Händler wollen nach der Neuordnung keinen „Irrgarten“.

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Zu abgeschottet: Die Stadt will für den Wochenmarkt keine Wagenburg. (Archiv

Zu abgeschottet: Die Stadt will für den Wochenmarkt keine Wagenburg. (Archiv

Stadt

Zu abgeschottet: Die Stadt will für den Wochenmarkt keine Wagenburg. (Archiv

Wülfrath. Kommt sie nun, die neue Marktordnung, oder kommt sie nicht? Und wie ist es mit der verlängerten Öffnungszeit? Seit Monaten herrscht Ungewissheit auf dem Wochenmarkt. Seit Sonntagabend wissen die Leute vom Wochenmarkt bescheid: Am kommenden Samstag will das Ordnungsamt Details vor Ort am Diek erläutern und abklären.

"Manche Stände machen um 12 Uhr Schluss, andere bleiben eine Stunde länger", kommentiert Marktmeister Richard Seidler das Geschehen auf dem Samstagmarkt, das offenbar nicht nur bei den Marktbeschickern, sondern auch bei den Kunden für Verwirrung sorgt. "Manche fragen mich jede Woche aufs Neue, wann denn nun die Stände umgestellt werden", erzählt Richard Seidler.

Die Verlängerung der Öffnungszeit wird allgemein begrüßt

Seidler kann sich nicht vorstellen, wie die angekündigten Veränderungen überhaupt realisiert werden sollen. "Ich weiß nicht, wo Platz für den Blumenstand und die Miederwaren ist, wenn aus dem jetzigen Standort Parkplätze werden sollen", denkt er laut über die Pläne nach.

Auch unter den Marktbeschickern kursieren derweilen die schlimmsten Befürchtungen. "Wenn wir hier plötzlich eine völlig neue Marktordnung haben, finden die Kunden nichts mehr", glaubt Uhren-Doc Willy Czaplinski.

Seit sieben Jahren steht er mit seinem Stand auf dem Wochenmarkt. Mit der alten Marktordnung ist er eigentlich ganz zufrieden. Die Verlängerung der Öffnungszeit findet er hingegen sinnvoll: "Die Kunden schlafen samstags gern länger und kommen immer später auf den Markt", weiß er.

Der samstägliche Wochenmarkt soll nach seiner Neuordnung eine Stunde länger bis 13 Uhr geöffnet sein. Schon heute lassen einige Beschicker ihre Stände über 12 Uhr hinaus geöffnet.

Hauptziel ist ein eine Attraktivierung. Die soll unter anderem durch eine neue Anordnung der Stände erreicht werden, die die Besucher optisch mehr auf den Markt ziehen. Außerdem sollen Parkmöglichkeiten an der Mauer zur Wiedenhofer Straße hin eingerichtet werden.

Das sieht auch Martin Kapitzke so. Der Blumenhändler gehört zu den Urgesteinen auf dem Wochenmarkt. Er hat schon als Kind seinem Vater am Stand geholfen. Auch er fürchtet um die vertraute Ordnung: "Man darf keinen Irrgarten daraus machen", sagt er.

In Marktmeister Richard Seidler finden die Marktbeschicker einen wohlwollenden Fürsprecher. Auch er würde am liebsten alles so lassen, wie es ist.

Glaubt man hingegen Bürgermeisterin Barbara Lorenz-Allendorf, liegt die neue Marktordnung bereits fertig in der Schublade des Ordnungsamtsleiters. Es habe bei einer gemeinsamen Besprechung mit den Marktbeschickern keine Klagen gegeben, so die Bürgermeisterin.

Wann genau sie umgesetzt werden soll, weiß die Verwaltungschefin allerdings noch nicht: "Vermutlich nach den Osterferien", kündigt sie an. Eine Nacht-und-Nebel-Aktion schließt sie hingegen aus: "Die Marktbeschicker werden frühzeitig informiert", so die Bürgermeisterin. Und das passiert eben am Samstag.

Zum Neustart wird es ein Flugblatt geben

"Wir wollen die Marktbeschicker mitnehmen, ihnen unsere Vorschläge machen und diese miteinander abstimmen", so Ordnungsamtsleiter Reinhard Schneider. Das gelte für die künftige Aufstellung, "aber auch für den Zeitpunkt, ab wann die neuen Regeln gelten".

Schneider hat zwei Termine zur Auswahl: Ostersamstag oder der Samstag nach den Ferien. Zum "Neustart" werde es ein Flugblatt geben, auf dem die Standorte der unterschiedlichen Anbieter eingetragen werden. Ein Marktführer: "Damit die Kunden ihre Stände schnell finden", merkt Schneider an.

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