Schulausschuss: Schulrat Steinbrink warnt vor kleinen Klassen und Lehrermangel. Ein klares Signal für den Schulerhalt gibt es aber nicht.

Wie lange es den Schulstandort Rohdenhaus noch geben wird, ist weiter unklar.
Wie lange es den Schulstandort Rohdenhaus noch geben wird, ist weiter unklar.

Wie lange es den Schulstandort Rohdenhaus noch geben wird, ist weiter unklar.

Wie lange es den Schulstandort Rohdenhaus noch geben wird, ist weiter unklar.

Simone Bahrmann, Bild 1 von 2

Wie lange es den Schulstandort Rohdenhaus noch geben wird, ist weiter unklar.

Wülfrath. Glück gehabt: Wenn Schulrat Erhard Steinbrink im vergangenen Jahr nicht übersehen hätte, dass die Eingangsklasse der Grundschule Rohdenhaus nur aus 17 Schülern besteht, wäre der Standort schon damals geschlossen worden.
 
"Das war ein begünstigender Verwaltungsakt. Aber ein zweites Mal werde ich diesen Fehler nicht machen", versicherte er den Mitgliedern des Schulausschusses am Dienstag.
 
Denn die debattierten nicht nur über den Schulentwicklungsplan, sondern auch über die Bildung eines Grundschulverbundes. Und trauten sich nicht, eine eindeutige Entscheidung zu treffen.
 
Am Ende der Sitzung beauftragten sie die Verwaltung, die Grundschule Lindenstraße und die Grundschule Rohdenhaus ab dem 1. Januar 2008 als Grundschulverband mit dem Teilstandort Rohdenhaus zu führen - falls die Schulaufsichtsbehörde den Verbund genehmigt.

Schulrat: "Das ist pädagogisch eine teuflische Angelegenheit"

Auf Antrag Ursula Erdelen-Schäfer (CDU) wurde in der Begründung des Beschlusses aber folgender Satz gestrichen: "Wichtig ist dabei, dass der Standort Rohdenhaus als Schulstandort erhalten bleibt und somit eine ortsnahe Beschulung gewährleistet wird."

Denn Steinbrink hatte mehrfach betont, dass die Schule geschlossen wird, wenn die Eingangsklasse weniger als 18 Schüler zählt. "Und Sie sollten beachten, dass die Schule lehrermäßig notorisch unterversorgt sein wird." 18 Schüler würden sechs Lehrerstunden weniger bedeuten.
 
"Das ist pädagogisch eine teuflische Angelegenheit", sagte Steinbrink. "Ich kann Ihnen nur empfehlen, für größere Kapazitäten zu sorgen, damit die entsprechenden Lehrerstunden da sind."
 
Während die CDU-Fraktion die Argumente einleuchtend fand, die endgültige Aufgabe des Schulstandortes aber nicht beschließen wollte, sprachen sich Grüne und DLW eindeutig für die Grundschule Rohdenhaus und die kleinen Klassen aus. "Es geht nicht nur um nackte Zahlen", sagte Petra Weskott (Grüne). Die Schule biete die großartige Chance, Lebensqualität in dem kleinen Stadtteil anzubieten."
 
Herbert Romund verwies auf die Fördermöglichkeiten der Schüler in kleineren Klassen, während seine Frau Ulrike Romund (DLW) betonte, dass man nicht für die kommenden drei bis vier Jahre planen könne. "Wir können nur Beschlüsse für die nahe Zukunft fassen und müssen uns fragen: Wollen wir den Schulstandort retten oder ziehen wir jetzt schon die Konsequenzen?"

Beigeordneter Peetz: "Es geht darum, was Sie wollen"

Dazu konnten sich die Politiker nicht durchringen, obwohl Beigeordneter Wolfgang Peetz die Politiker eindringlich um eindeutige Beschlüsse gebeten hatte: "Sie haben Einflussmöglichkeiten", versicherte er ihnen im Hinblick auf die Auflösung der Schulbezirke zum Schuljahr 2008 und die entsprechenden Wahlmöglichkeiten der Eltern, "aber es geht darum, was Sie wollen."

Diskutiert wird der Grundschulverbund auch im Haupt- und Finanzausschuss am 22. Mai sowie abschließend in der Ratssitzung am 12. Juni.
 

Kommentar: Angst vor Entscheidungen von Tanja Albrecht

 
Was wollen die Wülfrather Politiker? Im Schulausschuss am Dienstag hätten sie in Sachen Grundschule Rohdenhaus eindeutig Farbe bekennen können. Doch das haben sie nicht. Stattdessen formulieren sie Sätze im Konjunktiv und verweisen auf die Auflösung der Schulbezirksgrenzen. Das ist Augenwischerei.
 
Ein klares Signal, eine eindeutige Richtung hilft allen weiter - den Müttern und Vätern in Rohdenhaus sowie im restlichen Wülfrath und natürlich auch der Verwaltung, die wieder damit beauftragt wurde, die Grundschule Lindenstraße und die Grundschule Rohdenhaus als Grundschulverbund zu installieren.
 
Gleichzeitig haben sie in der Begründung des Beschlusses den Satz streichen lassen, der Rohdenhaus als Schulstandort sichert. Damit lassen sich die Politiker alle Türen offen. Und trauen sich nicht, eine vielleicht auch unpopuläre Entscheidung zu treffen.

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