Anke Dinkelbach zeigt ihre Ausstellung „Bärenstark“ bald auch in Schleswig.

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„Die Wahrheit“ über Gummibärchen: Anke Dinkelbach zeigt sie in Acryl gekrümmt, verschrumpelt und gebückt.

„Die Wahrheit“ über Gummibärchen: Anke Dinkelbach zeigt sie in Acryl gekrümmt, verschrumpelt und gebückt.

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„Die Wahrheit“ über Gummibärchen: Anke Dinkelbach zeigt sie in Acryl gekrümmt, verschrumpelt und gebückt.

Wülfrath. Der Titel trifft: "Die Wahrheit". Denn es ist nur ein Vorurteil, dass Gummibärchen niedliche Gaumenfreuden sind. "Ich war echt überrascht", sagt Anke Dinkelbach und lacht dabei. Die Wülfrather Künstlerin hatte sechs Figürchen aus einer Tüte genommen und sie auf den Küchentisch gestellt. Die Sonne strahlte sie an, als die kleinen Bärchen für Dinkelbach Modell standen. "Das sind ja eher Aliens" schoss es der Malerin beim Betrachten durch den Kopf. Aufeinander in den Tüten gestapelt, geschüttelt, gedrückt - echte Gummibärchen sehen wirklich mitgenommen aus. Das ist die Wahrheit. Und die hat Anke Dinkelbach porträtiert. Zu sehen ist das noch bis zum 18. Januar in Köln - und im Frühjahr im norddeutschen Schleswig.

Thomas Gottschalk wird die Eröffnung moderieren

Anke Dinkelbach strahlt übers ganze Gesicht. "Die Ausstellung in Schleswig ist eine große Chance", sagte sie. Und die Zeichen dafür stehen wahrlich nicht schlecht. Rund 50 Bilder wird die Düsselerin dort zeigen. Anlass ist das Haribo-Jubiläum. Kein Geringerer als Thomas Gottschalk, der personifizierte Goldbär, wird die Eröffnungsveranstaltung moderieren. Der Haribo-Marketingchef ist durch die aktuelle Ausstellung in der Galerie Malmedé-Kunst in Köln-Ehrenfeld auf Dinkelbach aufmerksam geworden. Dort stellt sie unter dem Motto "Bärenstark - Freunde für immer" aus.

Der Teddy soll bei den Besuchern Erinnerungen wecken

Die sechs zur "Die Wahrheit" gehörenden Gummibärchen-Bilder sind nur eine Facette der verlängerten Schau. "Die Ausstellung hatte mehr als ein Jahr Vorlauf", sagt Dinkelbach. Kinder und Teddybären sind das Thema. "Ja, das ist schon eine Gratwanderung", kommentiert sie die thematische Auswahl, "aber es ist nicht kitschig geworden." Vielmehr sollen die Bilder Erinnerungen bei den Betrachtern wecken - an die eigene Kindheit, an Geschehnisse in Familie und Freundeskreis. "Der Teddy ist ein Symbol dafür", so Dinkelbach.

"Mir" ist das Titelbild des Katalogs überschrieben. Ein kleines Kind legt die Hand auf einen vierrädrigen Bären. "Verloren" ist ein anderes Bild überschrieben. Zwischen zwei Quadern liegt ein Bär - alle vier von sich gestreckt; die pure Melancholie, die durch blasse und kühle Blau-Töne betont wird. Kunterbunt gekleidet ist ein Teddy in "Trügerische Hoffnung" - Farbkleckse, die gegen das Grau des in zwei Teile klar strukturieren Bildes angehen. Es ist nur ein Kinderschatten, der versucht, die Hand zu reichen. "Leute, die die Ausstellung besuchen, erzählen von ihrem Teddy, von ihrem Empfindungen. Und davon, dass sie sich in der Ausstellung wiederfinden", freut sich Dinkelbach über solche Reaktionen.

Die Einladung nach Schleswig ist das i-Tüpfelchen. "So eine Ausstellung ist Bestätigung und ist Chance", weiß sie. Die komplette Kölner Ausstellung wird ab diesem Mai dort gezeigt. Dabei ist auch ein Gemälde vom Goldbären in Acryl. Der Haribo-Werbeträger lächelt in ganzer Pracht. Und er ist gar nicht so verschrumpelt wie seine eingetüteten Artgenossen. Auch das ist die Wahrheit.

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