Auf dem Karlshauser Weg ist jetzt Halten verboten. Der Voisberger Weg wird nicht ausgebaut.

Nur mit Mühe zwängt sich der Transporter durch den engen Karlshauser Weg, der durch parkende Autos am rechten Fahrbahnrand noch enger wird.
Nur mit Mühe zwängt sich der Transporter durch den engen Karlshauser Weg, der durch parkende Autos am rechten Fahrbahnrand noch enger wird.

Nur mit Mühe zwängt sich der Transporter durch den engen Karlshauser Weg, der durch parkende Autos am rechten Fahrbahnrand noch enger wird.

Simone Bahrmann

Nur mit Mühe zwängt sich der Transporter durch den engen Karlshauser Weg, der durch parkende Autos am rechten Fahrbahnrand noch enger wird.

Wülfrath. Ganz langsam manövriert sich der Transporter durch die Wohnsiedlung. Der Fahrer ist hoch konzentriert. Seine Augen haben alles im Blick: den Bordstein links, das Straßenkissen voraus und - vor allem - die parkenden Autos rechts. Als es auf eines der Kissen geht, wird es noch brenzliger.

Der Transporter neigt sich leicht zur Seite, und der VW am rechten Fahrbahnrand scheint gefühlt noch näher zu sein, als er es ohnehin schon ist.

Solche Szenen spielen sich auf dem Karlshauser Weg tagtäglich ab. Insbesondere in dem Teilstück bis zur Einmündung Frowinkelshäuschen, dort, wo die Mittelinsel aufhört, ist fahrerische Präzisionsarbeit angesagt. Während die Durchfahrt mit dem normalen Pkw noch funktioniert, wird es bei größeren Autos schon problematischer.

Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr, Müllwagen oder Wohnmobile haben keine Chance. Erst recht nicht, wenn’s im Rettungsfall schnell gehen muss. Dann klappt es - wenn überhaupt - nur über den Bordstein der Mittelinsel.

Die Ausschussmitglieder trafen sich zum Ortstermin

Am Dienstag machte sich der Verkehrsausschuss vor Ort ein Bild und kehrte mit der Erkenntnis ins Rathaus zurück, dass etwas passieren muss. Zumal die halbseitig auf dem rechten Bürgersteig parkenden Autos auch noch die Fußgänger behindern und die Garageneinfahrten erschweren. Zwei Möglichkeiten standen zur Wahl:

Die Verwaltung wurde beauftragt, sich Gedanken über eine barrierefreie Oberfläche zu machen: Welche Alternativen gibt es? Wie hoch ist der Quadratmeterpreis? Zunächst war die Rede von einer Komplettverfugung der Natursteinpflasterung und eine Glättung eines Gehstreifens für 60- bis 85.000 Euro. Zu teuer, sagte der Ausschuss.

Laut Ordnungsamtsleiter Reinhard Schneider ist nicht die Ampelschaltung Schuld für die Behinderungen. "Die Standzeiten deswegen sind minimal." Grund seien die Haltestelle Hammerstein, die Tankstelle, der aus der Tönisheider Straße einbiegende Lkw-Verkehr, das Autohaus Thiel, die Auffahrt zum Rathaus und die Linksabbieger in die Bahnhofstraße. Das habe eine Ortsbehung mit dem Landesbetrieb Straßen NRW ergeben.

der Rückbau der Mittelinsel für etwa 7500 Euro oder ein Halteverbot, für das lediglich ein Schild installiert werden muss. Der Ausschuss entschied sich für letztere Lösung - auch wegen der Haushaltslage, in der mit jedem Cent gerechnet werden muss,

"Bei zwei, drei Autos pro Familie ist ein solches Problem heutzutage kaum noch zu lösen", sagte Planungsamtsleiterin Christiane Singh. "Aber ein Haltverbot ist zumindest eine kurzfristige Lösung, die den Leuten hilft." Denn nicht geklärt wurde die Frage: Wo können die Autos alternativ abgestellt werden?

Der Voisberger Weg in Aprath ist zwar eine völlig andere Baustelle. Allerdings hat die Entscheidung gegen den Ausbau mit dem Karlshaus-Votum zu tun.

30.000 Euro stehen der Stadt aus dem Konjunkturpaket II zur Verfügung, um dort im Rahmen des "ländlichen Wegebaus" verplant zu werden. Trotzdem soll auf den Ausbau verzichtet werden. "Warum soll dieser Weg eigentlich für Autos ausgebaut werden?", fragte Ilona Küchler von der DLW und erntete zustimmendes Nicken aller Mitglieder.

Vielmehr werde der Weg als Wanderstrecke von Spaziergängern und Joggern geschätzt. Die Krux: In ganz Wülfrath gibt es offenbar keinen anderen in Frage kommenden "ländlichen Wegebau", für den die 30.000 Euro zweckgebunden eingesetzt werden könnten. "Dann lassen Sie uns auf das Geld verzichten und es dem Steuerzahler zurückgeben", forderten Detlef Gatermann (SPD) und Hans-Peter Altmann (FDP).

"Zumal wir niemandem erklären können, dass wir uns einen Rückbau einer Verkehrsinsel für 7500 Euro nicht leisten können, aber 30.000 Euro investiert werden für eine Maßnahme, deren Sinn wir nicht nachvollziehen können."

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