Museumsnacht: 1120 Besucher wurden am Zeittunnel gezählt – darunter auch Ex-Ministerpräsident Peer Steinbrück.

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Unterhalten sich angeregt beim Rundgang (v.l.): MdB Peer Steinbrück, Zeittunnel-Kuratorin Andrea Gellert, Bürgermeisterin Claudia Panke und SPD-Fraktionsvorsitzender Manfred Hoffmann.

Unterhalten sich angeregt beim Rundgang (v.l.): MdB Peer Steinbrück, Zeittunnel-Kuratorin Andrea Gellert, Bürgermeisterin Claudia Panke und SPD-Fraktionsvorsitzender Manfred Hoffmann.

Veronika Homanns Feuerspiele faszinierten am Zeittunnel.

Simone Bahrmann, Bild 1 von 2

Unterhalten sich angeregt beim Rundgang (v.l.): MdB Peer Steinbrück, Zeittunnel-Kuratorin Andrea Gellert, Bürgermeisterin Claudia Panke und SPD-Fraktionsvorsitzender Manfred Hoffmann.

Wülfrath. Welch eine beeindruckende Atmosphäre: Unter mystischen Rhythmen spielten die Feuerschlucker mit dem heißen Element, tanzten mit den wirbelnden Flammen. Im Hintergrund die Kulisse Zeittunnel, mit dem 160 Meter langen Abbautunnel, an dessen Ende das akustische Kontrastprogramm wartete: die absolute Stille und der imposante Blick auf den Bochumer Bruch.

"Wenn ich noch klein wäre, hätte ich auch mit Helm und Hacke die Kalksteinbrocken bearbeitet."

Ex-Bundesfinanzminister Peer Steinbrück bei seinem Besuch im Zeittunnel

Das Programm der dritten Museumsnacht am Zeittunnel war wieder einmal dem Charme des Wülfrather Ausstellungsorts gewachsen. Der Zeittunnelvorplatz verwandelte sich zu diesem besonderen Tag zur Konzertbühne, auf der Rock, Irish Folk und die Feuershow mit den "Bunten Socken" die insgesamt 1120 Besucher begeisterten. Die Anziehungskraft des Zeittunnels lockte - und belohnte.

"Die Museumsnacht ist für den Zeittunnel lebenswichtig. Wir brauchen die überregionale Bindung", sagte Bürgermeisterin Claudia Panke. Unter den zahlreichen Besuchern auch Bundestagsabgeordneter Peer Steinbrück, der nicht nur die Führung mit Kulturreferentin Andrea Gellert genoss, sondern dem die Wichtigkeit des Zeittunnels durchaus bewusst ist: "Der Zeittunnel ist eine große Attraktivität. Er gehört inzwischen zur lokalen Geschichte dazu!" Dass der Zeittunnel eigentlich erhalten werden müsse, steht für den ehemaligen Finanzminister außer Frage. Das klingt zunächst tröstlich, angesichts der Unsicherheit, in der sich der Zeittunnel momentan befindet.

"In Gesprächen mit Kreis und Rat zeichnet sich derzeit noch keine Lösung ab. Vor dem Hintergrund des Haushaltssicherungskonzepts reine Abwägungssache - auch was die Trägerschaft in 2011 betrifft", so Andrea Gellert. "Die Entscheidung muss noch dieses Jahr gefällt werden." Peer Steinbrück kann die Wülfrather Situation nur zu gut nachvollziehen: "Die Finanzlage ist äußerst schwierig - auf Bundesebene sieht es auch nicht anders aus." Auch wenn der Vergleich mit der Staatskasse im Zusammenhang mit dem Zeittunnel eher beunruhigt, wollte Peer Steinbrück seinen Abstecher zum Zeittunnel lieber genießen: "Wenn ich noch klein wäre, hätte ich auch mit Helm und Hacke die Kalksteinbrocken bearbeitet", beobachtete er amüsiert die Kinder, die konzentriert am Werk waren, während die WüRGer mit "Feel good, so good" ihrem Publikum einheizten. "Diese Kulisse - und dann noch ein Rockkonzert - besser geht’s nicht", begeisterte sich da Steinbrück.

"Hakuna Matata" und ein Talent am WüRG-Saxophon

Waren zuvor noch afrikanische Trommelrhythmen der Gruppe "Hakuna Matata" zu hören gewesen, hauten nun die Wülfrather Rocker enthusiastisch in die Saiten und auch Alexa (10) genoss mit den Allstars der WüRGer ihren ersten Auftritt vor Publikum: Mutig und sicher entlockte sie ihrem Saxophon tolle Klänge und erntete begeisterten Applaus: "Was für ein Anlass - und ich darf spielen", freute sich die junge Musikerin.

"Das Programm ist sehr abwechslungsreich", lobte die Wülfratherin Irene Lewen. "Ich war schon im letzten Jahr in der Museumsnacht am Zeittunnel und es ist jedes Mal wieder toll. Hier bleibe ich heute - in Wülfrath", entschloss sie sich, die geplante Museumstour doch frühzeitig zu beenden. Rainer Bigge mutierte vom Zuschauer "zum besten Feuerspucker aller Zeiten" - jedenfalls laut Axel Thiemann von den "Bunten Socken". Todesmutig hielt er die Flamme in seiner Hand, während das Publikum begeistert pfiff und ihn anfeuerte: "Einfach herrlich hier", schwärmte der Wuppertaler da. Klar, dass er auch noch die Irish Folk Gruppe "Sam" abwartete, die dem Zeittunnel mit ihren irischen Rhythmen besonderes Flair verlieh.

Für Stärkung und Erfrischung sorgten bei dem bunten Programm die Mitarbeiter von Pro Mobil, die seit Ende April die Caféteria betreiben und für die dieser aufregende Abend im wahrsten Sinne des Wortes eine Feuerprobe war: "Ganz schön viel los hier", sagte Mitarbeiterin Sabrina Höschler und ergänzte zufrieden: "Aber es macht auch unheimlich viel Spaß!"

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