Wann eine Entscheidung über die Arbeitsplätze fällt, ist weiter offen. Der Betriebsrat fordert als erste Priorität eine Transfergesellschaft.

Um die Mieten zu senken, könnten laut Betriebsrat die Hallen 1 bis 3 – darunter auch die alte Hebmüller-Halle – aufgegeben werden. Produziert wird dort schon heute nicht mehr.
Um die Mieten zu senken, könnten laut Betriebsrat die Hallen 1 bis 3 – darunter auch die alte Hebmüller-Halle – aufgegeben werden. Produziert wird dort schon heute nicht mehr.

Um die Mieten zu senken, könnten laut Betriebsrat die Hallen 1 bis 3 – darunter auch die alte Hebmüller-Halle – aufgegeben werden. Produziert wird dort schon heute nicht mehr.

Simone Bahrmann

Um die Mieten zu senken, könnten laut Betriebsrat die Hallen 1 bis 3 – darunter auch die alte Hebmüller-Halle – aufgegeben werden. Produziert wird dort schon heute nicht mehr.

Wülfrath. Eine niedrige Halle. Die Decke gespickt mit Leitungen und Rohren. In Reih und Glied stehen alte Maschinen, für die der Insolvenzverwalter Käufer sucht. In der so genannten Hebmüller-Halle - benannt nach dem gleichnamigen Autobauer - scheint die Zeit still zu stehen. Industrieromantik.

Doch romantisch ist im Wülfrather tedrive-Werk niemandem zu Mute. Seit 14 Monaten läuft das Insolvenzverfahren. 14 Monate, in denen die mehr als 600 Mitarbeiter jeden Tag um ihren Job fürchten. Das wird wohl auch noch eine gewisse Zeit so bleiben. "Wir können den Kollegen nicht sagen, wann eine Entscheidung fällt", so Betriebsratsvorsitzender Ahmed Yildiz zur WZ.

Was für den Arbeitnehmervertreter aber klar ist: Um für neue Verträge die Zustimmung des Betriebsrates zu erhalten, muss eine Forderung erfüllt werden. "Für die Kollegen, die im neuen Unternehmen nicht mehr beschäftigt werden, muss für die Dauer von zwölf Monaten eine Transfer- und Qualifizierungsgesellschaft gegründet werden", so Yildiz.

80 Prozent der heutigen Bezüge sollen sie dann erhalten. "Diese Forderung hat für uns erste Priorität." Das habe er auch der Belegschaft in der vergangenen Woche bei einer Betriebsversammlung gesagt.

Insolvenzverwalter verhandelt, gibt über Details aber keine Auskunft

An dieser Versammlung hatte auch Insolvenzverwalter Ringstmeier teilgenommen. Dessen Sprecher Thomas Schulz sagt auf Nachfrage, "dass die Gespräche weit gediehen sind". Über Details könne nicht gesprochen werden. Wie die WZ aus dem Umfeld der Versammlungsteilnehmer erfahren hat, ist unverändert das Orlando-Paket das Problem. Die Münchener Investoren sind Eigner der Immobilien und Patenrechte. Über die Höhe der Mietzahlungen wird weiter gestritten.

Im November 2008 hat die damalige Geschäftsführung Insolvenzantrag gestellt. Die Chefs forderten damals Restrukturierungsmaßnahmen. Von den damals 680 Beschäftigten sollten nur 250 ihren Job behalten.

Te-Wu heißt die Firma, die Orlando-Management gegründet hat und in deren Besitz die Immobilien und Patentrechte sind. Sie fordern Mieten und Lizenzgebühren in Millionenhöhe.

Dass die Mieten niedriger werden, soll laut Yildiz zum Beispiel dadurch erzielt werden, dass sich tedrive "kleiner setzt". Die Hallen 1 bis 3 - darunter auch die Hebmüller-Halle - sollen aufgegeben werden. Produziert wird dort heute schon nicht mehr. "Fakt ist doch, dass wir weniger Mitarbeiter haben werden", sagt Ahmed Yildiz.

Das Fortführungskonzept des Betriebsrats sieht vor, dass 325 Mitarbeiter von heute 617 gehalten werden können. Für die anderen sei die Transfergesellschaft umso wichtiger, "um eine Perspektive zu erhalten".

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