Die Unterdüssel GmbH plant auf dem ehemaligen Klinikgelände eine Privatklinik, Therapiezentrum und Hotel. Der Bebauungsplan muss dafür geändert werden.

Die Pracht verblasst und soll nach den Vorstellungen des niederländischen Investors bald wieder erstrahlen: Auf dem Areal der Klinik Aprath plant er Gesundheits- und Therapieangebote.
Die Pracht verblasst und soll nach den Vorstellungen des niederländischen Investors bald wieder erstrahlen: Auf dem Areal der Klinik Aprath plant er Gesundheits- und Therapieangebote.

Die Pracht verblasst und soll nach den Vorstellungen des niederländischen Investors bald wieder erstrahlen: Auf dem Areal der Klinik Aprath plant er Gesundheits- und Therapieangebote.

Simone Bahrmann

Die Pracht verblasst und soll nach den Vorstellungen des niederländischen Investors bald wieder erstrahlen: Auf dem Areal der Klinik Aprath plant er Gesundheits- und Therapieangebote.

Wülfrath. Wie ein herrschaftliches Sanatorium thront das Gebäude auf dem Hügel. Die Eindrücke der immer mehr verblassenden Pracht, der nackten Bäume und der menschenleeren Wege umwehen den "Zauberberg" mit einem Hauch von Morbidität.  Seit 2006 die Altenpflege die einstige Klinik Aprath nach einem wahren Wirtschaftskrimi verlassen hat, ist es um das nahezu 21 Hektar große Areal ruhig geworden.

Dabei arbeiten hinter den Kulissen eine ganze Menge Personen an einem neuen Konzept: Die Firma Unterdüssel GmbH will einen hohen zweistelligen Millionenbetrag investieren: eine Privatklinik, ein Hotel, Wohnen, Wellness. 250 Arbeitsplätze sollen entstehen. "Wir haben große Plänen für den Zauberberg", sagt Jan van der Beek, Unterdüssel-Geschäftsführer, der Westdeutschen Zeitung.

Sechs Millionen Euro wurden schon in die Idee investiert

Van der Beeks Interesse an dem Gelände der Klinik Aprath ist seit Jahren groß. Schon zu Zeiten des Seniorenpflegeheim-Betriebs hatte er das Zukunftspotenzial erkannt und nahm Geld für die geplante weiterentwicklung in die Hand. Geld, das auch bei der Insolvenz des Pflegeheims verloren ging.

 So wurde beispielsweise der Verbleib von einer Million Euro im Jahr 2006 nicht geklärt. Gelder waren damals von Vereins- und Gesellschaftskonten verschwunden, die Staatsanwaltschaft Bochum ermittelte. "Rund sechs Millionen Euro haben wir bisher in unsere Idee gesteckt", macht Jan van der Beek gegenüber der WZ klar, dass es nun an der Zeit sei, dass das Projekt weiterentwickelte wird und die Investitionen zum Ziel führen.

Für das Ziel hat er exakte Vorstellungen. "Bei deren Realisierung werden wir toll von der GWG Wülfrath und der Bürgermeisterin unterstützt", betont van der Beek. In Aprath soll nicht die ganze Vielfalt des Gesundheitswesens dargestellt werden, "aber wir setzen den Fokus auf chronische Erkrankungen wie Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen, Bronchitis und Fettsucht".

Laut van der Beek "machen diese 65 Prozent aller Gesundheitskosten aus. "Wir planen eine Klinik für Top-Medizin mit einem Minimum an Bürokratie", sagt van der Beek - und das mit einem Fünf-Sterne-Niveau.

Der Gesundheitsexperte aus den Niederlanden stellt sich eine Rundum-Betreuung der Patienten vor: Behandlung und Reha aus einer Hand und an einem Ort. Dazu ist auch ein Hotel mit Suiten vorgesehen. "Und deren Zimmer werden so ausgestattet, dass dort jederzeit kardiologische Untersuchungen stattfinden können", nennt van der Beek einen Aspekt.

Im Gesamtpaket der Unterdüssel GmbH ist auch ein Hallenbad-Neubau vorgesehen. Auch an die Wiederherrichtung der Tennisanlage ist gedacht. Um die Vorhaben umzusetzen, sind Umbauten - wie für prächtige Haus1 - ebenso nötig wie der Abriss vorhandener Aufbauten (Haus 3).

Aber auch Wohnbebauung ist anvisiert - wie im Kesselhaus, wo Lofts entstehen könnten. Um den Fünf-Sterne-Zauberberg von der Vision zur realen Zukunftsoption reifen zu lassen, ist eine Bebauungsplanänderung nötig. Nächste Woche befasst sich der Stadtplanungsausschuss damit.

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