Der Eigentümer möchte eine Lösung für das Gebäude der einstigen Baumschule Wachsmann, die Stadt auch. Allerdings gibt es viele rechtliche Hindernisse für ein Bauvorhaben.

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Die Ruine des früheren Wachsmann-Wohnhauses bietet ein trauriges Bild am Ortseingang. Bei Bauarbeiten 2002 stürzte eine Wand ein – daraufhin wurde der Bestandsschutz für die im Außenbereich liegende Immobilie gestrichen, die Baugenehmigung war hinfällig. Vergeblich wurde bislang nach einer Lösung gesucht.

Die Ruine des früheren Wachsmann-Wohnhauses bietet ein trauriges Bild am Ortseingang. Bei Bauarbeiten 2002 stürzte eine Wand ein – daraufhin wurde der Bestandsschutz für die im Außenbereich liegende Immobilie gestrichen, die Baugenehmigung war hinfällig. Vergeblich wurde bislang nach einer Lösung gesucht.

Simone Bahrmann

Die Ruine des früheren Wachsmann-Wohnhauses bietet ein trauriges Bild am Ortseingang. Bei Bauarbeiten 2002 stürzte eine Wand ein – daraufhin wurde der Bestandsschutz für die im Außenbereich liegende Immobilie gestrichen, die Baugenehmigung war hinfällig. Vergeblich wurde bislang nach einer Lösung gesucht.

Wülfrath. Langsam wächst das Grundstück zu. Die Hecken werden höher, die Ruine ist kaum noch zu sehen. Seit mehr als sieben Jahren hat sich an dem baulichen Zustand des einstigen Haupthauses der Baumschule Wachsmann an der Mettmanner Straße nichts mehr geändert. Eine unbefriedigende Situation - für den Besitzer der Immobilie und für die Stadt.

"Der Eingangsbereich der Stadt lässt an dieser Stelle zu wünschen übrig", stellt beispielsweise der Planungsexperte der SPD, Axel C. Welp, fest. Und nicht nur er fordert, dass eine Lösung gefunden werden muss. Das sieht Fred Kolberg, der Besitzer der Immobilie, nicht anders: "Natürlich sind wir an einer Lösung interessiert."

Unternehmer Kolberg steckte schon 1,6 Millionen Euro in das Vorhaben

Mehr als 1,6 Millionen Euro hat der Wülfrather Unternehmen inzwischen in die "Causa Wachsmann-Gelände" gesteckt - mehr als eine halbe Million Euro davon in noch nicht beendete Gerichtsverfahren. Immer noch klären Juristen, wer Schuld daran trägt, dass die Baustelle 2002 stillgelegt werden musste.

Ein Rückblick: Die Baugenehmigungen waren erteilt. Kolberg wollte das alte, baufällige Haus von Grund auf sanieren, umbauen, erweitern. Bei den Arbeiten dazu war eine Wand eingestürzt - und damit auch tragende Konstruktionselemente. Die Baugenehmigungsbehörde wertete das als derart massiven Eingriff, dass der Bestandsschutz für das gesamte Haus gestrichen wurde. Ein Verwaltungsgericht bestätigte damals die Einschätzung der Stadt.

2004 gab es den letzten Vorstoß, auf dem Areal etwas zu realisieren. Dafür wäre eine Änderung des Flächennutzungsplans nötig gewesen: Der sah auf dem Gelände zwischen Mettmanner Straße und Föhrenweg eine kleine Wohnsiedlung auf etwa 19.000 Quadratmetern vor. Auch im Plan: ein Kreisverkehr. Im damals tobenden Kommunalwahlkampf war die Planung schnell vom Tisch. Anwohner beklagten sich. Grundstückbesitzer wollten nicht mitziehen. Eine Beschlussvorlage wurde von der Verwaltung zurückgezogen.

Fred Kolberg wollte nach eigenen Angaben nach dem Erwerb der Wachsmann-Immobilie vor allem ein neues Wohnhaus errichten. Andere Optionen wie ein kleines Hotel hatten sich bereits vor Baubeginn 2002 zerschlagen. "Das ist kein Thema mehr", so Kolberg.

Das Haus wieder zu errichten, ist Kolbergs Vorstellung auch heute noch - schließlich wurden die Pläne schon einmal genehmigt. Er könnte sich auch in Teilen eine gewerbliche Nutzung vorstellen. Eine Idee: In Wülfrath könnte eine Tochterunternehmung seiner Firma Bütec (Bühnensysteme in Mettmann) vorstellen - wie einen Bühnenverleih. Kolberg: "Aber über alles kann gesprochen werden. Hauptsache, es kommt Bewegung in die Angelegenheit."

"In der Folge haben immer wieder Politiker mit mir gesprochen und angekündigt, etwas unternehmen zu wollen. Passiert ist aber nie etwas", sagt Kolberg im WZ-Gespräch. Er sagt es ohne Zorn, wohlwissend, dass das Wachsmann-Gelände aus Sicht der Gesetzgebung ein schwieriger Fall ist.

Im Rathaus steht das Thema aber wieder auf der Agenda. Das bestätigte auf Nachfrage Bürgermeisterin Claudia Panke. "Mit einer einfachen Bebauungsplanänderung wäre es nicht getan", sagt sie. Für diese müsse es nicht nur die Zustimmung der Nachbarn geben. "Das ist Außenbereich. Der Kreis Mettmann und die Bezirksregierung müssten ebenfalls eingebunden werden", so Panke.

Denkbar könnte sein, dass ein so genanntes privilegiertes Bauprojekt realisiert werden dürfte - ein landwirtschaftlicher Betrieb, eine Gärtnerei. "Das wird aber geprüft. Sicher ist, dass es viele Hindernisse für ein Bauvorhaben gibt." Sie bekräftigt aber, dass auch die Stadt ein Interesse hat, dass der Schandfleck am Ortseingang beseitigt wird. Panke: "Wir sind da auf dem Weg."

Welp sagt der WZ, dass zum Beispiel eine Wohnbebauung mit einem durch Investoren finanzierten Kreisverkehr durchaus eine erstrebenswerte Lösung sein könnte.

"Ich bin an einer Lösung interessiert, die alle Seiten zufriedenstellt", sagt Kolberg. Für ihn sei es wichtig, "endlich eine Richtung zu finden, in die man gehen kann". Er wolle da "etwas vollenden, was auch repräsentativ am Ortseingang sein kann".

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