Die designierten neuen Bosse an der Henry-FordII-Straße pokern.

Das Werk Wülfrath: Die Mieten sind hoch.  (Archiv
Das Werk Wülfrath: Die Mieten sind hoch. (Archiv

Das Werk Wülfrath: Die Mieten sind hoch. (Archiv

Simone Bahrmann

Das Werk Wülfrath: Die Mieten sind hoch. (Archiv

Wülfrath. Das hat schon was: Rainer Greiss, der zu Visteon-Zeiten (der Ford-Nachfolger) Werksleiter an der Henry-FordII-Straße war, ist dort wieder fast ein Stammgast. Er gehört zu den Investoren, die tedrive übernehmen wollen. Doch ganz so schnell geht das nicht...

Nach Infos der WZ besteht "Te-Wu" - eine von tedrive-Eigner Orlando Management gegründete Tochterfirma - darauf, dass die neuen Besitzer Mietzahlungen in unverminderter Höhe leisten. Die WZ hatte bereits vor einem Jahr enthüllt, dass tedrive Mieten und Patentlizenzgebühren in Millionenhöhe an eine Orlando-Tochter entrichten muss.

Nach Informationen der WZ ist Greiss Geschäftsführer der neu gegründeten tedrive Steering Systems (WZ-exklusiv vom 23. Oktober). Diese will den Standort Wülfrath übernehmen. Der Sprecher des Insolvenzverwalters hatte knapp kommentiert: "Es zeichnet sich eine Lösung ab." Dass diese nicht zügig zu erreichen ist, hat offenbar mit den Mieten zu tun.

Die Investoren und die aktuellen Eigner haben in Verhandlungen über die Miete keine Einigung erzielt. Eine Konsequenz daraus: Die potenziellen Investoren schauen sich in der Region um, wo sie Hallen anmieten können. Darüber wurde auch schon Bürgermeisterin Claudia Panke informiert.

Panke: "tedrive-Fortzug wäre eine Katastrophe"

Wülfrath ohne den Automobilzulieferer? Eine Drohkulisse oder eine realistische Alternative? "Auf jeden Fall wäre es schlimm für den Standort", heißt es aus dem Betriebsrat. Das weiß auch die Bürgermeisterin. "Das wäre eine echte Katastrophe." Über Treffen und Gespräche hat sie mit den Gesprächspartnern Stillschweigen vereinbart.

Sie versichert aber, "dass auf verschiedenen Ebenen ganz hart an einer Lösung für Wülfrath gearbeitet wird". Der Insolvenzverwalter bekräftigt gegenüber der WZ die bestehende Sprachregelung, nach der sich eine Lösung abzeichnet. Vielleicht werde da auch gepokert. "In Zeiten der Wirtschaftskrise läuft kein Insolvenzverfahren ganz leicht ab", sagte der Sprecher des Insolvenzverwalters.

In Sachen Arbeitsplatzabbau gibt es keine neuen Hinweise, wann dieser gestartet werden soll. Aus Gewerkschaftskreisen ist zu vernehmen, dass die unbefristet Beschäftigten mit der kompletten Weihnachtsgeldzahlung rechnen dürfen, sollte bis zum 15. November keine Kündigung ausgesprochen werden.

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