Im Düsseler Wald hat Landwirt Eckhard Trapp dem bedrohten „Vogel des Jahres“ Nistplätze gebaut.

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Direkt am Ufer des Hofteichs liegt die Bruthöhle, die Landwirt Eckhard Trapp für die Eisvögel gebaut hat. Er hofft, dass viele der „fliegenden Edelsteine“ die Nistmöglichkeit nutzen.

Direkt am Ufer des Hofteichs liegt die Bruthöhle, die Landwirt Eckhard Trapp für die Eisvögel gebaut hat. Er hofft, dass viele der „fliegenden Edelsteine“ die Nistmöglichkeit nutzen.

Simone Bahrmann

Direkt am Ufer des Hofteichs liegt die Bruthöhle, die Landwirt Eckhard Trapp für die Eisvögel gebaut hat. Er hofft, dass viele der „fliegenden Edelsteine“ die Nistmöglichkeit nutzen.

Wülfrath. Man nennt ihn auch den "fliegenden Edelstein". Der Name rührt von dem stahlblauen Rückengefieder und dem rostfarbenen Bauchkleid her und beschreibt hervorragend das flirrende Farbenspiel, wenn er durch die Lüfte schwirrt. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) kürt den Eisvogel im Jahr 2009 zum "Vogel des Jahres". Doch ist leider weniger seine Schönheit für diese Nominierung ausschlaggebend, sondern vielmehr seine Seltenheit. Landwirt Eckhard Trapp ist sich der Bedrohung des schönen Vogels bewusst. An seinem Hof, dem Gut Holz in Unterdüssel, schuf er ihm deshalb ein artgerechtes Quartier. Direkt am Ufer des Hofteichs liegt die Bruthöhle des Eisvogels - nur erreichbar durch ein selbst gebautes Floß.

Der "fliegende Edelstein" stellt Ansprüche an seinen Brutplatz

Als der Eisvogel 1973 zum ersten Mal Vogel des Jahres wurde, beklagten Naturschützer seine bedrohlich zurückgegangenen Bestände. Der starke Abwärtstrend konnte zwar inzwischen gestoppt werden, die Population hat sich jedoch lediglich auf einem niedrigen Niveau stabilisiert.

"Ich habe beobachtet, wie der Eisvogel hier ziellos herumflog und sich nicht niederlassen konnte. Da kam mir die Idee, ihm zu helfen", erzählt Eckhard Trapp. Im Internet forschte er nach einer Bauanleitung für einen artgerechten Nistplatz. Aus reinen Lehmsteinen schuf er dem "fliegenden Edelstein" ein kleines Paradies. Ein schmales Rohr führt in eine runde Bruthöhle. "Es darf auf gar keinen Fall Feuchtigkeit in die Höhle gelangen. Das verträgt der Eisvogel nicht", sagt der Tierfreund.

Ende Februar dieses Jahres wurde Trapp mit seinem "Eisvogel-Hotel" fertig. Doch der Gast ließ lange auf sich warten. Starker Regen hatte soviel Erde in den Teich gespült, dass das Wasser ganz trübe geworden war. Der Eisvogel hatte so wohl Schwierigkeiten, die Beutefische auszuspähen. Doch dann endlich, vor zwei Monaten, erkundete ein Eisvogelpärchen zum ersten Mal die neue Behausung. Mit Landeplätzen auf dem Wasser versucht Trapp seinen Gästen den Anflug leichter zu gestalten. Außerdem hat er die Speisekarte seines Teiches mit Stichlingen und Moderlieschen angereichert. Bei soviel Zuwendung sollte die "Eisvogel-Zucht" am Düsseler Wald gelingen. Trapp hofft im Sommer nicht nur auf Eisvogel-Nachwuchs, sondern auch auf Nachahmung: "Eine solche Brutmöglichkeit zu bauen, ist einfach. Man muss es nur auch machen. Es lohnt sich."

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