Sicherheit: An der Klinik Aprath fällt ein Geländer-Element herab. Stadt will Sperrung anmahnen.

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Diese herabstürzende schwere Eisenelement verfehlte an der Klinik Aprath eine Passantin nur knapp.

Diese herabstürzende schwere Eisenelement verfehlte an der Klinik Aprath eine Passantin nur knapp.

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Diese herabstürzende schwere Eisenelement verfehlte an der Klinik Aprath eine Passantin nur knapp.

Wülfrath. In der Namensgebung schwingt das Vergängliche mit, wenn das Areal der Klinik Aprath mit Thomas Manns Zauberberg verglichen mit. Für andere birgt das leer stehende Hauptgebäude inzwischen aber auch den Angst einflößenden Charme des gediegenen Hotels aus dem Film "Shining", in dem ein wahnsinnig agierender Jack Nicholson verrückt wird. Und für Gerlinde Schmitz hat der einstige Prachtbau auf dem Aprather Hügel jegliche positive Anziehungskraft verloren. Am vergangenen Montag wurde die 65-Jährige durch ein herabfallendes Eisenteil beinahe verletzt.

"Vorsicht, Dachlawine."

Ein Warnschild am Klinik-Gebäude. Schnee rutscht zwar nicht ab. Dafür regnet es Metallschrott und es hagelt Putzbrocken.

"Hätte das Ding getroffen, hätte es ihr den Kopf eingeschlagen", sagt ihr Ehemann Gerd Schmitz. Er hat den Gegenstand fotografiert: ein etwa ein Meter langes, fünf bis sechs Kilo schweres Eisenelement, das im obersten Stockwerk des Klinik-Gebäudes an einem Geländer angebracht war. "Es ist schlichtweg durchgerostet", merkt der 68-Jährige an. Keine drei Meter ist es hinter seiner Frau auf den Boden gefallen. Schmitz: "Das Haus verfällt immer mehr. An Sanierung denkt bei der Unterdüssel GmbH offenbar niemand."

Hinter der Unterdüssel GmbH stehen die niederländischen Investoren, die auf dem Zauberberg unter anderem eine Privatklinik errichten wollen. Das morbide anmutende alte Klinikgebäude soll dabei eine Schlüsselrolle einnehmen und für ein Mehr-Sterne-Wellness-Hotel umgebaut werden. Mehr als 50 Millionen Euro sollen insgesamt in das Vorhaben fließen. Im Auftrag der Unterdüssel GmbH tritt vor Ort die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft (GWG) auf, die die Gebäude zurzeit betreut. Deren Klinik-Beauftragter Gawrisch bestätigt der WZ, dass ein Geländer-Teil herab gestürzt sei. Normalerweise seien dort aber keine Fußgänger. Dennoch werde der Bereich abgesperrt.

Seit 1965 leben die Schmitz’ am Fuß der Klinik in dem ehemaligen Kesselhaus. Er hat bis zum Jahr 1998 in der Klinik gearbeitet. Dann wurde der Krankenhausbetrieb eingestellt. Auch das Haus, in dem die beiden leben, gehört der Unterdüssel GmbH. Bald sollen die Dachrinnen gereinigt werden, sagen sie. "Aber die Dachrinnen sind löcherig", sagt Gerlinde Schmitz. Geld für eine Instandsetzung sei in der Gesellschaft offenbar nicht vorhanden. Sie hatten nach dem Vorfall am Montag sowohl GWG als auch Stadt informiert. "Passiert ist nichts", wundern sie sich, dass sich Spaziergänger unverändert ungehindert dem Gebäude nähern können. Auch bis Mittwochmittag war von einer Sperre an der Absturzstelle nichts zu sehen.

Der Stadt seien die Hände gebunden, erklärte Pressesprecherin Franca Klippel. Laut Ordnungsamt könne die Stadt nicht direkt eingreifen, "weil es sich nicht um einen öffentlichen Weg handelt". Das Ordnungsamt werde aber die Besitzer kontaktieren, damit diese den Bereich sperren oder den Zuweg unterbinden. Klippel: "Für die Verkehrssicherheit sind die Eigentümer zuständig."

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