Solide Finanzen haben für den CDU-Bürgermeisterkandidaten erste Priorität. Auf dem Neujahrsempfang seiner Partei meldet er seinen Führungsanspruch an.

Im Superwahljahr setzt die CDU auf Sieg für (v.l.) Landrat Thomas Hendele, Bürgermeisterkandidat Thomas Görtz, Bundestagskandidat Peter Beyer und CDU-Stadtverbandschef Andreas Seidler (mit Sohn Moritz).
Im Superwahljahr setzt die CDU auf Sieg für (v.l.) Landrat Thomas Hendele, Bürgermeisterkandidat Thomas Görtz, Bundestagskandidat Peter Beyer und CDU-Stadtverbandschef Andreas Seidler (mit Sohn Moritz).

Im Superwahljahr setzt die CDU auf Sieg für (v.l.) Landrat Thomas Hendele, Bürgermeisterkandidat Thomas Görtz, Bundestagskandidat Peter Beyer und CDU-Stadtverbandschef Andreas Seidler (mit Sohn Moritz).

Simone Bahrmann

Im Superwahljahr setzt die CDU auf Sieg für (v.l.) Landrat Thomas Hendele, Bürgermeisterkandidat Thomas Görtz, Bundestagskandidat Peter Beyer und CDU-Stadtverbandschef Andreas Seidler (mit Sohn Moritz).

Wülfrath. Thomas Görtz ist Mitglied der "Abteilung Attacke". Nein, eine Schönwetterrede will der CDU-Bürgermeisterkandidat auf dem Neujahrsempfang nicht halten. Vor gut 220 Besuchern in der Stadthalle geht er in seiner Rede Amtsinhaberin Barbara Lorenz-Allendorff immer wieder direkt an: Beurteilung der Schuldensituation, Bürgerbeteiligung, Führung im Rathaus, Wirtschaftsförderung - wiederholt wirft er ihr Defizite oder Fehleinschätzungen vor. Görtz meldet vehement seinen Führungsanspruch an und erntet vor allem für seine Bestandsaufnahme einer überschuldeten Stadt viel Beifall.

"Wenn ein Fass einen undichten Boden hat, dann nützt es auch nichts, wenn man oben immer mehr reinschüttet. Davon wird das Fass nicht voller."

ThomasGörtz über die Notwendigkeit, die Ausgaben zu reduzieren

Es überrascht nicht, dass der Finanzfachmann Görtz dem städtischen Haushalt und soliden Finanzen die erste Priorität seiner Themenagenda einräumt. Seine Forderung "Runter mit den Schulden" findet ungeteilte Zustimmung. Und Görtz lässt den Schuldensack rumgehen. Fünf Kilo ist er schwer.

20 Euro in Cent-Münzen hat er hinein gepackt. 600 Kilo wäre der Sack schwer, den virtuell jeder Wülfrather als kommunale Schuldenlast zu tragen hat: Die Pro-Kopf-Verschuldung beträgt 2400 Euro bei einer Gesamtverschuldung der Stadt von 54 Millionen Euro.

Den Abbau dieser Zukunftshypothek widmet er seine Hauptaufmerksamkeit. Er wolle eine strategische Konsolidierung einfordern, die Mut erfordere, Wahrheiten zu sagen: "Wer es allen Recht machen will, wird keinem gerecht", sagt er und vermutet, dass eine schmerzhafte Operation die Konsequenz sein werde. Wen Spareinschnitte schmerzen könnten, sagt er indes nicht.

Bei allen Finanzproblemen der Stadt "glaube ich an diese Stadt und an ihre Potenziale". Sein Leitspruch: "Mitmachen statt miesmachen." Er appelliert an die Wülfrather, sich in ein "Bürgerprogramm 2009" einzubringen, eigene Vorschläge zu machen. Er wolle kein "Programm vom grünen Tisch an den Interessen der Bürger vorbei". Und auch deshalb setzt er auf ein "Strategie-Team 2015", in dem Wülfrather aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen Görtz unterstützen. Das Team solle neue Ideen und Impulse für die Stadt sammeln und bündeln.

Görtz will verhärtete Fronten aufbrechen

Vorsitzender Andreas Seidler konnte auch in diesem Jahr Bürgermeisterin Barbara Lorenz-Allendorff begrüßen. Er hieß aber auch Tim Brühland willkommen, der für die CDU in Monheim Bürgermeister werden will. Auch CDU-Bundestagskandidat Peter Beyer grüßte die Union in der Stadthalle.

Landrat Thomas Hendele freut sich auf den Wahlkampf mit Thomas Görtz. In seinem Grußwort zog er Parallelen zu Monheim: "Das gab es auch den doppelten Thomas im Wahlkampf. Jetzt packen wir es in Wülfrath."

Musikalisch umrahmten Lothar Müller und Lutz Strenger sowie die Young Voices die Veranstaltung - sehr gelungen, sehr smpathisch. Unterhaltsam aber auch die Saal bedienungen, die bei den Reden gleich mehrmals ganze voll gestellte Tabletts unfreiwillig leerten. Beim dritten Mal gab es Szenen-Applaus...

"Wer führen will, muss Vorbild sein", sieht Görtz den Verwaltungschef als beispielgebend für eine effiziente Verwaltung. Und bei der Konsolidierung des Etats müsse die Verwaltung mit gutem Beispiel vorangehen: Im Rathaus müssten Bescheidenheit und Sparsamkeit Einzug halten.

Für das Rathaus-Areal stellt sich Görtz ein Mini-Zentrum aus Wohnen, Einkaufen und Arbeiten vor - ein "neues Wülfrath". Das fordert er auch für die Kultur des Umgangs im Rat. Das Verhältnis zwischen Rat und Verwaltungsspitze sei zerrüttet.

Da bleibe nur der trennende Schlussstrich: "Wülfrath braucht einen Neuanfang mit neuen Köpfen ohne alte Rechnungen." Er wolle die verhärteten Fronten aufbrechen, um seine Vision für die Stadt zu realisieren: "Wülfrath - Stadt der neuen Chancen im Kreis Mettmann".

Die Junge Union zweifelt nicht an dem Erfolg Görtz’. Sie schenkt im daher auch schon einen Gutschein: für die Umzugshilfe nach einem Wahlsieg.

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