Stadthallen: In der WZ-Umfrage spricht sich die deutliche Mehrheit gegen eine Mehrzweckhalle aus.

Die Stadthallenfrage erregt die Gemüter. Stadt und Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft wollen nun „offensiv informieren“ – auch über die Alternativen zum jetzigen Zustand.
Die Stadthallenfrage erregt die Gemüter. Stadt und Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft wollen nun „offensiv informieren“ – auch über die Alternativen zum jetzigen Zustand.

Die Stadthallenfrage erregt die Gemüter. Stadt und Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft wollen nun „offensiv informieren“ – auch über die Alternativen zum jetzigen Zustand.

Simone Bahrmann

Die Stadthallenfrage erregt die Gemüter. Stadt und Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft wollen nun „offensiv informieren“ – auch über die Alternativen zum jetzigen Zustand.

Wülfrath. Das Votum ist eindeutig: Drei Viertel der Abstimmungsteilnehmer sind gegen eine Mehrzweckhalle, die die Stadthalle ersetzen könnte. Das ist das Ergebnis der WZ-Umfrage, an der sich im Internet mehr als 330 Leser beteiligt haben. "Eine Unverschämtheit, die alte Stadthalle abzureißen", wettert darin zum Beispiel ein Teilnehmer, der sich Nigel Briegel nennt.

Für Juan-Carlos Pulido, Geschäftsführer der GWG, machen diese und andere Äußerungen klar: "Wir müssen ganz schnell eine Bürgerinformation starten. Darin bin ich mehr denn je bestärkt."

In mehreren Foren hatte sich die Politik mit der Zukunft des Rathaus-Areals befasst. Einigkeit herrschte am Ende darin, dass Alternativen konkretisiert werden sollen, die allesamt den Abriss der bestehenden Stadthalle vorsehen.

Stattdessen kann eine Mehrzweckhalle im Bereich Wasserwelt oder Bunkergelände Goethestraße entstehen beziehungsweise könnte die bestehende Halle Goethestraße umgebaut werden. Bis zum Sommer soll es Ausführungs- und Wirtschaftlichkeitsplanungen geben.

"Es ist also noch nichts beschlossen", betont Bürgermeisterin Claudia Panke und ermuntert alle, "sich zu informieren, bevor sie etwas verurteilen, was sie noch gar nicht kennen".

Die Zukunft der Stadthalle ist ein emotional belegtes Thema, das macht die Online-Umfrage der WZ deutlich. Auch wenn das Ergebnis keinesfalls repräsentativ ist, spiegelt es ein Stimmungsbild wider. Es sei falsch, Werte wie die Stadthalle zu vernichten. Damit lasse man die Kultur ausbluten, schreibt Lara Schmidt.

Eine 16-Jährige, die sich "eine Bürgerin" nennt, beklagt, mit der Stadthalle verliere Wülfrath den einzigen Treffpunkt für Jugendliche. Sie könne sich nicht vorstellen, ihr Abiturzeugnis in einer Turnhalle zu empfangen.

Auch Kulturvertreter melden sich zu Wort. Ingo Wünsch, Vorsitzender der Musikfreunde, unterstreicht die viel gelobte Akustik der Stadthalle. Und Kantor und Theater-Veranstalter Thomas Gerhold fühlt sich an den Film "Und täglich grüßt das Murmeltier" erinnert, in dem der Hauptdarsteller in einer Endlosschleife immer wieder die gleichen Dinge erlebt:

"So kommt mir die Diskussion um die Stadthalle vor". Die Stadthalle stehe Handelsfirmen wie Aldi und Rewe im Weg und werde "marode geredet". Die Kulturtreibenden würden vage mit einem gleichwertigen Ersatz vertröstet - "eine Turnhalle mit Bühne und Akustik".

GWG-Chef Pulido: Viele sind nicht wirklich informiert, was geplant ist

Pulido zeigt im Gespräch mit der WZ Verständnis für die Gefühle der Leute. "Die zeigen aber auch, dass die meisten nicht die tatsächlichen Infos zum Thema haben, auch nicht wissen, wie es um die Stadthalle tatsächlich bestellt ist." Daher sei eine offensive Information nötig, "was aber auch geplant ist". Dabei will er es nicht bewenden lassen.

"Wir werden einen Bus chartern. Dann fahren wir mit Vertretern aus Kultur und Sport zu mehrfach genutzten Hallen, damit man sich das vorstellen kann, was wir planen". Von einer Abi-Feier in einer Turnhalle könne nicht die Rede sein. Pulido: "Davon abgesehen: Die bestehende Stadthalle war auch einmal Turnhalle."

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