Weil die Bahnquerung über die Röntgenstraße für den Panorama-Radweg nicht benötigt wird, ließ der Kreis das Bauwerk demontieren.

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Zwischen dem Bahnhof und dem heutigen Tedrive-Gelände konnte die Bahn früher eine Schleife fahren – daher die Brücke über die Röntgenstraße. Die Radler allerdings sollen nicht im Kreis geschickt werden.

Zwischen dem Bahnhof und dem heutigen Tedrive-Gelände konnte die Bahn früher eine Schleife fahren – daher die Brücke über die Röntgenstraße. Die Radler allerdings sollen nicht im Kreis geschickt werden.

Simone Bahrmann

Zwischen dem Bahnhof und dem heutigen Tedrive-Gelände konnte die Bahn früher eine Schleife fahren – daher die Brücke über die Röntgenstraße. Die Radler allerdings sollen nicht im Kreis geschickt werden.

Wülfrath. Mit diesem Abriss kann Hans-Peter Pfeiffer gut leben: Wer die Röntgenstraße in Richtung Erbacher Berg befährt, steht plötzlich vor einer "steinernen Lichtung": Wo unlängst noch eine Brücke war, sind nur noch die beiden Widerlager geblieben. "Für den Panorama-Radweg war diese alte Bahnbrücke nicht wichtig", sagt der Tiefbauamtsleiter. Daher hat der Kreis Mettmann als Bauherr die Querung demontiert.

Dadurch fallen erhebliche Kosten für eine Sanierung der Brücke weg. "Das Geld wird sinnvoll an einer anderen Stelle eingesetzt", so Pfeiffer auf Nachfrage der WZ.

Der Radweg wird bis zur Flandersbacher Straße verlängert

Die Trasse des Panorama-Radweges wird in Richtung Flandersbacher Straße verlängert. Die Schienen der ehemaligen Niederbergbahn sind im Bereich des einstigen Wülfrather Bahnhofes längst entfernt. Die Vorbereitungen, die Fahrspur für Radler und Skater anzulegen, laufen.

Zwischen dem Bahnhof und dem heutigen Tedrive-Areal konnte die Bahn früher eine Schleife fahren. "Doch für den Radweg sind parallel laufende Trassen nicht nötig", urteilt Pfeiffer.

Eine Einschätzung, die auch die Verantwortlichen beim Kreis Mettmann teilten. Stattdessen wird der Panorama-Radweg über die Velberter Straße hinaus fortgeführt. Dort sollte er ursprünglich enden. Nun führt er vorbei an der Kleingartensiedlung am Fuß der Halde, auf der heute der TV Blau-Weiß und das Reitsportzentrum Volmer thronen. Und er mündet an der Flandersbacher Straße. "Von dort aus können Radler in Zukunft auch ins Angertal starten, sogar der Rhein ist angeschlossen. Auf der anderen Seite des Radwegs geht es bis nach Mülheim an der Ruhr. Ein toller Radweg", schwärmt Pfeiffer.

Auch in Wülfrath sollen erste Abschnitte bald befahrbar sein

Zwölf Millionen Euro kostet die Schaffung des insgesamt 25 Kilometer langen Radwegs. 80 Prozent trägt das Land, den Rest finanzieren Velbert, Heiligenhaus und der Kreis, der für die Kalkstadt einspringt. In Wülfrath ist die Strecke etwa sieben Kilometer lang.

"Alleenradwege auf stillgelegten Strecken in NRW" heißt das Förderprogramm, aus dem das Land die Wege auf früheren Bahntrassen bezuschusst. In Niederberg hat sich inzwischen der Titel "Panorama-Radweg" durchgesetzt. Die Initiative "Pro Niederbergbahn" regt den Namen "Panorama-Radweg Niederbergbahn" an.

Teile des Panorama-Radwegs in Heiligenhaus sind bereits befahrbar. Spätestens im kommenden Jahr soll die komplette, nahezu 26 Kilometer lange Strecke fertig sein. Diese Hoffnung hat Friedhelm Reusch, beim Kreis Mettmann für das Projekt zuständig, wiederholt geäußert. Es sei zwar ehrgeizig, aber auch in Wülfrath solle in Teilabschnitten schon in diesem Jahr geradelt werden können.

Busse haben nun keine Probleme mehr bei der Anfahrt zum Stadion

21 Brücken müssen unter anderem für den Weg saniert und umgestaltet werden - allerdings nicht mehr die an der Röntgenstraße. Pfeiffer sieht darin noch einen weiteren positiven Effekt: "Reisebusse haben nun keine Probleme mehr, zum Stadion am Erbacher Berg zu kommen. Einige Fahrzeuge waren schlichtweg zu hoch für die Brücke." An der Einmündung zur Röntgenstraße, Höhe Henry-Ford-II-Straße, weist noch ein Schild auf das Nadelöhr hin und warnt vor der eingeschränkten Durchfahrtshöhe von 3,80 Meter.

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