegen die alten keine Chance. Gegen das dichte Kronendach war für sie von unten kein Durchkommen."

Rund 20 Bäume - Weiden, Birken, Ahorn - mussten während dieser "Auslichtungsarbeiten", die noch in dieser Woche beendet sein sollen, ihr Leben lassen. Denn laut Landesgesetz dürfen solche Arbeiten nur bis Ende Februar stattfinden. Nicht zuletzt, weil die Brutsaison bevorsteht. "In Notfällen können wir natürlich jederzeit aktiv werden", so Frank Küppersbusch. "Ansonsten aber gilt: nur von Oktober bis Februar."

2786 Bäume umfasst das so genannte Baumkataster. Das heißt: 2786 Bäume befinden sich auf städtischem Gebiet - entweder entlang von Straßen oder in öffentlichen Grünanlagen.

In Paragraf 3 heißt es, dass es verboten ist, geschützte Bäume zu entfernen, zu zerstören, zu schädigen oder ihren Aufbau wesentlich zu verändern. "Hierunter fallen nicht die üblichen Pflegemaßnahmen, Erhaltungsmaßnahmen, Maßnahmen . . . der ordnungsgemäßen Gestaltung, Pflege sowie Sicherung von öffentlichen Grünflächen . . . Erlaubt sind ferner unaufschiebbare Maßnahmen zur Abwendung einer unmittelbar drohenden Gefahr". In Paragraf 4 sind dazu Bespiele genannt wie "wenn der Baum krank ist", "von dem Baum Gefahren für Personen oder Sachen ausgehen".

Weitere Aktionen sind nicht geplant. Nur einzelne Bäume im Bereich der Deponie Hammerstein stehen noch auf der Liste.

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