Elf Mädchen sind in der AG, die in einer Abstellkammer die Bücherei für die Realschule realisiert hat.

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Der Andrang am ersten Öffnungstag der Realschul-Bücherei ist groß. Auch (v.r.) Maren, Derya und Dominic (in der ersten Reihe) lassen sich den Start nicht entgehen.

Der Andrang am ersten Öffnungstag der Realschul-Bücherei ist groß. Auch (v.r.) Maren, Derya und Dominic (in der ersten Reihe) lassen sich den Start nicht entgehen.

Simone Bahrmann

Der Andrang am ersten Öffnungstag der Realschul-Bücherei ist groß. Auch (v.r.) Maren, Derya und Dominic (in der ersten Reihe) lassen sich den Start nicht entgehen.

Wülfrath. Nebenan ist gleich das Silencium. Praktisch. "Da können die Schüler in der Mittagspause schnell hineingehen und direkt in dem gerade erst ausgeliehen Buch lesen", hofft Anne Knümann.

Die Fach-Vorsitzende Deutsch der Theodor-Heuss-Realschule sieht in der neuen Schülerbücherei einige Chancen, die Mädchen und Jungen "ans Buch" zu bringen. Am Donnerstag wurde die Bibliothek eröffnet.

Für die Lehramtsanwärterin ist die AG Teil der Examensarbeit

Gelbe, selbstgemalte Schilder weisen den Weg ins Obergeschoss. "Das ist der ehemalige Musikvorbereitungsraum", merkt Schulleiter Frieder Winterberg an. Hell, freundlich, stabile Regale - so präsentiert er sich. Viele Schüler wuseln in dem etwas schlanken Raum.

"Vorher war’s eine Katastrophe, eine rumpelige Abstellkammer", lässt Julia Conrads erahnen, dass eine ganze Menge Einsatz nötig war, um die Bücherei durchaus freundlich herzurichten.

Eine flugs gegründete Bücherei-AG hat sich dem unter der Federführung der Lehramtsanwärterin (Deutsch und Sozialwissenschaften) angenommen - für Conrads ein Projekt im Rahmen ihrer Examensarbeit.

Lesen ist weiblich - diesen Eindruck erweckt diese AG zumindest. Ausschließlich Mädchen, elf an der Zahl, engagieren sich. Aufräumen, streichen, einrichten:

"Das hat Spaß gemacht", sagt Michelle Kybelka, die mit ihrer Klassenkameradin Lisa Hadamus in der AG aktiv ist. Eine Motivation: Beide lesen gern. Lisa ist überhaupt in der Schule vielseitig beschäftigt - im Sani-Dienst, in der Streitschlichtung und jetzt in der Bücherei. "Darauf können wir echt stolz sein, sagt sie.

500 Bücher stehen bisher in den Regalen. Zum großen Teil sind es gebrauchte, die Eltern gestiftet haben. Einige neue konnten durch Spenden (Stadtwerke und Förderverein) angeschafft werden.

Knümann kündigt an, dass auch ein Teil des Deutsch-Etats für die Bücherei eingesetzt werden soll. Über Spenden für die neue Einrichtung würde sich die Schule freuen.

Anlass, die Schul-Bibliothek auf den Weg zu bringen, war die neue Stundenplan-Struktur an der Realschule. Seit Beginn des Schuljahrs dauert die Unterrichtseinheit bekanntlich 60 Minuten.

Und an mehreren Tagen reicht der Unterricht weit in den Nachmittag hinein. "Wir haben uns überlegt, wie die Mittagspause von 12.30 bis 13.30 Uhr sinnvoll gefüllt werden kann", so Conrads. Die Bücherei war die Lösung. Sie soll keine Konkurrenz zur Medienwelt sein.

"Im Gegenteil. Wir betreiben Leseförderung. Davon kann die Stadtbücherei profitieren", sagt Conrads. Und so wird in der Realschule auch kräftig für die Medienwelt geworben. Die AG hat sich bei einer Besichtigung Tipps direkt von Bücherei-Leiterin Barbara Twellmann geholt.

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