Der Förderverein des Gymnasiums stemmt eine ganze Reihe an Investitionen für die Schule – sogar eine Liege für den Sanitätsdienst.

Wülfrath. "Das waren die besten zehn Tage meines Lebens. Ich bin stolz darauf, diese Erfahrung gemacht zu haben", liest Joachim Kettner einen Schülerbrief vor. Der 1. Vorsitzende des Fördervereins Gymnasium hat in seinem ersten Amtsjahr mit seinen Vorstandskollegen Lothar Müller, Wolfgang Jürgens und Bettina Jürgens einiges stemmen müssen. Es war intensive, neue und nervenaufreibende Arbeit, die sie mit Sponsorenlauf, Inbetriebnahme der neuen Schulmensa, dem "Bunten Abend" und diversem verwaltungstechnischen Aufwand geleistet haben.

Die Mensa macht den Verein nun auch noch zum Arbeitgeber

Der Brief, aus dem Joachim Kettner bei der Jahreshauptversammlung des Fördervereins am Mittwochabend zitierte, war der Erfahrungsbericht eines Schülers aus einem Austausch mit Israel. Kettner will anspornen und "ein Gefühl dafür vermitteln, was unsere Arbeit wert ist."

Die Liste der zahlreichen Aktivitäten 2009 war lang. Die Anschaffungen gingen weit über das hinaus, was ein Förderverein eigentlich leisten müsste - merkt der Vorstand an. Der Sponsorenlauf bescherte der Schule mit seinem Erlös von rund 21460 Euro unter anderem neun Beamer.

Die neue Mensa des Gymnasiums macht den Förderverein nun auch noch zum Arbeitgeber. Belastbares Personal, Mittagsangebote wie Arbeitsgemeinschaften - dass da kaum Zeit zum Luftholen war, ist klar. "Doch dank guter Zusammenarbeit haben wir ein aufregendes neues Jahr gemeistert", sagt Kettner zufrieden.

Das Mittagsangebot ist groß: Entspannung, Spiele, Ausleihen von Spielgeräten für den Außenbereich, Tanz-AG, Gitarren-AG, offene Sporthalle und offener Kunstraum geben den Jugendliche schon jetzt viel Beschäftigung. Doch es soll noch besser werden: "Das ganze Angebot wächst", sagt Bettina Jürgens.

Und auch für 2010 ist die Wunschliste, die Direktorin Erika Winkler bereit hält, lang: Laptops, ein Verstärker mit Mikrofonen, eine neue Liege für den Sanitätsdienst, zwei tragbare Overhead-Projektoren, ein Magnetrührer für den Chemie-Unterricht, ein Lehrermikroskop für die Biologie, ein Ausflug für die Preisträger der Chemie- und Biologiewettbewerbe nach Bonn und Stellwände - das wären Anschaffungen für rund 8500 Euro.

Erika Winkler zeigt sich dankbar: "Wir haben immer die Möglichkeit uns an den Förderverein zu wenden, der so viel möglich macht." Doch sieht dieser auch noch jemand anderen in der Pflicht. Denn dass "fördern" eigentlich nur "Zuschüsse geben" heißt, wird den Förderverein wohl noch einmal ins Gespräch mit der Stadt bringen. So haben die Ehrenamtlichen die Hoffnung, dass die Stadt unter anderem die Wartung und Aktualisierung der Schulcomputer übernimmt. "Es gibt hier in der Schule keine Arbeitsmittel, die wir nicht selbst erwirtschaftet haben", so der Förderverein kopfschüttelnd.

Dass die nötigsten Dinge, wie eine Sanitätsliege, die eigentlich in jeder Firma selbstverständliche Ausrüstung ist, vom Förderverein bezahlt wird - für die Mitglieder des Vereins unverständlich. Für 2010 möchte der Förderverein neben einer großen Veranstaltung wie dem "Bunten Abend" eine Reihe weiterer Veranstaltungen wie ein Jazzfrühstück oder Diskussionsabende anbieten, um neue Mitglieder für sich zu gewinnen. So sollen die Mitglieder nicht nur das Gefühl von harter Arbeit und Spendenbereitschaft vermittelt bekommen, sondern sich auch in der Gemeinschaft des Fördervereins wohl fühlen.

Eigene Wirtschaftlichkeit herzustellen, ist der andere Punkt. Joachim Kettner: "Die Leistungsfähigkeit des Vereins muss ausgebaut werden!" Bei einem Eintritt von lediglich 18 Neumitgliedern bei 120 Schulanfängern und einem Austritt von 26 im Jahr 2009 wird das auch nötig sein, damit die 467 Mitglieder kräftige Unterstützung bekommen.

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