Die Rohdenhauser ärgern sich über die Stadt und den Schulrat. Die neue Lösung soll zumindest die Klassenverbände erhalten.

Fachbereichsleiter Hans-Werner van Hueth (rechts) stellte sich den Fragen der Rohdenhauser Eltern.
Fachbereichsleiter Hans-Werner van Hueth (rechts) stellte sich den Fragen der Rohdenhauser Eltern.

Fachbereichsleiter Hans-Werner van Hueth (rechts) stellte sich den Fragen der Rohdenhauser Eltern.

Stefan Fries

Fachbereichsleiter Hans-Werner van Hueth (rechts) stellte sich den Fragen der Rohdenhauser Eltern.

Wülfrath. Der Ärger sitzt tief: "Im letzten Jahr haben wir noch die Geräte auf dem Schulhof gestrichen, jetzt soll alles dichtgemacht werden", sagt Thomas Woltring. Seine Tochter besucht die dritte Klasse der Grundschule Rohdenhaus. Wie viele andere Eltern ist er verärgert über das drohende Aus der Grundschule Rohdenhaus. "Die Infrastruktur hier im Ort geht kaputt", befürchtet beispielsweise Silke Balk.

Van Hueth: "Diese Schule hat keine Chance mehr"

Stadt, Schulrat und Schulleitung hatten für Donnerstagabend zu einem Elternabend eingeladen - ein Abend, an dem die Emotionen noch mal hochkochen. Die Verantwortlichen im Rathaus hätten nicht genug für den Erhalt der Schule getan, heißt es. Und der Schulrat kümmere sich überhaupt nicht um das Wohl der Kinder. "Wir sind alle unheimlich traurig", sagt Schulleiterin Marlies Leuth - sichtlich mitgenommen von den Diskussionen der vergangenen Wochen und Monate.

Schulrat Erhard Steinbrink skizziert noch einmal die Gründe für das Aus: Weil es weniger als 18Anmeldungen für die neue erste Klasse gibt, befindet sich die Schule laut Gesetz "in der Auflösung". Und weil auch in der künftigen Klasse drei nicht genug Kinder sind, muss auch diese aufgelöst werden. "Die beiden verbleibenden Klassen noch im Schulgebäude weiter zu unterrichten, ist wahrscheinlich nicht mehr möglich", sagt Hans-Werner van Hueth, Fachbereichsleiter Jugend und Soziales: "Diese Schule hat derzeit keine Chance mehr. Wegen der geringen Schülerzahl könnten die verbleibenden zwei Klassen nicht genügend Lehrerstunden zugewiesen bekommen, ergänzt Steinbrink.

Der Vorschlag, den die Stadt unterbreitet: "Wir raten, dass die Kinder auf die Lindenschule wechseln und dort die Klassenverbände erhalten bleiben." Eine Idee, über die die WZ bereits vergangene Woche berichtete und die wegen der engen Verbindung beider Schulen nahe liegt: Marlies Leuth ist zurzeit sowohl Leiterin der Grundschule Rohdenhaus als auch der Lindenschule - und im vergangenen Jahr war bereits ein Schulverbund geplant. Dieser wurde allerdings damals von der Bezirksregierung nicht genehmigt, weil die Schülerzahl für einen Verbund zu niedrig war.

Wenn die große Mehrheit der Kinder an die Lindenschule wechselt, könnten jetzt auch die Klassenlehrer mitgehen. Das heißt: Die künftigen Klassen zwei und vier würden komplett aus Rohdenhaus an die Wülfrather Lindenstraße wechseln, die künftige Klasse drei müsste auf die bestehenden Klassen der Lindenschule aufgeteilt werden.

Sowohl Leuth als auch Steinbrink und van Hueth werben für diese Lösung - und zumindest einige Eltern haben am Donnerstag schon ihre Zustimmung signalisiert. Zu Schulbussen und Nachmittagsbetreuung bleiben noch einige Fragen offen: Hans-Werner van Hueth und Schulamtsleiter Dietmar Ruda wollen aber versuchen, das bisherige Angebot möglichst zu erhalten.

Allerdings: Ob es zu der Lindenschul-Lösung kommt, hängt davon ab, ob ein Großteil der Rohdenhauser Kinder jetzt tatsächlich an der Lindenschule angemeldet wird. Bis Ende nächster Woche fordert Steinbrink eine Entscheidung der Eltern.

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