Beim Kartoffelfest wurde Franca Klippel zur Kartoffelkönigin gekürt. Den Schäl-Wettbewerb gewannen die Grünen.

Wülfrath. Die Menschen folgten dem Ruf der Knolle: Sie kamen in Strömen zum 24. Kartoffelfest. Die Innenstadt war am Wochenende prall gefüllt, an manchen Stellen der Fußgängerzone gab es kaum ein Durchkommen. Die Parkplatzsuche rund um die Altstadt wurde zum Geduldsspiel. Und auch wer sich am Reibekuchenstand anstellte, musste Wartezeiten in Kauf nehmen.

Das Wetter hielt, der verkaufsoffene Sonntag lockte in die Geschäfte - keine Frage, gerade der zweite Tag des diesjährigen Kartoffelfest sprengte alle Erwartungen. "Wenn man sieht, wie die Besucher hier beinahe durch die Stadt schwimmen, kann man nur sagen, dass es ein voller Erfolg ist", sagte Lars Goldberg, Vorstandsmitglied des Veranstalters Wülfrath Pro.

Das Aufwiegen brachte der Tafel 225 Kilogramm Kartoffeln ein

Die Höhepunkte des Programms waren bereits Tradition: Das Aufwiegen des letztjährigen Schützenkönigs Peter Birkenstock und seiner Frau Heidi brachte 225 Kilo Kartoffeln, die der Tafel Niederberg gespendet wurden. Willi Münch verbarg sich als jährlich gesuchter Prominenter unter dem braunen Kartoffelsack, und der Schälwettbewerb spornte alle Beteiligten zu Höchstleistungen an. Zehn Teilnehmergruppen gaben alles, "bis die Finger flutschig werden", wie Moderator DJ Ralle beim Einsatz der von Heinz Franke angeführten FDP-Schältruppe lautstark einheizte.

Die Landfrauen verkauften 200 Liter Kartoffelsuppe

Aber auch auf der anderen Seite der Innenstadt war einiges geboten. Am Heumarkt hatten die Landfrauen ihren Stand und verkauften Selbstgemachtes vom Kuchen bis zur Kartoffelsuppe. Vor dem eindrucksvollen Suppencontainer der Landfrauen rührte Ute Mayer mit langen Löffeln in der cremigen Köstlichkeit. "200 Liter Suppe gehen rein in den Wagen, gut zwei Drittel haben wir schon verkauft", sagte sie bereits am frühen Sonntagnachmittag. Selbst an Plastikgefäße, um die Suppe nach Hause mitnehmen zu können, hatten die Landfrauen gedacht.

Viktor und Lioba Dietze waren aus Erfurt hergekommen - zwar eher, um ihre Tochter Katharina und deren Mann zu besuchen, aber auch das Fest war ganz nach ihrem Geschmack. "In Thüringen gibt es auch Kartoffelfeste. Die sind dort direkt auf dem Acker, die Politiker helfen bei der Ernte", erzählte Viktor Dietz. Für Schwiegersohn Tobias Bartmann als Wülfrather Urgestein war der Besuch Pflicht: "Wenn hier was los ist, ist doch klar, dass man hingeht", sagt er.

An 40 Ständen konnten die Besucher vom Kartoffelgratin bis zum Kartoffelbrot viele Gerichte mit der Knolle kaufen. Aber wie immer gab es auch Bratwurst, Crepes oder Dönertaschen.

Fast schon traditionelle Probleme mit der Strom- und Wasserversorgung blieben in diesem Jahr aus. "Wir haben das mit der Stadt diesmal sehr gut hinbekommen", sagte Lars Goldberg.

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