Für ein besonderes Integrationsprojekt haben sich Caritas und Familienzentrum Ellenbeek zusammengetan.

Wülfrath. In der Mitte des Turnraums des Kinder- und Familienzentrums Ellenbeek liegt der Union Jack. "Zu welchem Land gehört die Fahne?", fragt Gwyneth MacNiven. "England", schallt es im Chor. Und ein englisches Lied kennt Jonas auch. "Das vom Bauern", sagt die sechsjährige Schlaumaus.

Kurz darauf stimmt MacNiven "Old MacDonald had an Farm" mit den Vorschulkindern an. "Koffer-Geschichten aus aller Welt" heißt das Integrationsprojekt von Familienzentrum und Caritas Kreis Mettmann, das mit einem kleinen Fest an diesem Montagmorgen beendet wird.

Gestartet im September, haben sich die 22 Vorschulkinder der Einrichtung auf den Weg gemacht, andere Kulturen kennenzulernen. Immer dabei: ein alter Koffer. "Er hat als neutrale Figur die Geschichten transportiert", sagt Sozialpädagoge Marcus Simon. Nach einer Begegnung mit Ameki Okon Ezi aus Togo war der Koffer mit afrikanischen Gegenständen gefüllt.

Gwenyth MacNiven hatte zum Beispiel bei ihrem ersten Besuch eine Krone als Symbol für die Monarchie mitgebracht. Dorota Nestler weihte die Kinder in die Geheimnisse polnischer Tänze und Tanzspiele ein - auch am Montag wieder. Da lachen die Mädchen und Jungen, sie springen, hüpfen und haben Spaß.

Fremdsein? Für Kinder spielt das keine Rolle. Martin Sahler (Caritas) weiß das. "Aber sie können sehr wohl was über fremde Kulturen lernen", sagt er. Jeder wisse, dass es den Döner "um die Ecke gibt", aber nicht, dass er aus der Türkei stammt - nennt Marcus Simon nur ein Beispiel.

Der Caritas-Verband hat Integrations-Projekte mit Kindertagesstätten bisher nur in Erkrath durchgeführt.

Der Caritas-Fachdienst für Integration und Migration (FiM) unterstützt Kindergärten - unabhängig von der Konfession. In Wülfrath betreibt die Caritas auch die Kita Arche Noah.

Für Sahler richtet sich das Projekt an Kinder und Eltern gleichermaßen. In der Ellenbeek werden Mütter aktiv eingebunden. "Die Migrationshintergründe sind Ressourcen, die man mehr nutzen kann", sagt er. Dem pflichtet Marcus Simon bei. Er hofft, dass bei den Kindern "einige Punkte" hängengeblieben sind. "Sie können die Unterschiede als Bereicherung wahrnehmen."

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