Neue Dienstanweisung beschlossen: Büros und Klassenräume sollen künftig auf nicht mehr als 20 Grad geheizt werden. Bleibt die Frage der Umsetzung.

Umweltreferent Andreas Bornemann setzt sich seit Jahren für energiesparendes Heizen ein und begrüßt die Dienstanweisung: „Das stärkt den Hausmeistern den Rücken.“
Umweltreferent Andreas Bornemann setzt sich seit Jahren für energiesparendes Heizen ein und begrüßt die Dienstanweisung: „Das stärkt den Hausmeistern den Rücken.“

Umweltreferent Andreas Bornemann setzt sich seit Jahren für energiesparendes Heizen ein und begrüßt die Dienstanweisung: „Das stärkt den Hausmeistern den Rücken.“

Simone Bahrmann

Umweltreferent Andreas Bornemann setzt sich seit Jahren für energiesparendes Heizen ein und begrüßt die Dienstanweisung: „Das stärkt den Hausmeistern den Rücken.“

Wülfrath. "Es gibt den Faktor Mensch. Wie soll diese Dienstanweisung umgesetzt werden?" Die Frage, die Vorsitzender Frank Homberg (DLW) im Ausschuss für Ordnung und Umwelt stellte, blieb unbeantwortet. Ungeachtet dessen beschloss das Gremium schließlich einstimmig, dass Richtwerte für die Beheizung städtischer Gebäude festgesetzt werden. Dies hatte im Vorfeld auch die CDU gefordert.

"Luxus-Raumtemperaturen kann sich Wülfrath nicht leisten."

Lothar Hofer, sachkundiger Bürger der CDU-Fraktion im Umwelt

Mit einem mobilen Messgerät begrüßte Lothar Hofer, sachkundiger Bürger der Union, die Ausschuss-Mitglieder. "Kuschelige 24 Grad sind es im Saal, im Eingangsbereich 22 Grad: 100 Euro kostet die Beheizung dieses Raumes pro Jahr. Wo ich auch messe, ist es im Rathaus über 20 Grad", so Hofer. Solche Luxus-Raumtemperaturen könne sich Wülfrath nicht leisten. Eine Position, die die anderen Fraktionen kopfnickend teilten.

Zustimmung erfuhr Hofer auch vom örtlichen Bund für Umwelt und Naturschutz. Dessen Vorsitzender Götz-Reinhard Lederer konnte als Lehrer am Gymnasium Erfahrungen beisteuern. Dort gebe es Räume, in denen es 23 Grad warm sei, während es in anderen zur gleichen Zeit nur 17 Grad habe. Lederer: "Da ist die Steuerung falsch. Da ist die Anlage falsch."

In Unterrichtsräumen und Verwaltungsbüros soll das Thermometer künftig nicht mehr als 20Grad anzeigen. Für Werkräume gelten gemäß Dienstanweisung 18 Grad Celsius.

17 Grad für die Turnhallen, 22 Grad für Umkleidekabinen, 15 Grad für Toiletten und 12 bis 15 Grad für Flure: Das sind die Richtwerte. Sie sind Basis der Dienstanweisung. "Damit wird die Verbindlichkeit unterstrichten", sagte Umweltreferent Andreas Bornemann. So könne auch der von Homberg angesprochene "Faktor Mensch" beeinflusst werden.

Gegenüber der WZ konkretisierte Bornemann: "Der Technische Gebäudedienst der Stadt, also der Hausmeister, kann beispielsweise ganz anders auftreten, wenn eine Schulleitung sich über zu niedrige Temperaturen auslässt." Dann könne in Zukunft auf die Vorgaben der Stadt verwiesen werden. "Das stärkt den Hausmeistern den Rücken", sagt Bornemann.

Ein Vorschlag: Thermostate, die nicht zu verstellen sind

Der Umweltreferent betonte aber auch, "dass die Menschen mitziehen müssen". Andreas Bornemann hatte vor Jahren einen Energiesparwettbewerb in den Schulen durchgeführt. Daher weiß er, wie bedeutsam das Engagement aller ist. Homberg riet dazu, "dass man eigentlich Energieeinsparung eigentlich regelmäßig lehren müsste".

Bei der Umsetzung der Dienstanweisung ist nun vor allem die Wohnungsbaugesellschaft GWG gefragt. Die Stadttochter ist für die Gebäudeunterhaltung zuständig ist. "Sie muss die Steuerungen so einstellen, dass die 20 Grad in den Büros nicht überschritten werden können", so Bornemann. Jürgen Kleins (CDU) Vorschlag: "Die Thermostate in den Büros dürfen nicht verstellbar sein."

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