Die WZ hat sich bei Karl Bröcker in Wülfrath mit auf den Mähdrescher gesetzt.

Ernte in Aprath: Bauer Carsten Bröcker und WZ-Mitarbeiterin Kira Scheven.
Ernte in Aprath: Bauer Carsten Bröcker und WZ-Mitarbeiterin Kira Scheven.

Ernte in Aprath: Bauer Carsten Bröcker und WZ-Mitarbeiterin Kira Scheven.

Ernte in Aprath: Bauer Carsten Bröcker und WZ-Mitarbeiterin Kira Scheven.

Wülfrath. Routiniert lenkt Landwirt Carsten Bröcker den Stahlkoloss über das dreieinhalb Hektar große Feld in Wülfrath Aprath. Unermüdlich frisst sich das riesige Schneidwerk des dröhnenden Ungetüms durch das goldene Getreidefeld. Keine Ähre kann ihm entkommen. Die rote Haspel an der Schnauze des Mähdreschers richtet die Halme auf und bringt sie in Position.

Äste und Müll sind eine Gefahr für die teure Technik

Überall im Kreis sind derzeit die eindrucksvollen Mähdrescher auf den Feldern in Aktion zu beobachten. Denn Ernte von Getreide und Raps läuft auf Hochtouren. Auch beim Kreislandwirt Karl Bröcker und seinem Sohn Carsten steht der Mähdrescher in diesen Tagen nicht still. Die WZ ist einen Nachmittag lang mitgefahren.

Nur eine steile Leiter führt in die Fahrerkabine, die dafür umso komfortabler ist. Die Sicht auf das fünf Meter breite Schneidwerk ist bestens. Die erste Runde um das Feld herum läuft noch ein Mitarbeiter vor dem Mähdrescher her und sammelt sperrige Äste und Unrat auf.

"Eine Beschädigung des Schneidwerks und der Messer wäre noch das kleinere Übel. Viel schlimmer ist es, wenn Äste weiter in den Dreschkorb gelangen", ruft Bröcker gegen das laute Dröhnen der Motoren.

Staub und Getreidespelzen wirbeln herum, die Luft flimmert über dem Feld - gut, dass der moderne Mähdrescher mit einer Klimaanlage ausgestattet ist. "Hier drin kann man es aushalten, nur für alle, die draußen mit anpacken müssen, ist das nicht so angenehm", stellt der Landwirt fest.

Kreislandwirt Karl Bröcker und sein Sohn Carsten führen den in Vohwinkel liegenden Familienbetrieb Gut zur Linden. Neben dem Ackerbau hält die Familie noch rund 200 Mastbullen, bewirtschaftet 35 Hektar Mischwald und führt einen Hofladen.

Das Getreide ist die Urform des heutigen Weizens. Im Vergleich zu anderen Getreidesorten ist der Dinkel robuster, anspruchsloser und gedeiht auch bei rauem Klima. Zur Ernte erkennt man den Dinkel an seiner rot-braunen Färbung und seinem hohen Wuchs von bis zu 1,50 Meter. Vermarktet wird das Getreide im Kreis über die "Erzeugergemeinschaft Rheinischer Qualitätsdinkel w.v.". Dinkel schmeckt leicht nussig, aromatisch und kräftig.

Dabei braucht das Getreide die Sonne, denn auf diesem Feld hat die Familie Bröcker Dinkel angebaut. "Dinkel lässt sich nur dreschen, wenn die Sonne scheint, da sich die Ähren sonst sehr schlecht vom gummiartigen Stängel lösen", weiß Bröcker.

Dinkel ist die Urform des Weizens und ein reines Brotgetreide. Bei der Dinkelernte gibt es eine Besonderheit. Anders als zum Beispiel beim Weizen umschließen die Spelzen das Dinkelkorn so fest, dass es sich beim Dreschen nicht löst und das später in einem zusätzlichen Arbeitsgang entspelzt werden muss. Wegen des zusätzlichen Volumens ist der Korntank im Mähdrescher bei dreieinhalb Tonnen Dinkel schon voll.

200 Hektar müssen eingefahren werden, ein bis zwei pro Stunde

"Insgesamt müssen wir in der Ernte rund 200 Hektar dreschen. Um Zeit zu sparen, leeren wir den Tank dann während der Fahrt", erläutert Bröcker und beginnt das Manöver. Über Funk gibt der Landwirt dem Auszubildenden Thomas Dietz Anweisungen.

Der hat schon den Trecker mit Anhänger neben ihn gelenkt. Dann schwenkt das Entladerohr über den Anhänger aus. Bröcker hupt kurz. Das bedeutet, der Trecker kommt dem Schneidwerk zu nah. Die Konzentration ist jetzt greifbar. Am Feldrand stehen Eltern mit ihren Kindern und schauen gespannt zu.

"Wenn der Dinkel fertig gedroschen ist, wollen wir heute Nacht noch anfangen, den Weizen zu dreschen. Natürlich nur, wenn er schon reif genug ist", sagt Bröcker. Denn sind Getreide und Raps erst einmal reif, muss alles sehr schnell gehen.

"Der Mähdrescher ist hier der begrenzende Faktor. Zwischen ein und zwei Hektar schaffen wir damit pro Stunde." Was ihm die Arbeit am meisten erschwert, ist in den vergangenen Tagen allerdings schon eingetreten: starker Regen.

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