Der Etat ist auf Kurs, aber der Kämmerer rechnet mit einem schweren Jahr 2010.

Wülfrath. "Alles in allem sind wir derzeit im Plan", stellte Kämmerer Stephan Hölterscheidt im Rat der Stadt fest. Die Wirtschafts- und Finanzkrise hat demnach den Haushalt der Stadt noch nicht über Gebühr belastet. Hölterscheidt warnte aber: "Der Haushaltsplan 2010 wird ganz schwierig. Es drohen geringere Einnahmen bei Gewerbe- und Einkommenssteuer."

Die Liquidität der Stadt als Spiegelbild der Haushaltssituation: Der Plan sieht vor, dass der Liquiditätskredit der Stadt - quasi der Dispo der Kommune - den Gesamtetat im Juni 2009 mit 35,49 Millionen Euro belastet. "Tatsächlich sind es jetzt 35,07 Millionen Euro, also rund 490 000 Euro weniger", rechnete Hölterscheid vor. Wülfrath sei so in der glücklichen Lage, noch keine Einbrüche in der Finanzplanung hinnehmen zu müssen. Sogar die Gewerbesteuer sprudelt wie kalkuliert: Sollten laut Planung in den beiden ersten Quartalen 6,64 Millionen Euro eingenommen werden, sind es schließlich sogar 7,17 Millionen Euro geworden.

"Das scheint die Ruhe vor dem Absturz zu sein"

SPD-Fraktionsvorsitzender Manfred Hoffmann begrüßte, dass bei der Etatplanung offenbar eine solide Basis von Daten vorgelegen habe. "Trotzdem: Das scheint die Ruhe vor dem Absturz zu sein. Alle Prognosen weisen auf massive Einbrüche für Ende 2009 und 2010 hin. Wie reagieren wir als Kommune darauf?", fragte er. Nach der Mittelanmeldung der Fachämter für den kommenden Etat werde die Verwaltung im September vielleicht erste Hinweise darauf geben können, antwortete Hölterscheidt. Noch sei nicht abzusehen, in welchem Maß die Finanzkrise Wülfrath treffen werde. "Die maßgeblichen Unternehmen Wülfraths hatten ihre Steuervorauszahlungen bereits den veränderten Gewinnerwartungen angepasst", rechnet er nicht mit Überraschungen.

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