Ein bisschen Kultur, keine langen Reden, dafür viel Raum für persönliche Kontakte und Gespräche: Heiter und entspannt war die Stimmung beim Stadtempfang.

Wülfrath. "Was für eine schöne Veranstaltung!" Für den neuen Geschäftsführer der GWG, Juan-Carlos Pulido, ist es der erste Stadtempfang in Wülfrath. Er strahlt, hält nur kurz inne. "Ich muss weiter - Gespräche führen", sagt er und zieht lächelnd davon.

Die Stimmung in der Stadthalle beim dritten Stadtempfang ist gut. In Gruppen stehen die Menschen zusammen, töttern, diskutieren, gestikulieren und sind fröhlich. "Ein netter Abend", fasst Andreas Maul, Vorstandssprecher Wülfrath pro, treffend zusammen.

Ein bisschen Kultur und sehr viel Raum für Gespräche: Die Mischung passt. Die Stimmung zum Jahresbeginn ist aufgeräumt. Bürgermeisterin Claudia Panke trägt dazu bei. Sie hält sich nicht mit großen Reden auf, ist in erster Linie Gastgeberin und Moderatorin. In ihrer Begrüßung verneigt sich vor allen Dingen vor den Wülfrathern, die sich ehrenamtlich einbringen.

"Sie tragen dazu bei, dass unsere Gesellschaft lebenswert bleibt."

Bürgermeisterin Claudia Panke an die Adresse der Ehrenamtler in der Stadthalle.

"Sie übernehmen freiwillig Verantwortung, Sie helfen und üben Solidarität. Sie tragen dazu bei, dass unsere Gesellschaft lebenswert bleibt", spricht sie Vereinsfürsten, Trainer, Fördervereinsmitglieder und Co. direkt an. Claudia Panke verweist auf den Wettbewerb der Westdeutschen Zeitung "Helden des Alltags", den sie als Jurymitglied begleitet hat.

Ein beeindruckendes Bild der Vielfältigkeit ehrenamtlichen Engagements habe sie dabei gewonnen. Und mit Blick auf Wülfrath sagt sie stolz: "Für mich sind Sie alle Helden des Alltags und von Wülfrath."

Ein schlichtes leuchtendes Blau, den Bühnenhimmel schräg abgesenkt: Bühnenmeister hatte zum Stadtempfang wieder technisch eine schöne, beinah elegante Stimmung geschaffen. Schick.

Bürgermeisterin Claudia Panke konnte eine ganze Reihe von Ehrengästen begrüßen - zum Beispiel Velberts Bürgermeister Stefan Freitag und Mettmanns Bürgermeister Bernd Günther. Neben Politikern aller Ratsfraktionen waren unter den mehr als 400 Besuchern auch Vertreter der Kirchen und Glaubensgemeinschaften, Förder- und Sportvereine sowie der Wirtschaft. Ebenso wenig fehlte VHS-Leiterin Barbara Lorenz-Allendorff, die als Bürgermeisterin den Stadtempfang vor zwei Jahren initiiert hatte.

Ehrenamtlich auch der Einsatz der WüRG, die in bester Manier den Service hinter der Theke absolvierte. Die Schnittchen - heiß begehrt: Zwiebelmett - hatte Catering Schulz geschmiert. Den Empfang sponserten die Stadttöchter.

Gerd Bohnen ist so ein Held, der auch im Wettbewerb von WZ und RWE prämiert wurde. Er organisiert das Freiwilligen Forum. "Das Jahr läuft aber ruhig an", sagt er. Lange bleibt er nicht stehen. Auf dem Stadtempfang kann man schließlich gute Kontakte knüpfen.

Zukunft der Stadthalle: Die Diskussion beginnt

Panke lässt in ihrer Rede nicht unerwähnt, dass die Stadthalle ein Rekordjahr mit mehr als 20000 Besuchern hinter sich hat. Die Sorge um die Realisierung Goethe-Passage weckt unter Vereinsvertretern aber auch die um den Erhalt der Halle.

"Die Diskussion kommt sicher", orakelt Ralph Seiltgens von der Rockmusikergemeinschaft WüRG. Jürgen Klein, CDU-Ratsherr und Vorsitzender Senioren Union, kann da nur nicken. Seine Gruppe stößt die Diskussion an, plädiert für die Aufgabe der Stadthalle. "Da muss man ganz offen diskutieren dürfen", sagt er und wendet sich an einen nächsten Gesprächspartner.

Der vokalpraktische Kurs der Klasse 12 des Gymnasiums unter der Leitung von Brigitte Ebert steuert Songs von "The Mamas & The Papas", Michael Jackson sowie aus dem Musical "Grease" bei.

Chris Zimmermann am Schlagzeug und Daniela Schwarz am Klavier begleiten den Chor. Da wippen die ersten Besucher mit. Später wird’s noch ausgelassener: Trommeln und die Sängerin Viki Nalove animieren zum Mitsingen. Ein schöner Start ins neue Jahr.

"Ein frohes Neues. Hoffentlich geht es endlich voran", schüttelt FDP-Fraktionschef Heinz Franke dem Chef der Freien Aktiven Schule, Robert Freitag, die Hand. "Das hoffen wir auch", sagt dieser knapp. Eine Entscheidung über einen dauerhaften Schulstandort im Herminghausstift steht immer noch aus.

Claudia Panke stimmt ihre Mitbürger darauf ein, dass 2010 werde. Sie befürchtet, dass das Defizit im Haushalt noch größer als die bisher befürchteten elf Millionen Euro wird. Mit "all unserer Kreativität" solle aber ein Nothaushalt vermieden werden. Ob’s gelingt? Eine Antwort darauf gibt es auf dem Stadtempfang nicht. Die gute Stimmung soll schließlich nicht getrübt werden...

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