Unter dem Titel „72 Stunden – Uns schickt der Himmel“ errichten die Georgspfadfinder einen Sinnesgarten.

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Verschiedene Bodenbeläge und duftende Kräuter machen den Sinnesgarten zu einem Ganzkörper-Erlebnis.

Verschiedene Bodenbeläge und duftende Kräuter machen den Sinnesgarten zu einem Ganzkörper-Erlebnis.

Simone Bahrmann

Verschiedene Bodenbeläge und duftende Kräuter machen den Sinnesgarten zu einem Ganzkörper-Erlebnis.

Wülfrath. "Den Sand fand ich toll", sagt Leni (4), während sie wieder in ihre Schuhe schlüpft. "Der Rindenmulch ist sehr angenehm, aber die Bürsten sind gewöhnungsbedürftig", befindet hingegen Holger Schmidt - ebenfalls barfuß und Wülfrather Vorsitzender der Rovergruppe (so heißen die Pfadfinder ab 16 Jahren). Mit rund 20 tatkräftigen Mitstreitern weihte er am Sonntag den neuen Wülfrather Sinnespfad am Angergarten ein.

Georgspfadfinder setzen ein dauerhaftes Zeichen

Aber fangen wir vorne an: Freitag, 16 Uhr: Der Stamm Franken der Georgspfadfinder setzt den ersten Spatenstich zum neuen Projekt. "Die Idee ist, ein dauerhaftes Zeichen zu setzen", sagt Pfadfinderleiterin Claudia Bauer. Im Rahmen der deutschlandweiten Initiative "72 Stunden - Uns schickt der Himmel" wollen die Pfadfinder in den kommenden 72 Stunden ein soziales Projekt für Wülfrath umsetzen.

Freitag, 18 Uhr: Der Pfad ist bereits ausgehoben, rund 15Pfadfinder der Jugendgruppen nehmen die Betonlieferung entgegen. Nun können die Randsteine befestigt werden, denn: "Ein bisschen Angst vor Vandalismus ist schon dabei", gibt Claudia Bauer zu. Mit ihren Schützlingen hatte sie zuvor bei lokalen Betrieben um Spenden gebeten. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. "So bekommen wir viele verschiedene Bodenbeläge."

Samstag, 16 Uhr: "Wir sind weit gekommen und das Interesse der Bevölkerung ist sehr groß", lautet Holger Schmidts Zwischenfazit nach 24 Stunden. Den Pfad ohne Schuhe zu betreten, können sich vor allem die Älteren vorerst nur schwer vorstellen. Die Pfadfinder pflanzen Kräuter entlang des Pfades, um den Geruchssinn anzusprechen. "Außerdem wird es eine Sitzgruppe geben", sagt Schmidt.

Schon nach 28 Stunden ist ein Großteil des Sinnesgartens fertig

Samstag, 20 Uhr: Die rund zwanzig Aktiven können die Spaten beiseite legen, der Großteil des Projekts "Sinnespfad" ist geschafft. "Wir hatten nicht einmal gehofft, so problemlos und schnell durchzukommen", erläutert Pfadfinderleiter Tobias Bauer. Bei seinen Schützlingen bedankt er sich heute mit einem Grillabend.

Sonntag, 11 Uhr: Die Pfadfinder treffen sich zum letzten Schliff. "Wir haben die Erklärungstafel aufgestellt und den Sichtkasten gestrichen", sagt Tobias Schmidt.

Sonntag, 14.30 Uhr: Der Sinnespfad am Angergarten ist von Schaulustigen umgeben. Die Pfadfinder servieren Kaffee und Kuchen. "Der Erlös geht an die Aktion Wülfrather Kinder in Not", berichtet Claudia Bauer.

Als einer der Ersten wagt Roverchef Holger Schmidt das Sinneserlebnis. "Alle haben wie die Berserker gearbeitet, und es ist eine richtig runde Sache geworden", fasst Schmidt zusammen. Der Sinnespfad wird per Urkunde der Stadt geschenkt.

"Man spürt sehr angenehme, aber auch unangenehme Untergründe", sagt Nicole Kipper nach ihrer ersten Runde. Die Pfadfinder wünschen sich indes, dass ihr Werk lange sichtbar und gut erhalten bleibt. Bauer: "Ich bin zuversichtlich." Na dann, Gut Pfad!

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