Wülfraths Straßen leiden sichtbar unter dem strengen Winter. Das Tiefbauamt ist dennoch optimistisch, den Sanierungsstau langfristig in den Griff zu bekommen.

Wie hier am Eichenweg hat der Winter schon jetzt auf vielen Straßen Spuren hinterlassen.
Wie hier am Eichenweg hat der Winter schon jetzt auf vielen Straßen Spuren hinterlassen.

Wie hier am Eichenweg hat der Winter schon jetzt auf vielen Straßen Spuren hinterlassen.

Simone Bahrmann

Wie hier am Eichenweg hat der Winter schon jetzt auf vielen Straßen Spuren hinterlassen.

Wülfrath. Auch wenn der Winter noch nicht vorbei ist, lässt sich schon erkennen, dass er tiefe Spuren auf Wülfraths Straßen hinterlassen wird. Von kleinen Rissen bis zu tiefen Kratern hat der Frost so einiges im Pakt mit dem Tauwetter angerichtet.

Tiefbauamtsleiter Hans-Peter Pfeiffer stellt sich auf eine bittere Schadensbilanz ein: "Wir wissen noch nicht, was uns am Ende des Winters erwartet, aber es dürfte doch umfangreich sein."

Wo im vergangenen Jahr geflickt wurde, sind die Schäden wieder da

Die WZ hat bei Stichproben schon viele Schäden gefunden: In der Schönen Aussicht ist der Asphalt vielerorts aufgesprungen, Eichenweg, Akazienweg, Metzgeshauser Weg - überall, wo im vergangenen Jahr geflickt wurde, tun sich neue Löcher auf. Kaum besser das Bild in der Schulstraße oder der Südstraße.

Löchriger als die Straßen ist wohl nur Wülfraths Haushalt. 150000 Euro sind darin bisher für die Straßensanierungen in 2010 vorgesehen - doch das letzte Wort ist noch nicht gesprochen, Kürzungen nicht ausgeschlossen.

Pfeiffer: "Dabei müsste der Betrag angesichts des Unterhaltungsstaus eigentlich noch höher sein", sagt er - und relativiert gleich wieder. Denn mit 150000 Euro kommt Wülfrath schon seit Jahren aus, davor war der Etat noch niedriger.

Der Frost-Tauwetter-Wechsel macht besonders den Gehwegen zu schaffen. Sie sind nämlich meist nicht frostsicher ausgebaut. Streusalz trägt mit dazu bei, dass Wasser ungleichmäßig eindringt und Platten abhebt. Taut es, setzen sich diese oft nicht wieder gleichmäßig.

Wenn heute gebaut wird, dann frostsicher. Sollten dennoch, wie aktuell an der Ecke Mettmanner Straße/Lindenstraße, größere Schäden auftreten, dann liegt das meist an Baumängeln. In der Regel müssen dafür die Unternehmen haften.

Nicht für alle Stolperfallen im Stadtgebiet ist auch die Stadt zuständig. Für die Schäden an den vielbefahrenen Landesstraßen, wie der Düsseler Straße, der Mettmanner- oder der Lindenstraße, ist die Straßenmeisterei von Straßen NRW verantwortlich. Diese wird vom Tiefbauamt regelmäßig auf die Schäden hingewiesen.

Und angesichts der Geldnot ist der Tiefbauamtschef eigentlich ganz zufrieden mit dem Straßenzustand. "Im reichen Oberkassel gibt es so schlechte Straßen, die wären in Wülfrath undenkbar."

Die Pflichtaufgabe der Stadt, nämlich die Straßen verkehrssicher zu halten, konnte jedenfalls noch immer erfüllt werden. Und das ohne Tricks: Mit Tempolimits die Sanierung hinauszuschieben, sei in Wülfrath noch nicht nötig geworden.

Im Frühjahr soll also zunächst das Sanierungskonzept fortgeschrieben werden, das alle Schäden erfasst. "Dann müssen wir Prioritäten setzen. Größere Schäden werden behoben, die kleineren geschoben", sagt Pfeiffer.

Denn mit 150000 Euro könne nur eine Handvoll Baustellen gestemmt werden. Schon eine einzelne Maßnahme kostet schnell bis zu 30000 Euro. Für kleinste Schäden, die der Bauhof aus Bordmitteln beheben kann, stehen noch einmal 20000 Euro für Material zur Verfügung.

Die langfristige Perspektive ist laut Pfeiffer aber gar nicht so schlecht: Denn es sind auch noch viele Kanäle in der Stadt zu sanieren - ein millionenschweres Mammutprojekt, das sich noch über Jahre hinziehen wird. Bei dieser Gelegenheit werden aber auch gleich Straßen erneuert. Jüngstes Beispiel: Hans-Böckler-Straße.

"Es wäre ja auch verwerflich, wenn wir erst Straßen sanieren und sie danach wieder für die Kanalisation aufreißen", sagt Pfeiffer. Gleiches gilt für die Arbeiten der Stadtwerke an den Gas- und Wasserleitungen.

Dass bei den grundlegenden Sanierungen auch die Anwohner zur Kasse gebeten werden, schmeckt denen zwar nicht - aus Sicht des Tiefbauamts ist das aber nur konsequent.

"Viele Straßen in Wülfrath stammen noch aus den 1950er-Jahren. Die haben nur zwei Zentimeter Asphaltdecke anstatt, wie heute oft üblich, 20 Zentimeter." Und wer vor Jahrzehnten von hohen Ausbaukosten verschont blieb, müsse sich eben heute an einem zeitgemäßen Standard beteiligen.

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