600 Besucher strömen in den Stadtpark. Sie treffen dort Feen, Hexen und Prinzessinnen.

Die Theater-AG der Hauptschule Wolverothe bezauberte das Publikum mit ihrem Schauspiel. Die Bühne wurde zudem in wunderbares Licht getaucht.
Die Theater-AG der Hauptschule Wolverothe bezauberte das Publikum mit ihrem Schauspiel. Die Bühne wurde zudem in wunderbares Licht getaucht.

Die Theater-AG der Hauptschule Wolverothe bezauberte das Publikum mit ihrem Schauspiel. Die Bühne wurde zudem in wunderbares Licht getaucht.

Anna Schwartz

Die Theater-AG der Hauptschule Wolverothe bezauberte das Publikum mit ihrem Schauspiel. Die Bühne wurde zudem in wunderbares Licht getaucht.

Wülfrath. Dort, wo kleine Marionetten lebendig werden, wo Bilder aus dem Rahmen tanzen, Pärchen aus vergangenen Jahrhunderten flanieren, Schlummerle ihre Kissen und Laternen zum Schlafen bereit machen. Dort, wo seltsame Geräusche aus den Büschen erklingen, wo das Saxophon aus hohen Bäumen ertönt, wo eine riesige Friedens-Taube aus 1000 kleinen Lichtern erstrahlt und 600 Besucher Shakespeares Sommernachtstraum erleben. Da ist Wülfrath.

90 Laienschauspieler schlüpfen in geheimnisvolle Rollen

Am Mittwochabend wird der in buntes Licht getauchte Stadtpark zum zauberhaften Märchenwald. 90 Laienschauspieler schlüpfen bei der "Bunten Nacht" in geheimnisvolle, komische, bekannte und schillernde Rollen. Als die erste von drei Veranstaltungen der Neanderland-Biennale sorgt sie für Begeisterung und rückt die verschiedenen Wülfrather Theatergruppen in das richtige Licht.

Grün, lila, orange und rot strahlen die Bäume, wirken zauberhaft, mysteriös. Die alte, grün beleuchtete Trauerweide strahlt und schaut auf die seltsamen Gestalten herunter, die sich unter ihr tummeln. 60 Scheinwerfer und 1,2 Kilometer Kabel machen dieses Schauspiel perfekt. "Gestern haben wir zur Probe eingeleuchtet. Heute kommt der Feinschliff. Mit zunehmender Dunkelheit wird es immer schöner", freut sich Illuminator Frithjof Kuhlmann.

Langsam füllt sich der Stadtpark, Zuschauer mischen sich unter das bunte Theatervolk und lassen sich mitnehmen auf diese phantastische Reise. "Überall ist etwas los. Ganz lustig sind die zwei Camper", findet Lena-Marie (8) und lacht, als es sich das campende Ehepaar (vom Theater Minestrone) streitend vor seinem Wohnwagen gemütlich macht.

"Toll, dass der Stadtpark auch mal genutzt wird"

Doch auch die kleinen Hexen, Feen und Prinzessinnen, die als Marionetten an den Bäumen hängen, ziehen die Blicke auf sich. "Wir haben den besten Platz. Von hier oben kann man alles toll sehen", meint eine kleine Engel-Marionette. Wo kommt denn die Musik her? Die Blicke wandern nach oben - zur hohen Baumkrone. Dort steht Hajo Müller von den WüRGern und bläst in sein Saxophon. Hier hat jeder seine Bühne: "Wer möchte Äpfel kaufen? Schöne rote Äpfel?", schreit Marktfrau Kerstin Kirschbauer. Vor dem Ehrenmal lässt sich die Theater-AG der Hauptschule bei den Proben für "Oliver Twist" zusehen. Regisseurin und Souffleuse Ute Krantz (Theaterpädagogin) gibt Tipps: "Lauter! Und jetzt lauf!"

Theater-AG und Musik-AG der Hauptschule Wolverothe, Theater-AG der Parkschule, Theater Ministrone, Klasse 9c des Gymnasiums, Flötenquartett unter Leitung von Brigitta Meyer-Wolf, Hajo Müller (WüRG) am Saxophon

"Etwas Überwindung braucht man schon vor so vielen Leuten", verrät Kerstin. Derweil zünden Schüler des Gymnasiums auf der Wiese Kerzen an. Für Picassos Friedenstaube steckten sie am Vortag fünf Stunden das Motiv ab. "Toll, dass der Stadtpark auch mal genutzt wird. Das ist viel Arbeit", wissen Jutta und Hans Peter De Jong zu schätzen.

In der Menge hat sie ihre Augen überall: Meike Utke. Die Kulturreferentin hatte die Idee zur Theaternacht: "Das Netzwerk zwischen den Theatergruppen enger zu knüpfen, ist ein Ziel der Aktion. Und so gut, wie alles geklappt hat, wird die Kooperation sicher weitergehen", verrät sie.

Kleine Tipps von den Besuchern gibt’s trotzdem: "Ein Moderator fehlt oder Hinweisschilder, die die Stationen mit Zeiten ausstatten", sagt Johanna Pietsch. "Doch sonst ist es ganz wundervoll. Öffentliches kulturelles Leben - das braucht Wülfrath!"

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