Klassen werden nicht mehr täglich gereinigt. Schuld sind die hohen Kosten.

Die Realschule Bergstraße: Hier wird weniger geputzt.
Die Realschule Bergstraße: Hier wird weniger geputzt.

Die Realschule Bergstraße: Hier wird weniger geputzt.

Simone Bahrmann

Die Realschule Bergstraße: Hier wird weniger geputzt.

Wülfrath. Während auf den Fluren des Gymnasiums die Reinigungskräfte den Boden wischen, diskutiert der in der neuen Mensa tagende Schulausschuss in deutlichen Worten über die Sauberkeit der Wülfrather Schulen.

"Es kann nicht sein, dass unsere Kinder im Dreck leben müssen", sagt Petra Weskott von den Grünen, und CDU-Ratsmitglied Dunja Baumhardt berichtet von einem Fall, in dem eine Lehrerin ihren eigenen Staubsauger in die Schule mitbrachte.

"Es kann nicht sein, dass unsere Kinder im Dreck leben müssen."

Petra Westkott, Ratsmitglied

Für den Leiter der Realschule, Frieder Winterberg, sind diese Probleme nicht neu. Schon mehrfach habe es Schwierigkeiten mit dem Unternehmen gegeben, das an der Theodor-Heuss-Schule für die Sauberkeit zuständig ist. "Das Unternehmen, das bei uns putzt, ist absolut unzuverlässig", klagt er.

Natürlich verstehe er, dass aufgrund der leeren Kassen der Kommune gespart werden müsse. "Aber wir gehen alle in den Ganztagsbereich, da wird es in Zukunft noch mehr Dreck geben."

Aufgrund des Kostendrucks werden nur noch Sanitätsräume und Flure jeden Tag gereinigt, Klassenräume nur noch zweieinhalb Mal pro Woche. "Und das soll jetzt auch noch reduziert werden?", fragt Winterberg. Schon jetzt seien die Intervalle viel zu knapp.

Die Stadt sieht jedoch weiterhin wenig Spielraum. "Wir müssen jedes Jahr fünf Prozent der Kosten im Schulbereich einsparen, das müssen wir umsetzen", sagt Hans Werner van Hueth und bekam Unterstützung von Schulverwaltungsamtleiter Dietmar Ruda: "Wenn wir durch eine neue Ausschreibung für die Schulreinigung zehn Prozent sparen könnten, würde sich der Kämmerer sicherlich freuen."

Zumindest die Qualität sollte stimmen

Dabei käme auch eine europaweite Ausschreibung in Betracht, die der Schulausschuss-Vorsitzende Martin Sträßer aber skeptisch sieht: "Ich bin für kleine, regionale Unternehmen, auf die man einen direkteren Zugriff bei Problemen hat." Da an der Quantität der Reinigung momentan nichts geändert werden könne, solle zumindest die Qualität stimmen. "Auch jetzt schon", wie Sträßer betont.

Zumindest am Gymnasium ist an diesem Abend von Schmutz wenig zu sehen. Die frisch sanierte Schule zeigt sich bei einem Rundgang des Schulausschusses von ihrer besten Seite.

Aus dem Silentium ist durch die seit 2009 durchgeführten Sanierungsarbeiten ein großer, heller Lernraum geworden, die Außenfassade strahlt in kräftigem Rot und hellem Grau, die Mensa wirkt mit ihren bunten Stühlen und hellen Farben mehr als einladend. Für dieses Jahr sind die energetischen Sanierungsarbeiten nahezu abgeschlossen.

"Nach Abschluss der Maßnahmen 2013 haben wir eine CO2-Reduktion von 102 Tonnen pro Jahr", freut sich GWG-Chef Juan-Carlos Pulido. Auch die PCB-Werte konnten in den sanierten Teilen des Gebäudes gesenkt werden.

"In unserem Probesanierungsraum sank der Wert von 250 Nanogramm auf 80 Nanogramm", sagt Umweltreferent Andreas Bornemann: Eine Gesundheitsgefahr bestand bei diesen Werten jedoch zu keinem Zeitpunkt.

Das Sauberkeitsproblem versucht Rektorin Erika Winkler am Gymnasium durch Prävention in den Griff zu bekommen. An der Wand hängen Schilder, die auf die Sauberkeit hinweisen: "Fühl dich wie zu Hause, aber benimm dich nicht so", steht da, und an der Wand hängt ein offener Brief der Schülervertretung, die die Schüler bittet, sich doch zu benehmen.

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