Fitness: Die CDU will die Realisierbarkeit des Projekts prüfen lassen. Es soll dem demografischen Wandel Rechnung tragen.

Velbert. "Opa Reinhold, ich geh’ klettern, und wo gehst Du hin?" "Ich geh’ um die Ecke auf meinen Spielplatz." Ein Dialog aus der Abteilung Visionen - aber nicht unrealistisch. Mittwochabend hat sich der Bezirksausschuss Langenberg zum ersten Mal mit dem Thema Seniorenspielplatz befasst. Was sich für viele noch etwas abseitig, vielleicht sogar respektlos anhört, ist in Großstädten längst die Regel: Was für das Kindergarten-Kind gut ist, kann für den Senior nicht schlecht sein: Bewegung unter freiem Himmel.

Denn darum geht es bei dem Vorstoß, den die CDU unternommen hat. "Wir sind auf das Thema angesprochen worden und wollen die Idee Seniorenspielplatz einfach einmal auf ihre Realisierbarkeit prüfen lassen," sagt Hermann-Josef Schmitz, christdemokratischer Ratsherr aus Langenberg. Den Standort für ein solches Angebot hat er bereits im Visier: den Hordtberg. Bereits jetzt sei das Areal ein großer Anziehungspunkt.

"Der Hordtberg gewinnt durch die Kombination Sender, Waldwege, Bismarckturm, Minigolfanlage, Naturlehrpfad, Spielwiese und nicht zuletzt den Kletterpark immer mehr an Interesse als Naherholungsgebiet", begründet die CDU ihren Prüfantrag an den Bezirksausschuss. Immer häufiger, hat Schmitz beobachtet, besuchen ältere Mitbürger mit ihren Enkeln das Gebiet, begleiten sie zum Klettergarten. "Ein Seniorenspielplatz kann das ergänzende Angebot sein", meint er. Damit würde man dem demografischen Wandel Rechnung tragen.

In Berlin gibt es bereits eine Anlage mit speziellen Sportgeräten

Schmitz stellt klar, dass es sich bei dem Spielplatz keinesfalls um "einen Altenaufbewahrungsplatz" handeln soll. Ältere wollen aktiv sein." Man habe eher einen zeitgemäßen Trimm-dich-Pfad im Visier. Dabei geht es nicht um eine Boccia-Bahn oder ein Open-Air-Schachbrett, sondern vielmehr um mit speziellen Sportgeräten ausgestattete Anlagen, wie es sie beispielsweise in Charlottenburg gibt. An Edelstahlgeräten können leichte Bewegungseinheiten absolviert werden, die den Körper stärken. Fitnessgeräte bringen den Kreislauf in Schwung - ein Seniorenspielplatz,der Vitalität verspricht.

"Das ist nicht zu vergleichen mit dem Generationenspielplatz in Velbert-Mitte am alten Bürgermeisterhaus", betont Sina Friedrich von den Technischen Betrieben Velbert (TBV), die für die Spielplatzbetreuung im Stadtgebiet verantwortlich sind. Zwar gibt es dort eine Bank, die leicht wippt, aber sportiv ist anders. Hier steht das Spielen der Generationen miteinander im Mittelpunkt - zum Beispiel durch einen höher angelegten Sandkasten, an dessen Rand die Großmutter im Stehen mit der Enkeltochter im Sand spielen kann.

Friedrich kann sich einen echten Seniorenspielplatz durchaus vorstellen. "Aber da sind wir noch am Anfang einer Prüfungsfrage." Dass so eine Einrichtung sinnvoll ist, sieht auch Michael Bösebeck so, der Leiter der städtischen Sportabteilung. Zwar findet sie - aktuell - keine Berücksichtigung im Sportstättenentwicklungsplan, an dem er und seine Kollegen zurzeit arbeiten, "aber Bewegungsangebote für Senioren sind immer eine Überlegung wert", betont er.

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