Das Interesse an dem Überlebenden von Auschwitz ist ungebrochen groß.

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Anna Lena (11) war eine von vielen Wülfrathern, die sich ein Autogramm von Sally Perel erbaten.

Anna Lena (11) war eine von vielen Wülfrathern, die sich ein Autogramm von Sally Perel erbaten.

Stefan Fries

Anna Lena (11) war eine von vielen Wülfrathern, die sich ein Autogramm von Sally Perel erbaten.

Wülfrath. Wenn Sally Perel spricht, herrscht Stille. Manchmal hustet jemand, mal scharren Füße. Aber alles hört ihm zu. Kinder, Jugendliche, Erwachsene. Perel ist der "Hitlerjunge Salomon", und er hat vieles zu sagen, bei dem sich das aufmerksame Zuhören lohnt. 1941 wurde er durch eine Lüge, die ihm das Leben rettete, als Jude in die Hitlerjugend gesteckt - die Grundlage für sein Buch "Ich war Hitlerjunge Salomon", das mit einer Oscar-Nominierung erfolgreich verfilmt wurde.

"Ich möchte die Jugend impfen mit den Tränen der in Auschwitz vergasten Kinder", sagte Perel bei seinem jüngsten Besuch am Samstag - es war bereits der zweite, den Wülfrath dank der Initiative des Geschichtslehrers Jürgen Müller-Späth erlebte. "Nachdem Herr Perel im September bei uns war, haben sich einige gemeldet, die ihn damals nicht sehen konnten. Das wollten wir nachholen", berichtet Müller-Späth vom großen Interesse an Perels Geschichte. Das Gemeindezentrum Süd war diesmal mit rund 150 Besuchern komplett gefüllt. Am Montag sprach der 85-Jährige noch einmal mit einigen Gymnasialschülern verschiedener Klassen.

Wer Geschichte erlebt hat, kann sie am besten vermitteln

Laura Schneider ist eine der Schülerinnen, die schon am Samstag dabei waren. Sie geht in die zehnte Klasse und hat ihre Eltern direkt mitgebracht. "Ich finde es viel besser, Dinge von einem Menschen zu erfahren, der dabei war, als aus Büchern im Unterricht", sagt sie. Müller-Späth unterstützt diese Sicht. "Es ist unheimlich wichtig, dass Augenzeugen die Geschichte auf direktem Weg transportieren können."

Auch Sabine Müller ist beeindruckt. Sie hatte von ihrer Tochter von der Veranstaltung erfahren und empfand, so sagt sie, vor allem viel Respekt. "Wenn ich so eine Geschichte hätte, könnte ich das sicher nicht so ruhig und spannend erzählen."

Das denkt auch die angehende Abiturientin Jessica Kohlmetz. Sie findet es bemerkenswert, dass Perel trotz seiner leidvollen Vergangenheit noch humorvolle Momente in seinen Vortrag einbauen kann. Außerdem hat sie die Chance, mit Perel zu sprechen, vor allem deshalb genutzt, weil sie denkt, dass ihre Kinder diese Möglichkeit wohl nicht mehr haben werden. Und auch aus diesem Grund reist Sally Perel durch die Lande und versucht, "die Wahrheit wach zu halten".

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