Dirk Bredtmann will Bürgermeister von Wülfrath werden. Am Montag hat er im Rathaus die notwendigen Bewerbungsunterlagen abgeholt. Die Stärkung des Ehrenamts ist sein Anliegen.

Wülfrath. Der "Kalker" hat’s gewusst: Vergangene Woche hatte er in seiner WZ-Kolumne noch von einem vierten Kandidaten für das Bürgermeisteramt orakelt. Jetzt ist das Gerücht Fakt: Dirk Bredtmann will kandidieren. "Angesichts der bisherigen Kandidatenlage, ist die Chance nie größer gewesen, Bürgermeister werden zu können", sagt Bredtmann im Gespräch mit der WZ. Sich zu bewerben sei keine Bauch-, sondern eine Herzens-Entscheidung. "Ich will wieder zurück in meine Heimatstadt - und das als Bürgermeister."

"Meine Chancen sind gering. Aber ich spiele auch Lotto. Da sind die Chancen noch kleiner."

Dirk Bredtmann, Bürgermeister-Kandidat

Vor zweieinhalb Jahren ist der heute 40-Jährige ausgewandert - zuerst nach Wien. Aktuell ist er rund 70 Kilometer von der Hauptstadt entfernt als Industriemeister bei Georg Fischer in Niederösterreich tätig. "Alle zwei Monate bin ich in Wülfrath. Da merke ich, wie sehr mit die Stadt und ihre Menschen fehlen," so Bredtmann.

Dirk Bredtmann ist wahrlich kein Unbekannter. Drei Jahre lang war er für die DLW in den 90er Jahren im Rat der Stadt, ist dann aber aus der Partei ausgetreten. Seitdem gehört er keiner politischen Gruppierung an. Bredtmann hat die Wülfrather Rockmusiker Gemeinschaft (WüRG) entscheidend mitaufgebaut, hat sich im Vorstand des Stadtkulturbundes engagiert, war einer der Initiatoren des Tsunami-Benefiz "Wülfrath hilft". "Ich weiß, was Ehrenamt ist. Ich habe das viele Jahre praktiziert. Erst war ich WüRGer-Meister, nun werd’ ich...", bricht Bredtmann schmunzelnd den Satz ab.

Ist es eine Jux-Kandidatur, oder steckt mehr dahinter? "Vielleicht war’s am Anfang ein Frotzeln. Aber ich meine es ernst. Klar, sind meine Chancen gering. Aber ich spiele auch Lotto. Da sind die Chancen noch kleiner", sagt Bredtmann. Wenn er bei seinen Besuchen durch die Stadt gehe, "sehe und merke ich, dass mich Leute ansprechen und vermissen. Ich bin hier immer noch bekannt".

Er wisse, sagt er im Gespräch, "dass ich nicht der beste und perfekte Bürgermeister bin". Dass dies die Mitbewerber für sich beanspruchen könnten, glaube er aber auch nicht. Bredtmann: "Bürgermeisterin Barbara Lorenz-Allendorff ist ja nett, aber... Thomas Görtz ist sympathisch, aber in der falschen Partei. Und Manfred Hoffmann ist schon von seiner Partei mal abgewählt worden. Da haben doch SPD-Stammwähler Probleme mit."

Bredtmann räumt ein, "dass ich nicht der Verwaltungsexperte bin. Das muss ich auch nicht sein. Der verlangt der Gesetzgeber nicht." Auch als Industriemeister müsse er nicht jede Maschine beherrschen. "Dafür gibt es die jeweiligen Experten." Er zweifele aber nicht daran, "dass ich ein Team zusammenstellen kann. In der Verwaltung gibt es genug gute Leute. Sie müssen nur Spaß bei der Arbeit haben."

Den nächsten Heimaturlaub tritt er als "Der Kandidat" an

Jetzt wolle er erst einmal ein Wahlkampfteam zusammenstellen, "da ich ja nicht immer vor Ort sein kann". Im Wahlkampf setze er auf das Wort. "Mehr habe ich nicht. Mangels Geld kann ich mir keine großen Sprünge erlauben." Die Stärkung des Ehrenamts skizziert er als einen seiner Schwerpunkte. Die Bereiche Kultur, Bildung und Sport zählt er ebenso dazu. "Aber Inhalte kommen später", sagt Bredtmann. Am Dienstag geht’s wieder nach Österreich. Seinen nächsten Heimaturlaub tritt er als "Der Kandidat" an.

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