Der Kindertrödelmarkt bleibt ein Magnet. Die ersten Schnäppchenjäger kommen weit vor dem offiziellen Start.

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Felix, Marius und Ariane (v.r., alle elf Jahre alt) besserten mit dem Verkauf auf der Wülfrather Trödelmeile bei idealem Wetter ihr Taschengeld auf.

Felix, Marius und Ariane (v.r., alle elf Jahre alt) besserten mit dem Verkauf auf der Wülfrather Trödelmeile bei idealem Wetter ihr Taschengeld auf.

Anna Schwartz

Felix, Marius und Ariane (v.r., alle elf Jahre alt) besserten mit dem Verkauf auf der Wülfrather Trödelmeile bei idealem Wetter ihr Taschengeld auf.

Wülfrath. Punkt 11 Uhr startet am Sonntag der vielleicht schönste Kindertrödelmarkt der Region. Das hat Tradition - auch um die Anwohner der Fußgängerzone nicht zu früh zu stören. Genauso ist es aber auch Tradition, dass die ersten Schnäppchen lange davor gemacht werden können.

Schon beim Anliefern wird gefeilscht. "Die wollten mir das Kinderfahrrad vom Autodach wegkaufen", schmunzelt Frank Homberg. Zum Geschäftsabschluss kommt es nicht. "Ich kannte den Preis nicht", sagt er achselzuckend. Den kennt sein Nachwuchs. Denn der hat bei dieser Großveranstaltung von Wülfrath pro das Sagen.

Tim verkauft Kinderträume aus dem Hause Playmobil

Da türmen sich bei Felix, Marius und Ariane Gesellschaftsspiele und Puzzles auf dem Verkaufstisch. Die drei sind elf Jahre alt - und sie trennen sich von Spielwaren, um das Taschengeld aufzubessern.

Die Interessen haben sich geändert. Das ist bei Tim (8) nicht anders. Er steht mit Mutter und Vater hinter dem Tisch auf dem Kirchplatz. Vor ihm türmen sich Kinderträume aus dem Hause Playmobil. "Damit spiele ich nicht mehr", sagt er. Fußball und Computer haben Ritter und Wikinger abgelöst.

200 Plätze hat Wülfrath pro wieder vergeben. Vorstands-Sprecher Andreas Maul und sein Mitstreiter - alle in grünen Polo-Shorts gut zu erkennen - kontrollieren, ob sich alle Händler an die Regeln halten. Maul strahlt mit der Vormittagssonne um die Wette.

Das hat Tradition: Die St. Georgspfadfinder haben am Sonntagmorgen die Standplätze eingezeichnet. Als Dankeschön gab es dafür von Wülfrath pro ein Frühstück bei Paciello.

Wülfrath pro war als Veranstalter mit einem Stand vertreten - und verkaufte unter anderem Hamburger.

"Schon vor Tagen haben Leute aus anderen Städten angerufen und wollten wissen, wann der Markt beginnt. Die Nachfrage ist riesig." In der Tat schieben sich die Menschen mittags dicht an dicht durch die Innenstadt - vorbei an Tapezier- und Camping-Tischen oder Wolldecken. Neben Spielen stapelt sich dort auch viel Second-Hand-Kleidung.

Seit Monaten haben sich Bernd Münch und sein Sohn auf den Verkaufstag vorbereitet. Sie verkaufen vor allem Lego. Die Burgen und Co. haben sie nach Plan aufgebaut oder akkurat eingetütet. "Wir haben Weihnachten angefangen, die Steine zusammenzusuchen", sagt Münch.

Bücher, Cassetten und Spiele trägt Lauren in einem kleinen Wäschekorb durch die Fußgängerzone. Die Schülerin, die am heutigen Montag übrigens ihren zwölften Geburtstag feiert, ist auf dem Weg zu einem Gemeinschaftsstand der Klasse 6b des Gymnasiums.

"Wir verkaufen zusammen. Das Geld geht in die Klassenkasse." Der Kindertrödelmarkt als Gemeinschaftserlebnis - ja, auch das funktioniert.

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