Vereine: Grund sind die Nutzungsgebühren für die städtischen Hallen.

TBW-Vorsitzender Rolf Tiebel befürchtet weitere Gebührenerhöhungen.  (Archiv
TBW-Vorsitzender Rolf Tiebel befürchtet weitere Gebührenerhöhungen. (Archiv

TBW-Vorsitzender Rolf Tiebel befürchtet weitere Gebührenerhöhungen. (Archiv

Simone Bahrmann

TBW-Vorsitzender Rolf Tiebel befürchtet weitere Gebührenerhöhungen. (Archiv

Wülfrath. "Der Rat weiß gar nicht, was hier geleistet wird", sagt Ulli Hill, Vorstandsmitglied des Turnerbundes (TBW), während der außerordentlichen Mitgliedersammlung. Seine Wut richtet sich gegen einen Ratsbeschluss noch aus dem vergangenen Jahr.

Kurz vor Weihnachten hatte der Rat der Stadt mit Blick auf die angespannte Haushaltslage eine Nutzungsgebühr für Sporthallen verabschiedet. Die Rechnung muss künftig unter anderem der 1700 Mitglieder starke TBW zahlen. Peilt der Turnerbund die Mehrkosten über den Daumen, rechnet er mit bis zu 18000 Euro.

Denn für eine Stunde Sport in einer Wülfrather Sporthalle stellt die Stadt einer Gruppe Jugendlicher künftig 1,50 Euro in Rechnung, für Erwachsene wird sogar das Doppelte fällig. "Die Mitglieder des TBW tun etwas für die Gesundheit und holen die Kinder von der Straße. Und dann das", schimpfte Uli Hill.

Wie hoch die städtische Rechnung im Detail ausfällt, wird der Vorstand erst im Juli Schwarz auf Weiß sehen. Doch eines ist schon jetzt klar: Um eine Erhöhung der Mitgliederbeiträge kommt der Verein nicht herum.

Mehrere Optionen der Erhöhung hatten die Abteilungsleiter bei einer Sitzung zwei Tage nach dem Ratsbeschluss ausgearbeitet. Einstimmig nahmen die 55 Mitglieder, die am Montagabend die Versammlung im Heim der Arbeiterwohlfahrt besucht hatten, die "moderate Variante" an. Das heißt: Künftig liegen die Beträge für Jugendliche, Studenten bis 27Jahre bei 90 Euro (vorher 77Euro), Erwachsene zahlen 115Euro (vorher 100), Familien zahlen 225 Euro (vorher 210), und für passive Mitglieder kostet es 50 Euro (vorher 41).

Insgesamt verwaltet der Turnerbund einen Umsatz von 250000 Euro

Der höhere Betragssatz soll schon Ende dieses Monats abgehalten werden, da der Verein die anfallenden Verbandskosten zahlen muss. Auch diese, so Rolf Tiebel, seien von 1999 bis 2007 um 55 Prozent erhöht worden. Daher vermute der Vorsitzende, dass "dies nur der Einstieg in die Gebührenerhöhung ist."

Insgesamt verwaltet der TBW einen Umsatz von rund 250000Euro. Da dies das ehrenamtliche Engagement übersteige, plant der Verein, damit ab Frühjahr 2010 eine professionelle Kraft für die Finanzen zu beauftragen. Näheres dazu gibt es auf der Jahreshauptversammlung im April.

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